Das halbe Wort

Alkimos Sartoros

Buchmesse 2011. Alkimos Sartoros sitzt am Stand des Größenwahn-Verlages. Er sieht ein wenig schüchtern aus. Er liest aus seiner Erzählung „Niko“ vor. Abends: Wir sitzen nebeneinander in der Griechischen Gemeinde Frankfurts, in Bockenheim, scheinen beide etwas deplatziert zu sein. Griechische Wurzeln. Perfektes Deutsch. Sicher besser als unser Griechisch. Trotzdem. Dreht sich „Niko“ tatsächlich um diese Thematik „Heimat/Fremde“, entfernt er sich in den anderen Texten sehr von diesen griechischen Wurzeln. „gegen descartes und größenwahn / aber dingdingding“ ist so ›weltmännisch deutsch‹ wie ein Text es nur sein kann: Es zeigt den jungen Mann, der westlich sozialisiert wurde, viel von der Welt gesehen hat. Er ist ein Journalist – und dieser spezielle Blick auf die Welt scheint noch mehr Einfluss auf sein literarisches Schreiben zu haben als seine Herkunft. Jannis Plastargias

gegen descartes und größenwahn / aber dingdingding

also, neununddreißigsiebzigimminus und
auf der titelseite
wir finden die gutt, und
auf der straße die kleine demnächst-schlampe mit
hochnase, augen in der fensterscheibe, spieglein,
spieglein, aber darum geht`s
gar nicht, she is
attending sake trinken @, wer
liest eigentlich noch, wenn alle schreiben, wer
hört überhaupt noch, wenn alle reden
zu.
und wieder auf, weiter
geht`s, nach dem abitur war ich
ein jahr in australien und dann hab ich
medienkommunikation angefangen und mein ausland
semester in madrid war großartig, und ich hab auch
bei taff ein praktikum gemacht und dann meine
bachelorarbeit, ich hab geschrieben, geschrieben
…geschrieben, dass ich mich sehr freuen würde, dich wiederzusehn.
und neununddreißigsiebzigimminus dabei
reise ich ja gern, ich komm
bloß nie dazu, aber
jetzt mal im ernst
ich denke, also
höre ich stimmen, stimmen,
ich bin, und
höre stimmen, stimmen,
innen
außen,
stimmen
stimmen,
and i'm walking on sunshine und
der kleine zeiger auf der sieben und
der große zeiger auf der zwölf und
auch nach protest kann man die uhr stellen und
gemacht wird, was machbar ist, und
ich bin stimme
(stimme)
und neunundreißigsiebzigimminus.

Niko

Ein kleiner Junge steht im seichten Wasser der Lagune. Sein Blick ist glasig, der Mund steht offen, die Haare fallen ihm in die Stirn. Er schreit. Am Horizont zieht ein Schiff vorbei. Dann, plötzlich erwachend, dreht er sich um, hüpft, nein, platscht auf einem Bein Richtung Strand, lässt sich in den Sand sinken. Schmerz durchflutet ihn. Er blickt auf seinen Fuß hinab, Verwunderung spiegelt sich jetzt in seinem Gesicht. Es ist ja nur ein Krebs, ein Krebs, der sich festgezwickt hat, es ist ja nichts passiert. Mit acht Jahren hat er das Land, den Schmerz vergessen, er ist lebensvoll, er fährt mit seinem Fahrrad in der Siedlung umher, die Spielstraße hinauf und hinunter. Vor ihm fährt einer und hinter ihm fährt einer und neben ihm fährt einer. Die Häuser stehen nebeneinander, die Vorgärten sind geharkt. Hier gibt es kein Wasser.
Eines Nachmittags kniet er in seinem Zimmer auf dem Teppich, vor ihm Bauklötze, Räuber, Ritter. Er baut eine Burg, er baut eine Mauer. Eine Stimme ruft von der Tür herein. Wir müssen gehen. Die Mauer bleibt baufällig zurück. In der neuen Stadt, der neuen Schule, ist er der Deutsche. Er versteht es nicht. – Sie wohnen in einer kleinen Wohnung in der Großstadt. Er läuft durch die Straßen, zwischen den Häuser-schluchten; Straßenlaternen, Autos, Motorräder,
Hupen. Wind weht. Füße laufen an ihm vorbei, Arme stoßen ihn zur Seite.
Etwas Schweres legt sich auf seine Zunge. Mit neunzehn Jahren bricht er auf, fährt mit dem Bus durchs Land. Beim Einsteigen drängeln sich Männer, Frauen die wenigen Stufen hinauf. Innen ist es heiß, geöffnete Hemden, Hände, die sich mit Heften Luft zufächeln, Hände, die Mobiltelefone an Ohren halten, Geschrei. Eine Stimme sagt, dies sei unerträglich. Er blickt aus dem Fenster. „Das stimmt”, murmelt er.
Das Land spricht mit vielen Stimmen.
Der Afrikaner am Strand: Hey brother, you like CD?
Der alte Mann im Kafenion: Vor allem anderen bin ich Grieche. Die Gestalt auf der Strandpromenade, schwarze Sonnenbrille, offenes weißes Hemd über den Lenker des Motorrades gebeugt, spricht nicht. Der Polizist bläst in seine Trillerpfeife. Der zerknitterte Mann in der Großstadt will ihn nicht verstehen.
Er kehrt zur Lagune zurück. Das Wasser rührt sich nicht. Er läuft die breite Dorfstraße entlang, die kannte er, an der Ecke der Friedhof, auch den kannte er, die Wege entrollen sich vor ihm, er sieht sie, doch sie passen nicht. Er geht in ein Geschäft. Ob dies der Weg nach M. sei? Der Verkäufer sieht ihn an, warum grinste er? Warum antwortete er nicht, sah ihm nur ein, zwei, drei, elf Sekunden lang in die Augen? Schließlich hebt er den Arm, deutet in eine Richtung, wendet sich ab.
Er folgt dem Weg, etwas geht hinter ihm, drückt ihm ins Genick. Die sanfte, alte Frau erkennt ihn.
Έλα μέσα, komm herein. Vorne die Straße, hinten das gedrungene Haus zwischen Büschen und Sträuchern, sie in der Tür.
Έλα μέσα, Νίκο.
Jetzt sitzt er auf einer abgewetzten braunen Couch, trinkt Tee aus einer kleinen Tasse.
Er erzählt von Deutschland. Er erinnert sich kaum daran. Kein schönes Land, aber ein gutes.
Wie er dort leben wolle, ohne Luft, ohne Wasser, ohne Himmel.
Er antwortet. Sie kann es nachvollziehen, verstehen kann sie es nicht. Er blickt aus dem Fenster, im Garten blühen Lilien und Orchideen. Weiter weiß sie nichts. Sie freut sich, dass er da ist. Auf der Rückfahrt lehnt er sich tief in den Sitz zurück. Die Städte, Dörfer, Lichter, er sieht sie, die Jahre sind vorbei, in denen sie nicht bei ihm waren. Er blickt aus dem Fenster. Er weiß jetzt, was er tun muss.

Auszug aus: „Xenos in Griechenland: Erzählungen deutschsprachiger Immigranten“, Ute Petkakis (Herausgeber), Größenwahn Verlag, Frankfurt, Oktober 2011, 251 Seiten

Söling

„Es ist sieben Uhr. Harrisburg. Der Leiter der Finanzbehörde des US Bundesstaats Pennsylvania, Budd Dwyer, ist tot. Dwyer, dem wegen Korruption und verschiedener weiterer Vergehen eine langjährige Haftstrafe drohte, erschoss sich während einer Pressekonferenz vor laufenden Kameras…”

Der hagere Mann dreht sich zum Rand des Bettes und schaltet das Radio aus. Er starrt an die Wand. Sie ist grau. Schon wieder einer tot. Es war keine Wahl, keine freie Entscheidung. Es musste etwas passieren. Er steht auf, geht ins Badezimmer, putzt sich die Zähne, blickt in den blinden Spiegel. Beim Frühstück sitzt er in sich gekehrt, starrt bloß auf seinen Teller. Was denn los sei, will einer wissen. Er sei doch sonst nicht so schweigsam.
Was er denn habe?
„Ich will mein Zimmer rosa streichen.” Söling blickt auf. „Alle vier Wände, das wäre doch gemütlich, das wäre doch schön.”
Gelächter antwortet ihm. „Du bist ja verrückt.” Das war doch eine Schwachsinnsidee. Und überhaupt sei das doch gar nicht zu machen, er solle doch einmal nachdenken. Wenn das außerdem jemand Falsches sähe. Rosa sei doch eine bescheuerte Farbe. Wieso nicht schwarz? Den Rest hört Söling nicht mehr. Er blickt auf seinen Teller hinab.
„Ich werde mein Zimmer rosa streichen.” –

„Es ist sieben Uhr. Johannesburg. Der Anführer des bewaffneten Flügels der südafrikanischen ANC-Partei, Nelson Mandela, wurde aus der Haft entlassen. Nach siebenundzwanzig Jahren in Gefangenschaft verließ er das Victor-Vester-Gefängnis in Paarl, in der Nähe von Kapstadt, als freier Mann…”

Der bleiche Mann dreht sich zum Rand des Bettes und schaltet das Radio aus. Er starrt an die Wand. Sie ist grau. Vielleicht war diese Art des Überlebens noch obszöner. Vor dem Fenster singen Vögel. Er steht auf, geht ins Badezimmer, putzt sich die Zähne, blickt in den blinden Spiegel. Beim Frühstück fehlt ihm der Appetit. Er zwingt ein paar Bissen hinunter. Er arbeitet in der Bibliothek. Er sortiert neue Bücher ein, es sind wenige. Er
beschriftet Karteikarten, staubt die Regale ab. Später fährt er mit einem Karren zwischen ihnen entlang. Sein Blick sucht die Reihen ab. Am Nachmittag spielt er Basketball. Er spielt nicht gerne, Sport war Krieg ohne Waffen, gewalttätig, aber man musste fit bleiben. Die anderen genießen es, er läuft zwischen ihnen her. Einer ruft „träum nicht!”, aber erst am Abend in seinem Bett träumt er. –

„Es ist sieben Uhr. Köln. Die Rote Armee Fraktion hat sich aufgelöst. Bei der Nachrichtenagentur Reuters ging ein achtseitiges Schreiben ein, in dem die terroristische Vereinigung nach knapp achtundzwanzig Jahren bewaffneten Kampfes ihre Selbstauflösung verkündet. Experten schätzen das Schreiben als authentisch ein…”

Der gedrückte Mann dreht sich zum Rand des Bettes und schaltet das Radio aus. Er starrt an die Wand. Sie ist grau. Sie hatten ohnehin den falschen Kampf geführt. Er steht auf, geht ins Badezimmer, putzt sich die Zähne, blickt in den blinden Spiegel. Beim Frühstück ist er aufgeräumt, gestikuliert, lacht beim geringsten Anlass.
Den Rest des Tages arbeitet er tüchtig, in der Bibliothek bindet er beschädigte Bücher, stöbert verräumte auf, hat für jeden Besucher ein freundliches Wort. Was denn eigentlich aus seiner Schnapsidee geworden sei,
will einer wissen, der mit den rosa Wänden. Söling antwortet nicht. Wie konnte der davon etwas wissen? Er hat es selbst fast vergessen. Aber jetzt überfällt ihn wieder Aufregung. War es eine Möglichkeit? Und blieb ihm überhaupt etwas anderes übrig? Am Abend nimmt er eine Bibel aus der Bibliothek mit. Er liest bis spät in die Nacht. Schließlich legt er sie in seine Nachttischschublade. –

„Es ist sieben Uhr. Moskau. Während seines Antrittsbesuchs beim russischen Präsidenten Boris Jelzin betonte Bundeskanzler Gerhard Schröder…”

Die Hand des zornigen Mannes saust auf das Radio herab. Er starrt an die Wand. Sie ist grau. Furchtbar war das. Unerträglich. Er steht auf, geht ins Badezimmer, putzt sich die Zähne, blickt in den blinden Spiegel. Beim Frühstück haut er mit dem Löffel in die Haferflocken hinein, Körner stieben nach links, nach rechts, er biegt den Oberkörper nach hinten, nach vorn. Er hat versucht, rosa Farbe aufzutreiben. Nichts zu machen an diesem gottverlassenen Ort, so scheint es. Vom Nachbartisch blicken ihn lauernde Augen an.
Nach dem Frühstück geht er in die Kirche. Er war noch nie zuvor dort. Der Christus am Kreuz ragt hoch auf. Der Priester wogt ihm entgegen. Wie schön es sei, ihn hier zu sehen. Er freue sich darüber, ihn in der kleinen Gemeinde begrüßen zu dürfen.
„Mal sehen”, murmelt Söling.
Die Worte der Predigt verhallen. Auf dem Rückweg geht er in der Wäscherei vorbei, fragt nach einem rosa
Bettlaken. Man werde sehen, was man tun könne. –

„Es ist sieben Uhr. Berlin. Vitali Klitschko ist nicht länger Boxweltmeister. Nach einer Serie von siebenundzwanzig Siegen ohne Niederlage verlor er überraschend den Schwergewichtstitel des WBO-Verbandes an den USAmerikaner Chris Byrd. Klitschko gab nach der neunten Runde wegen einer Schulterverletzung vorzeitig auf. Zu diesem Zeitpunkt hatte er auf den Punktzetteln sämtlicher Kampfrichter klar vorne gelegen. US-Kommentatoren warfen ihm mangelnden Kampfgeist vor…”

Der gebeugte Mann dreht sich zum Rand des Bettes und schaltet das Radio aus. Er starrt an die Wand. Sie ist grau. Freiwillig kämpfen, für Berühmtheit und Geld. Eine grauenvolle Verkehrung sämtlicher Gegebenheiten. Krank. Und vom Kampfgeist brauchte man gar nicht erst anfangen. Er steht auf, geht ins Badezimmer, putzt sich die Zähne, blickt in den blinden Spiegel. Beim Frühstück sitzen alle um ihn herum zusammengesunken, dumpfen trüb vor sich hin, die Münder mahlen Haferflocken, schmecken nichts, die Augen blicken in die Ferne, sehen nichts. Söling versucht, sie aufzumuntern.
In der Bibliothek steht er einsam. Niemand kommt. Draußen regnet es, er steht drinnen. Er wandert umher, blättert in den Regalen. Niemand kommt. Am Abend nimmt er ein schmales rotes Buch mit sich, auf dem Titelbild rollt ein kleiner Mensch einen Stein bergauf. Er liest bis spät in die Nacht. Schließlich legt er es in seine Nachttischschublade.

„Es ist sieben Uhr. Dubai. Der Burj Khalifa ist offiziell das höchste Gebäude der Welt. Nach sechs Jahren Bauzeit wurde der 828 Meter hohe Turm gestern im Beisein von…”

Der verfallene Mann wälzt sich zum Rand des Bettes und schaltet das Radio aus. Er starrt an die Wand. Sie ist grau. Welch eine verwilderte Selbsterhaltung. Er hat alles versucht; Anträge ausgefüllt, sich mit den Zuständigen herumgestritten, es hat alles nichts gebracht. Sie wird grau bleiben. Er stemmt sich hoch, schleppt sich ins Badezimmer, spült sich den Mund mit Wasser aus. Den blinden Spiegel sieht er nicht. Beim Frühstück starrt er sein Besteck an; eine Schüssel, ein rostiger Löffel. Wofür waren die zu gebrauchen? Am Nebentisch schüttelt einer den Kopf. In die Bibliothek geht er heute nicht. –

Jetzt sitzt er in seinem Zimmer, über den Schreibtisch gebeugt, vor ihm ein Blatt Briefpapier, er schreibt mit zusammengepressten Lippen. Draußen ist es dunkel. Die Buchstaben verschwimmen. Tränen treten in seine Augen, er blinzelt sie weg. In der Nacht wälzt er sich von einer Seite auf die andere.
Der Empfänger liest den Brief mit kaltem Blick. Er blickt zu der verhuschten Gestalt neben ihm, schüttelt den Kopf, wendet sich ab.
Zwei Tage später klopft es an Sölings Tür.
„Es tut mir leid, alter Freund.”
Der Mann in der grauen Uniform drückt ihm einen geöffneten Umschlag in die Hand. Das Gesuch war abgelehnt. Dann dreht sich der graue Mann um, nickt ihm noch einmal zu und schließt die Tür hinter sich. Draußen auf dem Flur schlurfen zerknitterte Gestalten umher. Einer ruft, sie sollen verschwinden. Alle gehorchen. Söling starrt an die graue Wand. Noch einmal lebenslänglich. –

„…Zum Wetter. Tagsüber bedeckt mit leichtem Regen. Gegen Nachmittag klart es in der Südhälfte leicht auf. Die Temperaturen liegen zwischen acht und elf Grad. Nachts ist stellenweise noch mit Frost zu rechnen. Es ist acht Uhr und fünf Minuten…”

„Söling, mach doch endlich dein verdammtes Radio aus! Was ist denn los?”
Einer hämmert an die Tür.
Einer öffnet sie.
Einer tritt ins Zimmer.
Es ist in trübes Licht getaucht. Draußen wird es hell.
Vor dem Fenster hängt ein lebloser Körper, um seinen Hals ein Bettlaken, es ist rosa.

kleines lied vom konsum

auf einmal stand er zwischen gläsernen vitrinen, und
in den auslagen: lederbrieftaschen, goldene uhren, diamantbesetzte kugelschreiber und
revolution!
schmeiß die scheiben ein!
verteil den plunder unter obdachlosen!
aber was macht sie eigentlich so wertvoll, diese stifte, sie sind so klein und wirklich
nützlich sind sie nicht, essbar auch nicht, weshalb
würde ein mensch so viel geld für sie bezahlen? und
was ist eigentlich die natur
von eigentum, wodurch erkenne ich,
dass diese Stifte – 670$ – dem pausbäckigen menschen vor mir gehören?, und
in wenigen Minuten, wer ist zeuge dieser vermachung, schon mir?
aber dies
ist ein wirklich schöner stift, schwarze
hülle, silberne kappe, satte
schrift aus weicher mine, und
wie ausbalanciert er in der hand liegt:
the art of writing,
the art of writing, aber
du gehörst hier gar nicht her, der
verkäufer, hätten sie gern ein glas wein?, er kann es sehen, und
seine angestellte, was für ein wohlgeformter hintern und ein architekturstudium in berlin, und
dann sowas, kann es sehen, und
revolution!
schmeiß die scheiben ein!
verteil den plunder unter obdachlosen!
aber
würden sie gern mit karte zahlen?

traurigkeit

heute kam mich eine traurigkeit besuchen, ungesehen
schlüpfte sie zur tür herein, als ich schlief, ich
hatte sie nicht hereingebeten, als ich aufwachte
saß sie auf meiner bettkante,
sie war ganz
bleich, nur ihre konturen glänzten im gegenlicht, ihr
gewebe verdeckte die sonne, bleib
doch noch ein wenig, sagte ich, und
drehte mich auf die andere seite.

erstellt am 30.5.2012

Alkimos Sartoros
Alkimos Sartoros

Alkimos Sartoros wurde 1984 in Düsseldorf geboren und wuchs in Ratingen, Erkrath und im griechischen Messolongi auf. Er studierte Literatur-, Musik- und Politikwissenschaft in Tübingen und Houston, Texas. Als freier Journalist schrieb er über gesellschaftliche und (kultur-)politische Themen für Zeitungen: Rheinische Post, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadt-Anzeiger, Das Parlament, Stuttgarter Zeitung und er berichtete aus dem Iran. Seit Anfang 2012 arbeitet er für die Deutsche Presse-Agentur in Hamburg. Beim Größenwahn Verlag Frankfurt am Main ist seine Kurzgeschichte »Niko« in der Anthologie »Xenos in Griechenland« erschienen.