Ein Auszug aus der Team Tuschick Produktion

Laras Aufzeichnungen

Von Cia Torun und Jamal Tuschick

Hymen & Pride

Die Arbeit beginnt mit der Überlegung, einen Türken zu heiraten, um etwas ganz zu sein. Eine Braut, darauf kommen wir zurück. Ein Landsmann wird aufgetan, er rollt an mit Bagage, Lara brüht Blätter auf, schließlich war sie auf der Schauspielschule. Die Brautzitronenrolle gefällt ihr. Wäre das hier echt, hätte sie sich vorher ein fabrikneues Hymen einsetzen lassen. Der Bräutigam fasst seinen Job traditionell auf, er sitzt stoisch die Begutachtung ab. Die Väter plaudern aus ihren osmanischen Grundschulen. Die Güte des Tees könnten den Ausschlag geben. Leider heißt Lara nicht Gül oder Erbse oder sonst wie nach Gemüse. So was kann schon irritieren, beim Einkauf einer Jungfrau in diesem falschen Land. Die Party kommt nicht in die Gänge als historisches Rollenspiel, es hat keiner richtig Bock auf richtig türkisch oder meinetwegen auch kurdisch, exilkurdisch, assimiliert türkisch. Man könnte schlankweg alles sein, nur nicht deutsch. Deutsch geht überhaupt nicht, das ist als Idee schon eine Beleidigung. Lara hat ihren Kater zum Fest gebeten, böse war die Nacht im Voraus der Travestie gewesen. Wenn sie bloß noch wüsste, zu wem sie gesagt: „Wenn du mich nicht sofort mit mehr Einsatz fickst, dann sag ich meinem Freund im Gefängnis Bescheid. Der hat noch Freunde in Freiheit“.

In der Freiheit von Hanau und um Umgebung. Der Aushilfsficker aus dem Lager der Weißärsche war im Folgenden für nichts mehr zu gebrauchen gewesen. Vermutlich hieß er Timbjörn. Laras Lust war im Mitleid vergangen, sie konnte es überhaupt nicht haben, mit Männern Mitleid haben zu müssen. So war sie aufgestellt in der Freiheit von Hanau und Umgebung, voll cholerisch in der Peripherie. Es sei denn, es kam einer vorbei, der ihren Arsch nicht in Frage stellte und sie so fern wie Wächtersbach von jedem Gedanken aus Verstand wähnte. Das konnte prima sein, wenn einer sie von Herzen unbeseelt fand. Eine Niemand, eher noch weniger, die es nicht wert war, als Freundin erwogen zu werden, in dem tiefergelegten Rumpel einer Jugendeinrichtung. Die man einfach liegenließ, wenn abgespritzt zu Ende war. Wieder auferstehen würde sie in Erzählungen vielleicht als eine Bärin mit guten Titten, die für lau und ohne Verhandlungen sich vornehmen ließ. Eine Vergewaltigte aus freien Stücken: so konnte man es sehen als Terrorist oder doch eher noch als von der eigenen Verachtung terrorisierter Junge. Die Verachtung kam von Zuhause, sie war das Zuhause. Ich, du, wir, er, sie … es lernen Verachtung aus Verachtung. Dann lief sie ihm auch noch nach, wurde peinlich. Wollte mit diesem Orhan ins U 60 nach Frankfurt fahren in einer S 8. Sich an ihn schmiegen in der blöden Bahn voller Amis, kanakischer Mutanten und traumhafter Lichteinfälle. Für die letzten Biodeutschen war das eine Scheißsituation, so einzeln unter verkoksten Kickboxern, die alles und jeden nur territorial und konfrontativ erleben konnten. Die sich nicht einfach angucken lassen konnten wie schwelende Reaktorruinen als schwer interessante Attraktionen. Dem Orhan aus der Vorstadt von Nirgendwo wurde flau mit seiner Volksschule im Kopf. Sein Fotzenvokabular verfehlte den Ernst der Lage. Die Posse hatte sich schon zurückgezogen, vor seiner Syphilis im Arm. Andere wagten Anspielungen, sie hatten alle schon mal mit Lara wenigstens in der Welt als Wille und Vorstellung. Unter der Hauptwache verlor die Bahn das Volk, es entging ihr ins U 60, soweit die Tür es zuließ. Die Tür war so kanakisch wie die Warumischnichdietzenbacher aus Lämmerspiel, wenn man Ahnung hat von peripherer Geografie. Ein allseits gern gesehener Frühstücksdirektor stand über den Gewaltdarstellern in den Rollen ihres Lebens als bullige Entscheider. Lara rutschte unmittelbar auf der Schiene seines Wohlwollens in den Laden. Rutschte so durch ohne den Du-kommst-hier-nicht-rein-Orhan von eben, der auch nur zu hören kriegte, was die Schauspieler vor anderen Türen gelernt hatten.

Den Bräutigam fand Lara arm. Er saß da so stämmig, in seinem Aldianzug, was wusste er schon noch von der Vaterwelt. Er wusste noch nicht mal, dass er im Töchterland lebte. Die Mädchen machten Abitur, die Jungens rauchten ihre Gehirne farblos. Die Jungen waren Hippies geworden, weiche Männer, die immer weiter an die Religion der Schwänze glauben mussten, um wenigstens künstlich noch atmen zu können. Sie traten furchtbar gekünstelt auf, ihr Programm war geliehener Trash, von den Latinos, den Negern abgekuperter Barackenrap, ein Mist ohne Beispiel. Ihre Schwestern machten das Rennen. Der Bräutigam bewertete den Besuch als fehlgeschlagen, das kam durch die Blume an. Er würde eine Gül (Rose) kommen lassen bei Gelegenheit aus der Türkei, Lara war sicher, so würde es laufen und dann Ende Geländer mit Hiphop. Er hatte seinen Nuttentext ihr vorzuenthalten nicht fertig gebracht, in der Bescheidenheit seiner Ansichten. Alle hatten ihn vernommen, es war keine Jungfrau dabei gewesen. Alles Nutten außer Gül.

Damit hatte sich das mit türkischer Braut. Es gab kein Ganz in Laras Leben. Sie favorisierte runderneuerte Weißärsche im nächsten Durchgang. Unbehaarte Socken. Liebe Zeitgenossen. Kenner des guten Geschmacks sollten die sein, den schwarzen Menschen haushoch überlegen. So dachte Lara in ihrer Phase: schwarze Menschen, die schwarze Türkei, kara türkye … im Gegensatz zu der weißen Türkei, von der sie nichts wusste. Bürgerlich waren höchstens ihre Biodeutschfreunde, diese immerblauen Grasjunkies.

Ich klopfte mein Türkischsein in die Tonne, dachte ich jedenfalls. Türkisch war die Restekultur, die brauchte kein Mensch, dachte ich jedenfalls. Ich nahm meinen Spitznamen an, ich heiße fürwahr Dilara-Elin, so wie Annalena nur nicht zusammen. Ich entrüstete mich über die Unmöglichkeit, zu den Implodierten und ihrem Herrschaftswissen von der Kaffeeundkuchentafel wechseln zu können. Versuchsweise brachte ich mich um. Nachträglich ging ich zum Fachmann und pupste vor Langeweile, wie nach jedem Drama. Aus Protest holte ich die Kurdin aus dem Schrank, eine Kultur ohne Schatten folgte ihr. Meine Eltern hatten sich verborgen, ihre Sprache war verboten. Ich sollte keine verbotene Sprache lernen, für die Kassiber in den Folterarresten. Die Kurdin war nicht mehr als eine Vogelscheuche, die Istanbultürkisch sprach. Ich lernte, was tea baging bedeutet, kurdisch lernte ich nicht. Ich gab mich fürstlich aus, mit einem Stamm als Gefolgschaft. Ich erfand Karst, eine andere Sprache, eine Melodie in den Bäumen. Gebrannte Tabakgesichter gehörten dazu, eine veritable Hellbillymusik, dieser ganz besondere Kurdocountrysound, den Toten zu Ehren. Wenn ich überhaupt etwas verstand vom Herkunftsblues meiner Eltern, dann verstand ich ihn als Übersetzung einer verurteilten Kultur.

Es gab kein Spielzeug in der Abstammungsbox, nur vermeintliches Rüstzeug. Völlig blank, wähnte ich mich gewappnet. Mit den kurdischen Wimpeln meiner Fantasie räumte ich die Frankfurter Schlachtplatte mit viel Blutwurst ab. Mir wurde alles geglaubt, geklaut geht auch. Man betete meine Irrtümer an, mit soviel vorauseilender Unterwerfungsbereitschaft, das war schon anstrengend. Ich machte Ferien unter dem Gewicht von Typen, die ihre eigene Befreiungstheologie mit Eiweißpulver aufmischten. Akzeptiert wurden formidable Mädchenbrecher, für die es kein Problem war, in einem vollen Club zu reservieren. Sie funktionierten nur nachts. Sie machten keinen Unterschied zwischen kurdisch und Kuba. Vielleicht hielten sie kurdisch für einen Geburtsfehler, aber warum einer Schlampe damit kommen. Und dann allein ins Kino, in einen Fatih Akin zum Beispiel. Einen Tresen entlang einer Phalanx Weißärsche hob ich mir für den Schluss auf. Die pavianischen Vorträge in ihrem kompletten Kotz boten mir Gelegenheiten für Variationen von Selbstverleugnung.

Ich begab mich ohne Aussicht auf Verausgabung in die Binnenwirtschaft von Zeichen, in diese Welt der subkulturellen Anhängerschaft plus ihrer Drogen plus dem ausgesuchten Scherz plus der Möglichkeit diverser Haartönungen. Ich wollte überholten Punk auf meinen Körper schreiben, wollte meine WG-Wände abgeschmackt mit Dichtung bekünstlern und Bioleibchen tragen. Ich wollte die Schwerkraft von Haarlack in meinen geföhnten Spitzen spüren.

An den Wänden der Bahnhofsperipherie las Lara mit Vorliebe die Verstrickungen Pubertierender, festgehalten in schwarzer und roter Eddingschrift, ein Haltestellenalbum, gekennzeichnet mit Herzen und Hakenkreuzen. Der Regionalzug nach Frankfurt ließ sich im stillen in Vorfreude feiern und die Bahnhofsuhren und die im Rücken vorbeirollenden Autos und die dahin kurvenden Räder lieferten den Sound von Hainstadt kurz vor dem Verlassen des Landes dazu. Raucherabteile gab es da noch, Lara saß genüsslich und verlassen in leger verrenkter Lage in einem Vierer, rauchte selbstgedrehte Zigaretten, manchmal drehte sie Gras dazu. Die Fenster waren offen, der Zug durchbrach den Frühling, nahm Pollen und Samen im Fahrtwind mit und wühlte das offene Haar junger, blonder Frauen auf.

Zweifelhaftes Friseurwissen

Die Plattenbauten ihrer Kindheit stehen Spalier als Zeugen. Die unselige Zeugenschaft der Häuser ergibt ein Mosaik zur Erforschung von Hanau und Umgebung. Die Häuser erinnern an Schläge in den Vorgärten, diesen lieblosen Varianten richtiger Vorgärten, so richtig mit Gardinen und gebügelten Kindern. Schläge im Auto, gebraucht gekauft, verschlissene Mittelklasse, keine Hohlraumversiegelung, nur die Schläge hatte es in sich. Man durfte sich ducken, solange man nicht in eine Ausfahrt der Vermeidung glitt. Auf der langen Liste der Verbote stand der Jammer ganz oben. Wenn du jammerst, dann reicht deine Strafe nicht aus, dann muss nachgelegt und aufgestockt werden. Das hat mit Demütigung wenig zu tun. Die Mutter will nicht demütigen, sie steckt nur im Erfüllungsstress, beschämt von der Einsicht, ihre Freiheit in einem Übergangsheim abgegeben zu haben, beschämt von der Freiheit in dem Übergangsheim in der hessischen Provinz, einem Kontinent aus Arbeit, gleichgültiger Herabsetzung, aber noch mit dem vollen Haar des Kemalismus. Atatürk hatte die Türkei Europa entgegen gedreht, die Mutter war eine Nenntochter seiner Ideen. Die Religion war eine Dorfschuld, andere mochten sie im kurdischen Geburtsland abtragen. Die Mutter war in Istanbul aufgeschlagen und auf dem Umweg der weißen Kultur nach Deutschland gekommen, eine Gestreifte mit den kurzen Zehen der weiblichen Gebirgsergebenheit, aber dann doch eben noch in einer türkischen Stadt und in der Verkleidung der Assimilation heraufgebeten zu diesem zweifelhaften Friseurwissen, einem Vermutungswissen aus liegengebliebener Zeitungen. Sie war nicht aus dem Dorf nach Deutschland gekommen, das ist wichtig. Die Verachtung für ihr Geschlecht war übergelaufen zu der weißen Verachtung in ihrem Land, wenn man das Wort sehr grob anfasst. Denn ihr Land gab es nicht. Die Mutter hatte noch nicht einmal eine Vermutung von sich, alles, was sie annahm, zersetzte sich in einem Säurebad widersprüchlicher Informationen. Sie klammerte sich an das Türkischsein, mit dem Gefühl, sogar ihren Atem kaufen zu müssen mit irgendeiner Kniefälligkeit. Es gab sie nur als Magd zu einem geringen Preis. Und doch transferierte Istanbul genau so wie eine Bank Selbstbestimmungswissen auf ihr Konto. Ich weiß, Liebster, Selbstbestimmung gehört den Implodierten als Begriff aus dem Giftschrank der Mäßigung, aber was anderes beschreiben wir denn, als eine Implosion. Die Mutter kam an Geld mit so was Geringwertigem (nach den Gesetzen der Bergwelt) wie Arbeit.

In Deutschland funktionierte Arbeit noch besser als Geld. Die Frauen im Übergangsheim waren ledig. Sie bekochten sich wie Schwestern, ihre Freiheitsgewinne trockneten mit der Wäsche, so unscheinbar. Da war nichts Großes und selbst das Kleine war noch zu groß für jedes bekanntes Wort. Die Frauen beschwiegen ihr Erleben, wenn sie montagmorgens mit der letzten Kraft ihrer Jugend in die Fabrik einrückten und die Erschöpfungspausen auf dem Klo verlängerten. Bis wieder Freitag war, und man sich traf, tatsächlich mit Männern traf. Mit von Gelegenheiten geschulten Männern, ohne den Ballast einer drohenden Kultur und dem orientalischen Marienwunderwahn. Auch für diese Männer war alles besonders, aber in ihren betrügerischen Herzen war für besonders kein Platz. In ihrer Weise schlossen sie sich dem Nuttentext im Generalverdacht an, in der Montagsverhangenheit gab es keinen Unterschied zu schlecht. Die süßen Erwartungen gingen leer aus, sie fielen um wie Kegel auf einer scheppernden Bahn in Lämmerspiel oder Dietzenbach oder voll im Rodgau. Keine Aussicht auf einen Bund, aber das fistik kiz-Kapital, die Mädchenrendite, schon verbraucht. So zurück nach Istanbul, die Sechzigerjahre als Schundroman im Koffer. Auf dem Brutplatz ihres Ichs sind die deutschen Erfahrungen Konterbande. Ein türkischer Mann muss her wie aus heiterem Himmel, zur Tilgung der Ahnungsvermögens. In Deutschland hatte die Mutter kurz etwas Unlebbares erwogen, unlebbar nicht in irgendeiner Spielart der Verschiedenheit, unlebbar vielmehr im Rassismus der netten Nachbarn. Denen kam keine türkische Arbeiterin ans Bein als Bindung und ins Haus als Versuchsanstalt niemals. Anderenfalls wäre die Mutter nicht umgekehrt, auf dem Absatz ein Achselzucken als vorläufig letzten Schwung. Sie erwartete kein Schicksal in Istanbul, wenigstens eine Türkin wollte sie sein. Mehr nicht. Das ging nicht ohne Mann, er sollte sie mit ihrem Mut übernehmen. Damit hatte sich das mit dem Mut.

Hatte sich das damit? Das Kurdische hatte nicht gehalten, das Türkische hielt die Waage in der Mitte. In Deutschland war alles zu viel oder zu wenig gewesen und jeder Ratschlag drittklassig. Die Mutter hatte doch noch Mut, noch für eine neue Expedition auf dem Erwerbsstrom mit ihrem Scoutwissen. Die Mutter hatte sogar noch viel Mut. Sie war an dem Punkt angelangt, ein Heft ganz in die Hand zu nehmen und mit dem Begriffskram aus ihrem Kofferdasein etwas richtig zu machen. Dachte sie, schon verheiratet und mit dem Mann auf ihrem Weg zu den letzten hessischen Grenzposten vor Unterfranken. Die Schläge für Lara waren lange unterwegs gewesen, die Eltern hießen Erschöpfung mit Vor- und Enttäuschung mit Zunamen. Sie nannten sich auch Erziehung. Sie gehörten zum Lesen lernen und Klavier üben und warum bezahlen wir so teuer für Ballettunterricht, wenn der Schwanensee nicht als federleichte Angelegenheit von einer Zukunft angesteuert wird, die so gut wie deutsch ist dem Vernehmen nach, mit dem Abitur dann auch als Geburtsrecht.

Der deutsche Herrschaftstext

Jedes Kanakenmädchen hat eine beste, deutsche Freundin namens Sabine. Wahlweise Sabrina. Die kleine Sabine ist mit fünf schon bis in die Haarwurzeln implodiert. Sie will einen Hund, der aufs Wort hört. Sie kriegt so was flauschig Degeneriertes, um Verantwortung zu lernen. Sabine kann sehr böse werden, wenn Hundi nicht schnell genug Sitz macht. Sie ordnet ihrer Freude an der Dressur nichts Bestimmten zu.
Nur der Vater darf im Wohnzimmer furzen. Sabine pupst Flowers, aber auch nur auf dem Klo, unter ihrer persönlichen Bettdecke oder heimlich. Das Klo ist ein anderer Vorgarten. Die Erziehung zur Reinlichkeit verbindet Manipulation mit Liebe, der rabiate Gehorsamskurs meiner Lieben ist in diesem Haushalt außer Kraft gesetzt. Es wird am Einverständnis gearbeitet. Das Kind wird gezwungen, mit den Eltern einverstanden zu sein, es muss verstehen. Sabine ordnet ihre Kinderkammerkontingente nach den Gesetzen der Niedlichkeit, ich gucke zu. Die Niedlichkeit ist das Puppenkleid der Mäßigung. Eine handliche Heckenschere ist die Niedlichkeit auch.

Tote Schmetterlinge halten den Blondschopf zusammen, das Mädchenarrangement grenzt an Perfektion sowie an Natürlichkeit. Wie macht Sabine das immer nur? Meine Ausländersträhnen können sämtliche Produkte aus China nicht halten, sie wehren sich an mir schön auszusehen. Sabine braucht mich als tollkühne Ausländerin. Von ihr lerne ich richtig ein Käsebrot zu schmieren. Sie bringt mir das Schweinefleisch essen bei. Einmal gebe ich auf dem Schulhof Sabine ein Pide mit Butter und Sucuk drauf. Sie beißt skeptisch ab, quietscht das gute Pide aus. Mir ist zum Morden.

In deutschen Kinderzimmern ging Lara zur Schule. Es war nichts greifbarer für sie als ein Schokoriegel den man besser nicht auspackte. Weil er dick machte. Den Gezeiten der Bulimie stand die Flut noch bevor.

Perfektion ist eine Schwester der Scham. Sabrina sucht in dieser Paarung die Vollendung. Ich will mich nicht schämen, untypisch wie nur sonst was für ein Türkenkind mit weiblicher Beschriftung. Ich zettele Aufstände an gegen die Scham, ganz allein. Die Scham ernährt die Schuld nämlich, woher weiß ich das denn? Zum Glück und untypisch wie nur sonst was kann ich keine Schuld annehmen auf meinem Planeten stellt mir die Schuld niemand zu. (Ich schwänze sämtliche Schuldeinimpfungstermine.)

Kommentare


peter - ( 09-10-2013 06:42:42 )
So eine verschwendung Des Papiers....
Schämen sollte Sie sich So ein buch zu veröffentlichen
Es gibt Wichtigeres im Leben.
Sie ist nur RuhmGeil

Svetlana - ( 11-08-2012 01:06:19 )
Aus reiner Neugier lasse ich jedes einznlee Wort dieses Satzes durch Autokf6rrekt laufen, Mal sehen, was dabei rauskommt:AGdA Retf6rn nomnomnom Lachsfleisch Du Jugendmedienschutzstaatsvertrag Elena vielleicht ein anderes Wort deine Mudda siehe oben deine Mudda Autokf6rrekt Lachsfleisch, Mispelzweig siehe oben, Web 2.0 deine Mudda Retf6rnt.Spannend.

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erstellt am 15.7.2012

Cia Torun

Cia Torun kam in den 1980iger Jahren in das Spiel der schwankenden Verhältnisse am Main. Aufgewachsen im Dunst von Hanau, wurde unweigerlich Frankfurt zu ihrer Stadt der Offenbarungen. Texas Tuschick begegnete sie zuerst in der Post-Omenzeit, die im U60311 labyrinthisch stattfand. Die erste literarische Kollaboration zog sich unter dem Titel „So saftig bedacht” auf der Achse Frankfurt – Istanbul quer durch Europa. Vermutlich wird das Buch zuerst auf türkisch erscheinen. Das sollte den Blick nicht trüben: für massive Apfelwein- Nordend- und Burgkomponenten, ohne die keine Team Tuschick Produktion das Freigabe-Okay bekäme.