bis 08. Juli 2018 - Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, Frankfurt am Main

Jan Kubícek: Konkrete Kombination I

Freiraum der Kunst

Die Studiogalerie der Goethe-Universität Frankfurt 1964–1968


Von 1964 bis 1968 präsentierte die vom Allgemeinen Studentenausschuss (AStA) der Frankfurter Universität betriebene Studiogalerie neun Ausstellungen, zwei Fluxus-Konzerte und ein Happening. „Ein einmaliges Phänomen“ sei dieser Ausstellungsraum gewesen, sagt Manfred Großkinsky, Kurator und Leiter des Museums Giersch. Das zur Goethe-Universität gehörende Museum zeigt anhand von 167 Werken von über 60 Künstlern die Entwicklung der Studiogalerie, die sich im Studierendenhaus auf dem Campus Bockenheim befand.

 

Die Liste der Künstler, die dort ausstellten, zeigt die überregionale Bedeutung der Studiogalerie. Viele Positionen gelten heute als Klassiker der Nachkriegs- und Gegenwartskunst: Thomas Bayrle, Donald Judd, Arnulf Rainer, Nam June Paik, Charlotte Posenenske, Andy Warhol … Jeder Ausstellung der Studiogalerie widmet das Museum Giersch ein Kabinett. Da sind zum Beispiel die auratisch-leuchtenden Gemälde des 1935 geborenen Künstlers Raimer Jochims. Ein Blickfang sind auch die flirrenden Farbdrucke von Rupprecht Geiger (1908-2009), die, obwohl abstrakt, an Landschaften und Sonnenuntergänge denken lassen.

 

Das zweite Obergeschoss ist einer Teilrekonstruktion der Ausstellung „Serielle Formationen“ vorbehalten, die 1967 in der Studiogalerie gezeigt wurde. Die vom Galeristen Paul Maenz und dem Künstler Peter Roehr kuratierte Schau brachte wichtige Vertreter der amerikanischen Minimal Art mit europäischen Positionen zusammen – insgesamt 50 Künstler! Ihr gemeinsamer Nenner ist der Einsatz von Reihungen, Wiederholung und Variationen. Manfred Großkinsky bezeichnet die Präsentation als „kunsthistorisches Highlight“ der Studiogalerie. (el)

 

Abb.: Jan Kubícek: Konkrete Kombination I, 1967, Acryl auf Leinwand, Privatbesitz, Foto: Martin Polák


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erstellt am 10.6.2015