01. April 2017 - bundesweit

Francfort en français / Frankfurt auf Französisch

April 2017


Der Ehrengastauftritt Frankreichs auf der Frankfurter Buchmesse bildet zwar den Höhepunkt eines französischen Kulturjahrs in ganz Deutschland mit einem vielfältigen und spartenübergreifenden Programm, das gemeinsam mit dem Institut français Deutschland umgesetzt wird. Aber im gesamten Jahr 2017 werden mehr als 450 Veranstaltungen unter dem Label „Francfort en français / Frankfurt auf Französisch“  bundesweit stattfinden: Theater, aktuelle Musik, Bildende Kunst, Kino, Literaturbegegnungen und vieles mehr mit 250 beteiligten Künstlern und französischsprachigen Autoren. Vom 11. bis zum 15. Oktober 2017 ist Frankreich dann Ehrengast der 69. Frankfurter Buchmesse. Anders als vor 27 Jahren steht dann im Mittelpunkt des Ehrengastauftritts die französische Sprache und natürlich die französischsprachige Literatur.

 

April-Highlights

4. April 2017 Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität. Bad Homburg vor der Höhe, Am Wingertsberg 4

 

Prof. em. Gérald Chaix, der 2001 über „Die Reformation“ in Deutsche Erinnerungsorte geschrieben hat, bereitet gegenwärtig ein Buch über Martin Luther vor. Er referiert über „Luther in Frankreich und Luther in Deutschland. Nationale Erinnerungskulturen des 19./20. Jhs. im Vergleich. Einführung von Prof. Pierre Monnet (Direktor des Deutsch-Französischen Instituts für Geschichts- und Sozialwissenschaften Frankfurt).

Die lutherischen Gedächtnisfeiern – in Erinnerung an Luthers Thesen (1517), Geburt (1483) und Tod (1546) – haben die nationale Geschichtsschreibung und das kollektive Gedächtnis seit dem 19. Jahrhundert in Frankreich und in Deutschland immer wieder belebt. Die Entwicklung dieser umkämpften und pluralen Erinnerungskulturen deutet an, wie sich die Geschichtsschreibung im jeweiligen Land verändert hat. Der Vortrag möchte die Luther-Rezeptionen in Frankreich und Deutschland vergleichen und dabei die jeweiligen Eigentümlichkeiten wie auch die Gemeinsamkeiten herausarbeiten.

Anmeldung zur Veranstaltung unter:

 

Tanz

1. April 2017, Staatstheater, Mainz

Tanzmainz Festival #2

Honji Wang und Sébastien Ramirez: „Borderline“

Beim sogenannten „Rigging“ hängen die TänzerInnen an Seilen und erreichen so immer wieder einen Zustand der Schwerelosigkeit. Dabei entsteht ein faszinierender Tanzabend in der Luft und auf dem Boden. Ramirez und Wang Choreografie

 

Architektur

Bis 18. Mai 2017, Aedes Architecture Forum, Berlin

Architektur: Ausstellung von Jakob + MacFarlane, „Augmenting the Invisible“

Das interdisziplinäre und multikulturelle Architektur Studio, mit Sitz in Paris, ist eines der experimentellsten Büros. Gegründet wurde es 1997 von dem Franzosen Dominique Jakob und dem Neuseeländer Brendan MacFarlane.

Die Ausstellung präsentiert die erste monographische Arbeit von Jakob + MacFarlane in Deutschland. „Impressionismus“ – Eine Installation

 

Bis zum 29. April 2017, Architektur Galerie, Berlin

Unter dem Titel „Impressionismus” zeigt Jacques Ferrier in der Architektur Galerie Berlin eine optische Installation, die mit Licht und Farbe spielt. Sie ermöglicht dem Besucher eine feinfühlige Erfahrung, die der des neuen Gebäudes an der Seine gleicht. Die Scenografie dafür hat Pauline Marchetti entwickelt, gleichzeitig ist sie Autorin der in der Ausstellung gezeigten Filme.

 

3. April bis 7. April 2017, Literaturwoche des Institut français München

Im Institut français finden zahlreiche Veranstaltungen statt.: Lesungen, Diskussionen und Konzert.

 

3. April 2017, Literaturhaus München

Gespräch mit Alfred Grosser und Jaroslav Rudis

Alfred Grosser (*1925) bezeichnet sich selbst als in Deutschland „jüdisch geborener, mit dem Christentum geistig verbundener Atheist“, der 1933 mit seiner jüdischen Familie nach Frankreich emigrierte und sich de facto zu einer „französischen Identität“ bekennt. Tschechien, das Land des jungen Autors Jaroslav Rudiš, ist erst seit 2004 Mitglied der Europäischen Union. Gibt es dennoch eine europäische Identität, die beide teilen?

 

7. April 2017, Institut français München

Lesung der belgischen Autorin : Karine Lambert: „Und jetzt lasst uns tanzen“ „Eh bien, dansons maintenant!“ (aus dem Französischen von Pauline Kurbasik), mit tanzendem Abschluss und Konzert der Gruppe Bal de l'Éphémère

 

Veranstaltungsreihe: Fremde Freunde

Im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe stehen literarische Begegnungen bei denen ein deutscher Literat einen französischen Kollegen einlädt, der seinerseits einen dem deutschen Publikum noch wenig bekannten französischsprachigen Autor vorstellt.

 

5. April 2017, Literaturhaus München,

Ein Abend mit Albena Dimitrova, Hans Magnus Enzensberger und Hédi Kaddour

Was verbindet Frankreich und Deutschland? Was macht die Literatur beider Länder so spannend für den jeweiligen Nachbarn? Die Autorin Albena Dimitrova, geboren 1969 in Sofia, lebt in Paris und schreibt auf Französisch. Hans Magnus Enzensberger ist einer der einflussreichsten und bekanntesten deutschen Intellektuellen. Zusammen mit dem französischen Lyriker und Romancier Hédi Kaddour, geboren in Tunis, tauschen sie sich aus und lesen Passagen aus ihren Werken.

 

11. April 2017, Literaturhaus Hamburg

Lesung und Gespräch: Cécile Wajsbrot, Anne Weber und Shumona Sinha

Die Autorinnen Cécile Wajsbrot, Anne Weber und Shumona Sinha leben und schreiben zwischen den Sprachen. Sie lesen aus ihren aktuellen Romanen und Erzählungen und tauschen sich aus, über Leben und Literatur dies- und jenseits des Rheins.

 

26. April 2017, Akademie der Künste, Berlin

Abschlussveranstaltung der Reihe Fremde Freunde.

Literarisches Kolloquium: Mathias Enard, Marcel Beyer und Alice Zeniter

Der französische Prix-Goncourt-Preisträger Mathias Enard, der mit seinem Roman „Kompass“ gerade Aufsehen erregt hat, und der Büchner-Preisträger Marcel Beyer sind in die Akademie eingeladen. Mathias Enard hat sich die junge französische Autorin Alice Zeniter als Diskussionspartnerin ausgewählt. Beide Schriftsteller werden unter der Leitung des Moderators Gregor Dotzauer mit Alice Zeniter diskutieren.

 

8. April 2017, Frankfurt am Main

Performance: Deutsche Premiere „Parade der Maulwürfe“ von Philippe Quesne

Eine Rotte gigantischer Maulwürfe verlässt ihr vertrautes Biotop und begibt sich auf Entdeckungsreise durch Frankfurt. Mit penetranter Neugierde und hinlänglichem Verständnis für architektonische Attraktionen und kulturelle Sehenswürdigkeiten ziehen die Maulwürfe vom Roßmarkt aus durch die Innenstadt, um am Ende ihrer Parade im Mousonturm einen neuen Zufluchtsort zu finden. Das Künstlerhaus dient ihnen in den folgenden zwei Wochen als Basis, von der aus sie zu weiteren Exkursionen im Stadtraum aufbrechen.

 

20. April 2017, ZKM, Karlsruhe

Kuratorenführung: mit Philippe-Alain Michaud durch die Ausstellung „Beat Generation“, die erstmals einen Überblick über die literarische und künstlerische die Ende der 1940er Jahre entstandene Bewegung liefert. Wurden damals die „Beatniks“ als subversive Rebellen betrachtet, so werden sie heute als Akteure einer der wichtigsten kulturellen Richtungen des 20. Jahrhunderts wahrgenommen.

 

TANZWOCHE Dresden 

21. April und 23. April 2017, projekttheater, Dresden

„Héva“ von Soul City

Héva war eine Ikone im Widerstandskampf gegen die Sklaverei auf La Réunion.

Im Mittelpunkt steht der Tod Hévas und die Reaktion ihrer drei Töchter auf diesen Einschnitt im Leben: Wut, Ohnmacht, aber auch Stolz.

 

KRASS Kultur Crash Festival 2017

22. und 23. April 2017, Kampnagel, Hamburg

Daudi“ von Mickaël Phelippeau

Diese Choreografie war der Beginn der mittlerweile 15-teiligen Serie »Bi-Portrait«, die den Choreografen zu einem der wichtigsten Vertreter der Tanzszene in Frankreich machte.Angefangen hatte alles mit einer Begegnung zwischen dem Priester Jean-Yves Robert und dem Choreografen Mickaël Phelippeau, der ihn aufforderte, mit ihm zu tanzen. Es entstand ein zartes Geflecht aus persönlichen Anekdoten und gemeinsamer Bewegung.

 

22. April 2017, Berliner Ensemble

Szenische Lesung: „Die Rede an die Tiere“ von Valère Novarina

Die Texte Valère Novarinas sprengen Gattungsgrenzen. Sie sind ein inzwischen vierzig Jahre währender performativer Selbstversuch in einem exzessiven Schreibakt, der den Ansatz des automatischen Schreibens der Surrealisten bis zu einer letzten, von ihnen selbst gar nicht erdachten Konsequenz führt. Aus dem anarchischen Boden der Sprache erklingt diese REDE AN DIE TIERE als vielstimmiger labyrinthischer Selbstdialog.

 

24. April 2017, Institut français Bonn

Vorlesung von Prof. Dr. Wolfgang Braungart mit historisch-systematischen Überlegungen zu Hölderlin. Der Vortrag erläutert zunächst einige grundlegende Gedanken, die Hölderlin in dem Fragment „Über Religion“ formuliert und im sog. „Ältesten Systemprogramm des deutschen Idealismus“, an dem Hölderlin neben Schelling und Hegel zumindest auch beteiligt war, aufgreift. Er geht zudem auf Hölderlins berühmte Gedichte „Die Liebe“, „An die Parzen“ und „Andenken“ ein. Gezeigt werden soll, wie hier die Aufgabe des Dichters und der Dichtkunst in einer Weise neu bestimmt wird, die sich als Antwort auf Hölderlins eigene Frage „und wozu Dichter in dürftiger Zeit“ („Brod und Wein“) verstehen lässt, eine Antwort, die auch uns heute noch angeht

 

Die Welt nach Tiepolo: Europa

29. April 2017, Radialsystem V, Berlin

Konzert: Hugues Dufourt: „Die Welt nach Tiepolo für das Ensemble“ , Ensemble KNM Berlin, Ensemble KomboÏ

Wie Atlantis scheint das EUROPA Tiepolos auf der Reise zur Entdeckung fremder Kontinente zum Verschwinden verurteilt zu sein. Nur aus einer einzigen Perspektive heraus gibt sich EUROPA dem Blick des Besuchers der Residenz preis. Die kühle Distanziertheit der Figuren und der Prunk des EUROPA-Frieses hinterlassen heutzutage einen bitteren Nachgeschmack.

 

Redaktion: Petra Kammann


erstellt am 10.6.2015