11. März 2018 bis 28. Juni 2018 - Theater Bonn, Am Boeselagerhof 1, 53111 Bonn

Foto: Thilo Beu

ECHNATON

Oper in drei Akten von PHILIP GLASS 

Libretto vom Komponisten in Zusammenarbeit mit Shalom Goldman, Robert Israel und Richard Riddell sowie mit Originaltexten von Shalom Goldman
– in deutscher, ägyptischer, akkadischer und aramäischer Sprache –  

Zu den größten Erfolgen der Oper Bonn zwischen 2003 und 2013 gehörte zweifelsohne die Produktion von Philip Glass’ Oper SATYAGRAHA, des zweiten Werks der sogenannten Trilogy, einer Reihe von drei Portraitopern des US - amerikanischen Komponisten über Albert Einstein, Mahatma Gandhi und den schillernden ägyptischen Pharao. Jetzt knüpft die Oper Bonn an diesen Erfolg mit der Produktion von ECHNATON in der Regie von Laura Scozzi an.

Philip Glass, geboren 1937 in Baltimore, gilt als der führende Vertreter des musikalischen Minimalismus. Vor allem das asiatische Rhythmus- und Zeitverständnis beeindruckten ihn zutiefst. Seine Musik entwickelt Strukturen von sich ständig wiederholenden Tonfolgen. Anklänge an die indische Musik sind unüberhörbar.

Wie schon in den beiden vorangegangenen Werken EINSTEIN ON THE BEACH (1975)und SATYAGRAHA (1979) stellt der Komponist auch mit ECHNATON (1983) eine für die Entwicklung ihrer jeweiligen Epochen maßgebliche Gestalt ins Zentrum:

Philip Glass selbst hat seine Oper als „episodic-symbolic portrait“ bezeichnet. Der titelgebende Pharao schaffte im 14. vorchristlichen Jahrhundert die bis dahin geltende Vielgötterei ab und ersetzte sie durch einen monotheistischen Kult, der als einzige Gottheit die Sonnenscheibe Aton anerkannte. Seinen ursprünglichen Namen legte er ab und nannte sich „der Aton dient“ – Echnaton. Die Anhänger der neuen Religion wurden zu Bilderstürmern gegen das Alte.

Das Interesse der Regisseurin und Choreographin Laura Scozzi an der Oper galt von Anfang an der Verbindung von Monotheismus und Gewalt. Dabei liegt ihr Schwerpunkt auf dem Erzählen einer Geschichte. Mit Videoeinspielungen und Tanz richtet sie das Augenmerk der Zuschauer*innen auf übergeordnete Zusammenhänge. Durch klare und klug disponierte Vorgänge auf der Bühne, gelingt es ihr, die Musik hörbar zu machen. Und durch das Hinzufügen einer Parallelhandlung macht sie die Glass’sche Materialsammlung erlebbar. 

Weitere Informationen und Termine

Walter H. Krämer



erstellt am 10.6.2015