Composition with RNZAF 3 squadron Exercise Blackbird for three-channel video installation from Alex Monteith on Vimeo.

Filmausschnitt

Kunst

Alex Monteith: Blackbird

Hubschrauber starten. Laute Maschinengeräusche, dazu durch Funkübertragung verzerrte Stimmen. Die Hubschrauber heben ab. Die Kameras sind an den Kufen der Hubschrauber befestigt und rückwärtig ausgerichtet. Sie zeigen jeweils ein ähnliches Bild: das erste die Landschaft mit zwei folgenden schwarzen Hubschraubern, das zweite die Landschaft mit einem folgenden Hubschrauber, das dritte Bild nur die Landschaft. Es geht über düster-neblige Hügel und Täler. Schneebedeckte Berge sind zu sehen, Wolken, Wälder, ein Tal mit kräftig orangefarbener Erde, ein Fluss. Keine Häuser, keine Menschen. Das Auge springt zwischen den drei Filmen hin und her, sucht die Unterschiede der perspektivischen Verschiebung. Es ist laut im Raum durch die Motorengeräusche, die verzerrten Stimmen vom Funkkanal. Die Motoren knattern. So muss sich der Vietnamkrieg angehört haben.

Ein Einbruch in eine Naturlandschaft findet hier statt. So haben wir uns Neuseeland nicht vorgestellt! Hier findet Gewalt statt, obwohl sie nicht zu sehen ist. Am Ende landen die Hubschrauber, ohne dass außer dem Flug über die unberührte Natur etwas geschehen ist. Wir waren Zeugen eines choreographierten, also höchst genau geplanten Hubschrauber-Balletts. Die Installation „Composition with RNZAF 3 Squadron Exercise Blackbird“ aus dem Jahre 2010 baut trotz ihrer Länge von 16 Minuten große Spannung auf und lässt den Betrachter aufgeregt und betroffen zurück.

Die Künstlerin Alex Monteith (*1977) mit offensichtlicher Leidenschaft für Geschwindigkeit (sie hat an Surf-Meisterschaften teilgenommen), wurde in Belfast, Nordirland, geboren und lebt seit ihrem 10. Lebensjahr in Neuseeland. Im Frankfurter Kunstverein zeigt sie zeitgleich in der Gruppenausstellung „Contact. Artists from Aotearoa/New Zealand“ einen Motorradfahrer, der, auf dem Hinterrad einen sogenannten „Wheely“ konstant haltend, auf die Kamera zu fährt, an ihr vorbeisaust und die Betrachter zurücklässt, als haben sie eine Fata Morgana erlebt.
Die raumgreifende 3-Kanal-Video-Installation im Frankfurter Museum für Moderne Kunst nimmt Bezug auf nach dem friedfertigen Singvogel benannte Übungen des neuseeländischen Militärs über die unberührten Southern Alps des Landes. Die Choreographie, die im Film zu sehen ist, wurde von der Künstlerin gemeinsam mit der Royal New Zealand Air Force entwickelt.

Isa Bickmann

erstellt am 08.10.2012

© Alex Monteith, 2012
© Alex Monteith, 2012

Die Ausstellung findet im Rahmen des Kulturprogramms des Gastlandes Neuseeland bei der Frankfurter Buchmesse 2012 statt.

5. Oktober – 25. November 2012

MMK Frankfurt