22. Juni 2017 bis 10. September 2017 - Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main

Odilon Redon, Pégase captif, 1889

Géricault bis Toulouse-Lautrec

Französische Lithografien des 19. Jahrhunderts


Das Städel Museum zeigt rund neunzig Lithografien aus der hauseigenen Graphischen Sammlung. Zuletzt wurden die kostbaren und lichtempfindlichen Blätter 1989 im Städel präsentiert. Inzwischen sind einige Neuerwerbungen hinzugekommen.

Die Schau macht die rasante künstlerische Weiterentwicklung der Lithografie im 19. Jahrhundert nachvollziehbar. Das älteste Blatt stammt aus dem Jahr 1818. Théodore Géricault stellt darauf Soldaten der napoleonischen Armee dar, die vom gescheiterten Russland-Feldzug zurückkehren. Francisco de Goya ist mit einer späten Lithografie aus dem Jahr 1825 vertreten. Sie zeigt eine Stierkampfszene in Bordeaux.

Eugène Delacroix gilt als Vertreter einer sinnlichen, düsteren Romantik. Das Städel zeigt unter anderem seine Illustrationen zu Shakespeares Dramen „Macbeth“ und „Hamlet“ sowie einige „Faust“-Lithografien aus den 1820er Jahren. In der Ausstellung begegnet man einer lithografischen Fassung von Édouard Manets berühmtem Gemälde „Die Hinrichtung Kaiser Maximilians“ sowie sechs weiteren Blättern Manets. Ins 20. Jahrhundert weisen die schon fast surrealistischen Lithografien von Odilon Redon.

 

Das letzte Ausstellungskapitel gilt der Farblithografie, die in den 1890er Jahren aufblühte. Der Kunsthändler Ambroise Vollard beauftragte vier Künstler der Gruppe „Nabis“, lithografische Mappenwerke anzufertigen. Das Städel zeigt Beispiele aus allen Mappen sowie die vollständige Folge von Edouard Vuillard, dessen Aufmerksamkeit Interieurs und Landschaften gilt. Der Rundgang endet mit sechs Farblithografien von Henri de Toulouse-Lautrec. (el)

Abb.: Odilon Redon (1840–1916), Pégase captif, 1889, Lithografie, 34 x 29,3 cm, Städel Museum, Frankfurt am Main, Foto: Städel Museum – ARTOTHEK


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erstellt am 10.6.2015