Ursula Krechel ist 2012 zweifach mit Preisen gewürdigt worden, im Juni erhielt die Lyrikerin den Orphil-Preis für Lyrik und im Herbst die Autorin den Deutschen Buchpreis für ihr aktuelles Werk „Landgericht“. Wer Ursula Krechel zuhört, spürt sofort den nüchternen, äußerst genauen Ton ihrer Sprache. Jedes Wort ist wohl überlegt. Beobachtungen gibt sie erst nach sorgfältiger Analyse preis, immer im Ringen um größtmögliche Authentizität. Gerade darum mag man sich ihr auch dann anvertrauen, wenn sie von heiklen historischen Ereignissen spricht, die zeitlich noch so nah sind, dass Narben besonders schmerzhaft brennen können. In „Landgericht“ spricht sie von der Zeit, als die Bundesrepublik ihren Anfang nahm. Nüchternes Aktenmaterial liegt ihren Recherchen zugrunde. Es gibt Aufschluss über eine Welt, in der Heimkehrende sehr selektiv willkommen geheißen wurden.

Audio-Mitschnitte

Ursula Krechel: »Landgericht«

Ursula Krechel liest aus ihrem Roman »Landgericht« | Text © Jung und Jung, Salzburg | Audio: Andrea Pollmeier, Redaktion Faust-Kultur

Denis Scheck spricht mit Ursula Krechel über den Roman »Landgericht« | DRUCKFRISCH | DAS ERSTE

Im Literaturhaus Frankfurt hatte Ursula Krechel im Oktober in ihrer präzisen Art Fragen der Moderatorin Maike Albath zu ihrem mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten Roman »Landgericht« beantwortet. Auszüge aus dem Gespräch hören Sie hier.

Der Titel »Landgericht« ist doppeldeutig:

Gegen Wände laufen:

Prinzipielles Misstrauen:

Das Dilemma der Kinder:

Die Härte, alles beweisen zu müssen:

AUDIOS © Andrea Pollmeier Faust-Kultur

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erstellt am 08.10.2012

Ursula Krechel, Foto: Alexander Paul Englert
Ursula Krechel, Foto: Alexander Paul Englert

Ursula Krechel wurde am 4.12.1947 in Trier geboren. Sie studierte Gemanistik, Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte. 1971 promovierte sie an der Universität Köln mit einer Arbeit über den Theaterkritiker Herbert Jhering. Sie war Theaterdramaturgin, arbeitete mit jugendlichen Untersuchungshäftlingen an Theaterprojekten und entschloss sich 1972 zu einer Existenz als freie Schriftstellerin. In regelmäßiger Folge erschienen zwölf Gedichtbände, erzählende Prosa, Essays, Theaterstücke und Hörspiele. Seit den achtziger Jahren hat Ursula Krechel vielfach als Gastprofessorin u.a. in England und den USA, gelehrt. 2012 erhielt sie den Orphil-Preis für Lyrik.

Ursula Krechel hat am 6. Juni 2012 den Lyrikpreis »Orphil« erhalten. Der Preis wurde erstmals von der Stadt Wiesbaden vergeben. Silke Scheuermann, die zur Jury gehörte, würdigt die Dichterin in ihrer Laudatio. *

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Ursula Krechel
Landgericht
Roman
Jung und Jung, 2012

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