Konzert | Ausstellung | Lesung | Gespräch | Theater | 1. August 2017 - bundesweit

Francfort en français / Frankfurt auf Französisch

August 2017


Der Ehrengastauftritt Frankreichs auf der Frankfurter Buchmesse bildet zwar den Höhepunkt eines französischen Kulturjahrs in ganz Deutschland mit einem vielfältigen und spartenübergreifenden Programm, das gemeinsam mit dem Institut français Deutschland umgesetzt wird. Aber im gesamten Jahr 2017 werden mehr als 350 Veranstaltungen unter dem Label „Francfort en français / Frankfurt auf Französisch“ bundesweit stattfinden: Theater, aktuelle Musik, Bildende Kunst, Kino, Literaturbegegnungen und vieles mehr mit 250 beteiligten Künstlern und französischsprachigen Autoren. Vom 11. bis zum 15. Oktober 2017 ist Frankreich dann Ehrengast der 69. Frankfurter Buchmesse. Anders als vor 27 Jahren steht dann im Mittelpunkt des Ehrengastauftritts die französische Sprache und natürlich die französischsprachige Literatur.

 

→ Details


Lesung | 17. August 2017 19:00 Uhr - Deutsche Nationalbibliothek, Adickesallee 1, 60322 Frankfurt am Main

Hermann Kesten

Zu Hause im 20. Jahrhundert – Hermann Kesten

Hermann Kesten (1900–1996) war eine Jahrhundertgestalt. Der Freund Erich Kästners, Joseph Roths und Ernst Tollers, Autor, Herausgeber und Cheflektor beim Verlag Kiepenheuer in Berlin emigrierte bereits kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 nach Paris. 1940 gelang ihm die Weiterflucht in die USA.

Hermann Kesten kehrte 1953 dauerhaft nach Europa zurück, in Deutschland ließ er sich jedoch nicht mehr nieder. Er war ein gewichtiger Akteur der bundesdeutschen Nachkriegsliteratur und verfasste zahlreiche Romane, Erzählungen und Essays. Mit Albert M. Debrunners Biografie liegt nun die erste zusammenhängende Darstellung von Kestens Leben vor.

→ Details


Lesung | Gespräch | 17. August 2017 19:30 Uhr - Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main

Abb.: weissbooks.w

Nachrichten aus dem gelobten Land

Bei der Soirée werden die gesammelten Briefe der Anuta Sakheim aus Tel Aviv an ihren Sohn in New York vorgestellt: „Nachrichten aus dem gelobten Land“ – Dokumente einer Liebe in finsteren Zeiten, entstanden nach der Flucht aus Deutschland im Jahr 1933.

Die Moderation des Abends übernimmt Lisa Straßberger von der Katholischen Akademie Rabanus Maurus. Mitgestalten werden den Abend aber auch Marion Tiedtke (Chefdramaturgin Schauspiel Frankfurt), Alice von Lindenau (Schauspielerin) sowie DW Dreysse von der Initiative 9. November.

 

→ Details


Lesung | 18. August 2017 20:00 Uhr - Brentano-Bad (Haupteingang Rödelheimer Parkweg), Frankfurt am Main

Tilman Spreckelsen

Tilman Spreckelsen: Der Nordseeschwur

Der FAZ-Redakteur Tilman Spreckelsen liest im Frankfurter Brentano-Bad aus seinem neuen Theodor-Storm-Krimi „Der Nordseeschwur“.

Der Sturm der Freiheit bricht sich Bahn – zum großen Sängerfest strömen Tausende 1844 nach Bredstedt bei Husum. Aber Rechtsanwalt Theodor Storm und sein Schreiber Peter Söt wissen, dass dort gefährliche politische Reden gehalten werden. Über die erbitterten Kontroversen zwischen Deutschen, Dänen und Friesen berichten Spitzel bis nach Kopenhagen, Wien und Berlin. Dann, mitten auf dem Fest, ein Mord. Wer ist darin verstrickt – etwa auch Theodor Storm selbst?

 

→ Details


Symposium | 20. August 2017 13:30 Uhr - Museum Judengasse, Battonnstraße 47, Frankfurt am Main

Demo gegen Börneplatz-Bebauung

Der Börneplatz-Konflikt 1987 revisited

Mit Micha Brumlik, Joseph Cronin, Tobias Freimüller, Nikolaus Hirsch, Salomon Korn und Cilly Kugelmann


Die archäologischen Funde am Frankfurter Börneplatz lösten 1987 eine Auseinandersetzung aus, in der erstmals in der Bundesrepublik heftig darum gestritten wurde, wie nach dem Holocaust mit Zeugnissen jüdischer Geschichte umzugehen sei. Es ging um die Deutung der Ruinen des ersten jüdischen Ghettos in Europa: Waren sie eher Zeugnisse eines Schutzraumes für die Juden oder ihrer Ausgrenzung? Sollte Geschichte im Museum „entsorgt“ werden? Führte ein direkter Weg von den frühneuzeitlichen zu den nationalsozialistischen Ghettos?

Das Symposium hat das Ziel, 30 Jahre nach dem Konflikt Streitpunkte neu zu bewerten und zur Diskussion zu stellen. Vorgesehen sind Runden zu ausgewählten Schwerpunktthemen, die jeweils durch ein Impulsreferat eingeleitet werden. Den Abschluss bildet eine Diskussion zwischen Prof. Dr. Salomon Korn und Prof. Dr. Micha Brumlik, die beide an der Debatte von 1987 teilnahmen.

 

→ Details


Lesung | 25. August 2017 19:00 Uhr - Evangelische Kirche Hochstadt, Hauptstr.4, 63477 Maintal

Maren Kames

7. Hochstädter Lyriknacht

Die Hochstädter Lyriknacht in Erinnerung an Horst Bingel gibt es seit 2010. Mehrere namhafte Lyriker, aber auch jugendliche Debütanten stellen ihre Gedichte vor. Die Lesungen werden von Musik begleitet, und in der Pause bleibt bei einem kleinen Imbiss ausreichend Zeit für Gespräche.

Es lesen: Michael Buselmeier, Carolin Callies, Maren Kames, José F. A. Oliver, Alexander Pfeiffer, Lisa Goldschmidt und Louisa Arndt. Harry Oberländer moderiert.

 

→ Details


Lesung | 5. September 2017 20:00 Uhr - Schlosskeller, Residenzschloss, Marktplatz 15, 64283 Darmstadt

Aussiedler 2.0: Alexandra Tobor liest

In den 1980er Jahren kamen etwa eine Million Aussiedler aus Polen in die Bundesrepublik, um ein neues Leben anzufangen. Alexandra Tobor, geboren 1981, verbrachte ihre ersten acht Lebensjahre in Polen, bevor sie mit ihrer Familie nach Deutschland aussiedelte. In ihren Romanen „Sitzen vier Polen im Auto“ und „Minigolf Paradiso“, aus denen Tobor lesen wird, erzählt sie einerseits witzig und einfühlsam die abenteuerliche Geschichte ihrer eigenen Familie, die versucht, in Deutschland Fuß zu fassen, und andererseits die schräge Geschichte einer Familienzusammenführung auf Abwegen.

→ Details


Lesung | Gespräch | 7. September 2017 20:00 Uhr - Studio 1 im Mousonturm, Waldschmidtstraße 4, Frankfurt a. M.

Eva Demski

Eva Demski: Den Koffer trag ich selber. Erinnerungen

„Der Tod war für uns Kinder ein guter Bekannter“ heißt es an einer Stelle in Eva Demskis „Erinnerungen“. Und es hätte schlechtere Entscheidungen geben können als jene, ausgerechnet ihn in den Kreis der Vertrauten aufzunehmen: Im Laufe ihres Lebens kreuzt der Tod den Weg der Autorin mit Regelmäßigkeit und wird zum roten Faden. Eva Demski schreibt vom Sterben ihrer Eltern, ihres Mannes, von Abschieden von Freunden und Wegbegleitern, berührend und mit der ihr eigenen spöttischen Zärtlichkeit.

 

→ Details


Lesung | Gespräch | 10. Oktober 2017 20:00 Uhr - Hessisches Literaturforum, Waldschmidtstr. 4, Frankfurt a. M.

Alban Nikolai Herbst

Alban Nikolai Herbst: Meere

2003 erscheint Alban Nikolai Herbsts Künstler- und Liebesroman „Meere“. Er schildert darin die Amour Fou zwischen dem Bildhauer Fichte und der deutlich jüngeren Irene. Es ist eine Beziehung, die von Grenzüberschreitungen gezeichnet ist. Kurz nach dem Erscheinen wird das Buch verboten, eine ehemalige Lebensgefährtin Herbsts hatte geklagt. Vierzehn Jahre später erscheint das Buch doch wieder in seiner ursprünglichen Form, nachdem 2008 zunächst eine gekürzte Version publiziert worden war. Es ist an der Zeit, den Roman noch einmal in seiner Urfassung vorzustellen.

 

→ Details


Ausstellung | 1. Juni 2017 bis 27. August 2017 - Frankfurter Kunstverein, Markt 44, 60311 Frankfurt am Main

© Melanie Bonajo

Melanie Bonajo: Single Mother Songs from the End of Nature

Die 1978 geborene niederländische Künstlerin Melanie Bonajo hat den Frankfurter Kunstverein in eine psychedelische Landschaft verwandelt. In fünf aufwendig gestalteten Räumen nimmt der Besucher auf mitunter plüschigen Sitzgelegenheiten Platz, um Bonajos Videofilme zu sehen. Der Ausstellungsbesuch erfordert Zeit. Fast alle Filme sind länger als dreißig Minuten.

Der Film „Economy of Love“ ist in eine pinkfarben schimmernde Höhle integriert. Junge New Yorker Amateur-Sexarbeiterinnen erzählen darin von unkonventionellen Liebespraktiken und ihrer Einstellung zum Körper. Bild und Tonspur gehen dabei zuweilen getrennte Wege. So sieht man eine Gruppe von sieben nackten Männern und Frauen, die sich schrittweise übereinander legen. Ihre Körper sind angemalt. Zusammen bilden sie schließlich einen Regenbogen.

 

→ Details


Ausstellung | 25. Juli 2017 bis 27. August 2017 - Museum Giersch, Schaumainkai 83, Frankfurt am Main

© Laura J. Padgett

Laura J. Padgett: Somehow Real

Die Fotografin Laura J. Padgett, 1958 im US-Bundesstaat Massachusetts geboren, lebt seit mehreren Jahrzehnten in Deutschland. Sie erhält nun den Marielies-Hess-Kunstpreis, der seit 2011 alle zwei Jahre vergeben wird. Aus diesem Anlass zeigt das Museum Giersch der Goethe-Universität unter dem Titel „Somehow Real“ vier fotografische Serien und zwei Filme der Frankfurter Künstlerin.

In ihren Fotografien erweist sich Padgett als präzise Beobachterin mit einem Blick für Details und Stimmungen. Was zunächst wie ein Schnappschuss wirken könnte, ist, so Laura J. Padgett, „wohlbedacht“. Oft setzt sie Gebäude und Stadtlandschaften ins Bild.

Im Juli 2005 erhielt Laura J. Padgett Zugang zum Wohn- und Atelierhaus des Schweizer Architekten Peter Zumthor. Sie machte zahlreiche analoge Innen- und Außenaufnahmen des von Zumthor selbst entworfenen Hauses. Von Januar 2010 bis Januar 2012 begleitete Laura J. Padgett den Umbau und die unterirdische Erweiterung des Städels. Zum Frankfurter Museum hat Padgett eine besondere Beziehung: „Das Städel kenne ich, seit ich Anfang der achtziger Jahre nach Deutschland kam.“ (el)

 

→ Details


Tanz | 29. August 2017 bis 2. September 2017 - Alte Oper, Opernplatz, Frankfurt am Main

© Andrew Eccles

Alvin Ailey American Dance Theater

Täglich vom 29. August bis 2. September 2017

 

Seit seiner Gründung Ende der fünfziger Jahre in New York hat das Alvin Ailey American Dance Theater das moderne Tanztheater geprägt. Denn der Tänzer und Choreograph Alvin Ailey (1931-1989) hatte von Anfang an programmatisch amerikanische Rhythmen mit schwarzen Inhalten und schwarze Rhythmen mit amerikanischen Inhalten verbunden und in seinen Stücken die schwarze Erfahrung in Amerika für ein breites, allgemeines Publikum nachvollziehbar gemacht. Bis heute greifen die Choreographien dieser mehrheitlich schwarzen Tanzkompanie auf Elemente der schwarzen Tradition zurück und pflegt das expressiv-narrative Ballett ihres Gründers.

 

→ Details


Ausstellung | 30. Juli 2017 bis 3. September 2017 - Parkanlage Bürgerhaus Mörfelden, Blumenstr./Ecke Parkstr.

Felix Rombach, Portal, 2011

20. Skulpturenpark Mörfelden-Walldorf

In diesem Jahr stehen Künstler und Künstlerinnen einer zumeist jüngeren Generation – Absolventen und Studierende der renommierten Akademien und Hochschulen in Frankfurt (Städelschule), Offenbach (HfG), Düsseldorf, Karlsruhe und Nürnberg – im Zentrum der Open-Air-Skulpturenschau. Zu entdecken sind zehn Positionen der Skulptur, Plastik, Installation und Objektkunst von Jules Andrieu, Lars Karl Becker, Merja Herzog-Hellstén, Isabell Hofmann, Peter Müller, Emilia Neumann, Marco Poblete Young, Felix Rombach, Waldemar Scheck und Lukas Sünder.

→ Details


Ausstellung | 10. Juni 2017 bis 10. September 2017 - Kunstmuseum Basel

Otto Freundlich: Kosmischer Kommunismus

10. Juni bis 10. September 2017

Die erste Station dieser Retrospektive war das Kölner Museum Ludwig, das überaus gute Kritiken dafür einheimsen konnte, denn die gelungene Ausstellung konnte einen tiefen Einblick in das Werk dieses ungewöhnlichen Abstrakten bieten, der, obwohl er mit den wichtigsten Künstlern seiner Zeit bekannt war, stets seinen eigenen Weg ging. Seit 1924 in Paris lebend wurde Otto Freundlich, geb. 1878, zuerst als Deutscher in Frankreich interniert, dann 1943 von den Nazis in einem Transport von 1000 Juden deportiert und vermutlich am 9. März im KZ Lublin-Majdanek ermordet. Als „entartet“ diskreditiert setzte das Regime 1937 die Skulptur „Großer Kopf“ auf dem Titelblatt des Ausstellungsführers zur Propagandaschau „Entartete Kunst“. Bei der Vorbereitung der Retrospektive wurde durch Fotovergleich festgestellt, dass auf der Tour der Kopf durch eine negativ überzeichnete Skulptur ersetzt worden war. Seine leuchtend farbigen Gemälde und Gouachen haben zum Glück diese hässliche Zeit überlebt und lohnen eine intensive Betrachtung.

→ Details


Ausstellung | 22. Juni 2017 bis 10. September 2017 - Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main

Odilon Redon, Pégase captif, 1889

Géricault bis Toulouse-Lautrec

Französische Lithografien des 19. Jahrhunderts


Das Städel Museum zeigt rund neunzig Lithografien aus der hauseigenen Graphischen Sammlung. Zuletzt wurden die kostbaren und lichtempfindlichen Blätter 1989 im Städel präsentiert. Inzwischen sind einige Neuerwerbungen hinzugekommen.

Die Schau macht die rasante künstlerische Weiterentwicklung der Lithografie im 19. Jahrhundert nachvollziehbar. Das älteste Blatt stammt aus dem Jahr 1818. Théodore Géricault stellt darauf Soldaten der napoleonischen Armee dar, die vom gescheiterten Russland-Feldzug zurückkehren. Francisco de Goya ist mit einer späten Lithografie aus dem Jahr 1825 vertreten. Sie zeigt eine Stierkampfszene in Bordeaux.

Eugène Delacroix gilt als Vertreter einer sinnlichen, düsteren Romantik. Das Städel zeigt unter anderem seine Illustrationen zu Shakespeares Dramen „Macbeth“ und „Hamlet“ sowie einige „Faust“-Lithografien aus den 1820er Jahren. In der Ausstellung begegnet man einer lithografischen Fassung von Édouard Manets berühmtem Gemälde „Die Hinrichtung Kaiser Maximilians“ sowie sechs weiteren Blättern Manets. Ins 20. Jahrhundert weisen die schon fast surrealistischen Lithografien von Odilon Redon.

 

→ Details


erstellt am 09.9.2010