Die Schreie schizophrener Bananen

Zwei neue krumme Texte von Heinrich Grün

I. Tractatus logico-bananicus

Fällt etwas, kann es eine Banane sein.

Die Banane ist durch die Tatsache bestimmt, dass alle Bananen Bananen sind.

Gäbe es keine Bananen, so würde, ob eine Banane Sinn hat, davon abhängen, ob eine andere Banane wahr ist.

Es wäre dann unmöglich, ein Bild der Banane zu entwerfen.

Zwei Bananen von der gleichen logischen Form sind von einander nur dadurch unterschieden, dass sie verschieden sind.

Das Bestehen und Nichtbestehen von Bananen ist die Wirklichkeit.

Die Gesamtheit der Bananen bestimmt auch, welche Bananen nicht bestehen.

Ich muss die Banane kauen, dann kenne ich sie.

Wovon man nicht bananen kann, darüber muss man schweigen.

Dank an L. W.

Banane

Aus dem Leben der Bananen

Nichts übertrifft die Eleganz einer Banane, die sich von Liane zu Liane schwingt.

Zu Goethes Lieblingswörtern gehörte: Bananenwimper.

Sehen Bananen junge Antilopen, erröten sie.

Zitronen sind protestantisch, Orangen katholisch, Bananen buddhistisch.

Die Betroffenheit in den Gesichtern von Bananen, die auf Bananenschalen ausgerutscht sind!

Das unheimlichste Dschungelgeräusch bei Nacht: die Schreie schizophrener Bananen.

Fällt Nebel auf Bananen, packt sie das Heimweh nach Friesland.

Heinrich Grün

erstellt am 24.9.2010