16. Februar 2018 bis 25. März 2018 - E-WERK, Galerie für Gegenwartskunst, Eschholzstr. 77, 79106 Freiburg

© Jaki Irvine/Friith Street Gallery

Nachtstücke – Von Verdrängtem, der Nacht und der Farbe Schwarz

Nachtstücke bringen das Dunkle mit sich, das ist nicht nur ein kunstgeschichtlicher Topos, sondern korreliert auch mit der Dichtung. So vereinte E.T.A. Hoffmann 1816/17 acht phantastische Geschichten unter diesem Titel.  „Nachtstücke“ ist auch die Überschrift einer Ausstellung dreier GegenwartskünstlerInnen, die sich „dunklen und unterdrückten Ereignissen“, „die schließlich ans Licht gekommen sind" zuwendet.

Im Fokus steht die „künstlerische Auseinandersetzung mit kollektiver Erinnerung an Kolonialismus und militanten Nationalismus und mit traumatischen persönlichen Erfahrungen.“
Nadia Lichtig stellt Sigmund Freuds Vorstellung des Unheimlichen in den Mittelpunkt ihres Interesses. Mit Fotografie und Text in fluoreszierender Tinte greift sie Berichte von traumatisierten Menschen auf, die sie seit 2007 sammelt. Jaki Irvines Installation „If the Ground Should Open“ macht den in der männlich dominierten Geschichtsschreibung ignorierten Aufstand der irischen Nationalistinnen 1916 sichtbar. Sie schrieb schon 2014 einen Roman zum Thema. Eine vielstimmige Klanglandschaft einer Dudelsackkomposition wird kontrastiert von Dialogen anglo-irischer Banker, die versuchten, ihre Fehler während der Bankenkrise zu vertuschen.

Theo Eshetu, Teilnehmer der documenta 14, erinnert in seiner Videoinstallation „The Slave Ship“ an die Geschichte der Sklaverei. Dabei nimmt er Bezug auf J. M. William Turners gleichnamiges Gemälde von 1840, das darstellt, wie der Kapitän Sklaven über Bord werfen lässt, um Versicherungsprämien zu ergaunern. Des Weiteren geht es dem Künstler um die Handelswege zwischen Nord und Süd und die Oceane als Friedhöfe der Sklaverei und Migration. (bick)

Weitere Information

Abb.:
Jaki Irvine, If the Ground Should Open, 2016, Installation, 8 channel HD video, black & white, Installationsansicht Frith Street Gallery London


erstellt am 10.6.2015