FAUST-GESPRÄCH MIT JOHN RALSTON SAUL

Denkmuster der Vergangenheit

Der kanadische Autor und ehemalige Präsident des PEN International John Ralston Saul warnt vor einem negativen Nationalismus, der als Reaktion auf eine fehlgeleitete Globalisierung wiederkehrt. Das Nationalstaatsdenken der Kolonialzeit sei nicht überwunden, sondern noch immer Teil der intellektuellen Architektur Europas. Über das Wechselspiel von Demokratieverlust und Globalisierung, überkommene Denkmuster in der Europäischen Union und Elemente erfolgreicher Immigrationspolitik äußert sich Saul in einem Faust-Gespräch. mehr

Gespräch mit Sami al Hajj

Selbst die Wärter waren Gefangene

Im Januar vor genau zehn Jahren landete das erste Flugzeug mit Häftlingen in Guantanamo Bay. Seitdem wurden 779 Menschen ohne Anklage festgehalten, 171 von ihnen sind noch in Haft. Der Sudanese Sami al Hajj kam vor vier Jahren frei, nahm seine Arbeit bei Al Jazeera wieder auf und gründete das „Guantanamo Justice Centre”. Warum Guantanamo-Geschichten nicht mit der Freilassung enden und er sich dennoch glücklich schätzt, erzählte er Stephanie Doetzer in Doha. mehr

Faust-Gespräch mit Olga Martynova

Nicht im Komsomol

In ihren Gedichten fiel schon mal ein finsterer Tschetschene in unrasierten Schlaf, und ein Russe gab seinem Panzer Hafer. Eine Eule, die durch den nächtlichen Wald flog, vergaß, was sie wusste, als sie im Baumloch saß. Selbst der Kakadu hatte alle Sprachen vergessen. Sonst aber evozieren ihre Strophen Wahrnehmungen, die unsere Vernunft nicht anerkennt. Die in Frankfurt lebende russische Lyrikerin Olga Martynova hat mit ihrer Poesie die Ahnung bestätigt, dass zwischen Himmel und Erde etwas für uns Wesentliches existiert, von dem wir bestenfalls träumen können. Nun bringt sie das Spielerische ins Spiel. mehr

Faust-Gespräch mit dem Übersetzer Hanns Grössel

»Phantastisch zu spüren, wie mein Gedicht wächst«

Kurz nach der Verleihung des Literaturnobelpreises 2011 war es schwer geworden, Gedichtbände von Tomas Tranströmer zu bekommen. Im Nu waren die vorhandenen ausverkauft. Ist er bis dahin ein Dichter der Dichter gewesen? Wird er jetzt auch von den Lesern wahrgenommen? Auskünfte über Arbeitsweise und die Bedeutung Tranströmers gibt der Übersetzer Hanns Grössel, der sämtliche Gedichte des schwedischen Poeten in Deutsche gebracht hat. mehr

Faust-Gespräch mit Anita Djafari

Die Bestenliste »Weltempfänger«

Frankfurt ist weltweit vernetzt: nicht nur via Flughafen, ICE-Sprinter und Mega-Internet-Knoten. Als Instrument der Weltverbundenheit einzigartig ist auch die in Frankfurt ansässige Gesellschaft litprom. Im Windschatten der Buchmesse wurde sie vor drei Jahrzehnten gegründet, um Literatur aus Asien, Afrika und Lateinamerika bekannt zu machen. Eines ihrer Leuchtzeichen ist die Bestenliste Weltempfänger. In Kooperation mit einem bundesweiten Jurorennetzwerk filtert dieses Team in vierteljährlichem Rhythmus die Literatur der Welt. Faust-Kultur führte ein Gespräch mit Anita Djafari, der Geschäftsleiterin von litprom. mehr

Faust-Gespräch mit Nino Haratischwili

Nichts darf künstlich wirken

Nino Haratischwili ist ein Ausnahmetalent. Ihr Debütroman »Juja« hat 2010 sogleich die Longlist des Deutschen Buchpreises erobert, im selben Jahr erhielt sie den Chamisso-Förderpreis. Zwölf Theaterstücke sind bereits von der 1983 in Tiflis (Georgien) geborenen Autorin im Verlag der Autoren erschienen. Ihr neuer Roman »Mein sanfter Zwilling« ist zum besten Buch der unabhängigen Verlage 2011 gekürt worden. Wer Nino Haratischwilis kraftvolle Schaffenslinie betrachtet, ist von ihrer Produktivität beeindruckt. Die 28-jährige Autorin kam mit zwölf Jahren erstmals nach Deutschland, lernte Deutsch und schreibt nun ungebremst in dieser Sprache. mehr

Autorengespräch

Alban Nikolai Herbst und Stefanie Zweig

Ist es nicht bizarr, wenn man ein Land wieder mit aufbaut, dessen Zerstörung nicht zuletzt auch eine Folge des furchtbaren Unheils gewesen ist, das einen selbst getroffen hat? – Alban Nicolai Herbst stellt im Autorengespräch Fragen an Stefanie Zweig, die ihr Roman, der dritte Teils ihrer Sternberg-Saga, Heimkehr in die Rothschildallee wach gerufen haben. »Wer Ihr Buch liest, Frau Zweig, der wird nie wieder durch das Frankfurt am Main gehen, an das er gewöhnt ist.« mehr

Gespräch mit Peter Kurzeck

Ein eigenartiges Bett, die RAF…

Noch ehe Peter Kurzeck mir gegenüber Platz nahm, war das geplante Interview schon vorbei. Der Gesprächsleitfaden, die vielen Zitate und Verweise, die ich herausgesucht hatte und die sich in einem erodierenden Zettelhaufen auf meinem Küchentisch stapelten – ich vergaß sie. Kurzeck war meiner Einladung gefolgt, er hatte sich bereit erklärt zu einem Interview, doch kam ich kaum dazu, ihm eine Frage zu stellen. Eineinhalb Stunden redet er, auf Stichworte hin, oder sie ignorierend, von einem mächtigen Wortstrom davongetragen. Ich konnte und wollte das Gespräch nicht lenken, denn Schlafwandler, so heißt es, soll man nicht wecken. So ließ ich ihn denn reden, meinerseits gefangen von diesem eigentümlichen »Kurzeck-Sound«. Achim Stanislawski mehr

Faust-Gespräch mit Oleg Jurjew

Ich bin eher der andere

Oleg Jurjew lebt in Rufweite vom Frankfurter Zoo. Hier entstehen die Werke, für die ihm zum Beispiel 2010 der Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil zugesprochen worden ist. Über seine Art des Schreibens, den besonderen Ton des Lyrikers und über Reminiszenzen an seine Geburtsstadt, das damalige Leningrad, spricht der Literaturwissenschaftler und Komponist akusmatischer Stücke Bernd Leukert mit dem Autor. mehr

Faust-Gespräch mit Thomas Rosenlöcher

Ich bin ein »Randstädt’«

Für Thomas Rosenlöcher hat die Zeit der Wanderjahre begonnen. Als Stadtschreiber in Bergen-Enkheim verbrachte er fast ein Jahr fern von Dresden in der Nähe von Apfelbaumwiesen und Mainmetropole. Er suchte bewusst diesen Kontrast und – wie nur wenige Autoren vor ihm – die Nähe zu den Bürgern. Nachdenkliche Kritik und einen nüchternen Blick auf den Zeitenwandel nach der Wende prägen seine lyrischen Beiträge. Ein Interview von Andrea Pollmeier, Audiomitschnitte aus seiner letzten Lesung und seine Stadtschreiber-Rede finden sie hier. mehr

Faust-Gespräch mit Vanessa F. Fogel

Deutsch-jüdische Identitätssuche

Vanessa F. Fogel lernte ich bei einer Lesung in Frankfurt kennen. Ein älterer Zuhörer konnte es kaum abwarten, selbst von eigenen, traumatischen Erlebnissen sprechen zu dürfen. Die Geschichte der 29-jährigen Autorin schien ihm »nicht der Rede wert«. Diese Übermacht der Vergangenheit begleitet die Enkel-Generation auf Schritt und Tritt. Wie entwickelt sich mit dieser Prägung eine eigene Identität? Offen beschreibt die Autorin einen steinigen Weg. mehr

Faust-Gespräch mit Silke Scheuermann

Tourist in eigener Sache

Es klingt paradox: Künstler, Touristen, Expatriots – sie alle suchen die Nähe exotischer Kulturen und schirmen sich zugleich so stark ab, dass Einflüsse von außen keinesfalls eindringen können. In ihrem Roman »Shanghai Performance« zeichnet Silke Scheuermann ein zeitkritisches Bild dieser globalisierten Lebensweisen. mehr

Faust-Gespräch mit Zsuzsa Bánk

Dynamik des Dreiecks

Ausgangspunkt ihrer Erzählung ist Kirchblüt, ein wohl geordnetes Dorf nahe Heidelberg, in dem eine aus Ungarn geflohene Artistenfamilie in den 60er Jahren eine neue Heimat sucht. Faszination und Irritation, die von diesen Neuankömmlingen ausgehen, hat Zsuzsa Bánk in ihrem Roman »Die hellen Tage« eingefangen. In dem für die Autorin charakteristischen, schwebenden Ton erzählt sie die Beziehungsgeschichte von drei Kindern und drei Müttern, begleitet deren Erwachsen- bzw. Älter-Werden über drei Jahrzehnte hinweg. mehr

Faust-Gespräch mit Auður Ava Ólafsdóttir

»One of a kind«

Das Buch der isländischen Autorin Auður Ava Ólafsdóttir ist aus Schichten komponiert, die wie bei einem Gemälde dicht übereinander liegen. Der erste Blick zeigt einen jungen Mann auf Reisen. Das romantische Bild ist jedoch mit einem bitteren Unterton grundiert. Hartnäckig schimmert durch die sanften Farben das gesellschaftskritische Statement der Autorin gegen Neo-Wikinger, unterschätzte Väter und das Aussterben bedrohter Sprachen. mehr

Gespräch mit Franketienne

Eine Flaschenpost im Meer

Franketienne, geboren 1936 in Artibonite, ist der bedeutendste, in Haiti lebende Autor. Im März 2010 wurde er zum UNESCO Künstler für den Frieden ernannt. Franketienne gilt als Multitalent. Er wirkt als Dichter, Dramaturg, Maler und Schuldirektor und war 1988 kurzfristig Kulturminister. Für sein in französischer und kreolischer Sprache erschienenes Gesamtwerk erhielt er 2004 den Pablo Neruda Preis. Mit Franketienne sprach Andrea Pollmeier. mehr

Kurzgespräch mit Liao Yiwu

Gedächtnisvakuum

Nicht nur das offizielle China meidet die Erinnerung an die Unruhen, die die Demokratiebewegung in China vor mehr als zwanzig Jahren ausgelöst haben. In einem Faust-Interview, das Liao Yiwu am 20. Oktober 2010 im Literaturhaus Frankfurt führte, macht Liao Yiwu deutlich, dass sich teilweise auch deutsche Sinologen der offiziellen Verdrängungslinie angepasst haben. Tienchi Martin-Liao hat Liao Yiwus Antworten übersetzt. mehr

Gespräch mit Eckhard Henscheid

Vom Sinnlichkeitsvorreiter zur Sushibar-Begeisterung

Jürgen Roth führte das Gespräch mit Eckhard Henscheid 2006 im Frankfurter Dichterviertel. Es könnte aber auch 2018 geführt worden sein, weshalb Faust-Kultur es anlässlich des siebzigsten Geburtstags des bedeutenden Schriftstellers und Mitbegründers der Neuen Frankfurter Schule veröffentlicht. mehr

erstellt am 01.1.2035

Faust-Gespräch mit Mansura Eseddin

Die Bedeutung der Nischen

Während die ägyptische Autorin Mansura Eseddin ihre erste Lesereise durch Deutschland macht, eskalieren in Kairo die gewaltsamen Unruhen auf dem Tahrir-Platz. Die Autorin und Journalistin ist Teil der Freiheitsbewegung, mit ihren politischen Analysen hat sie sich auch in deutschsprachigen Medien einen Namen gemacht. Im Faust-Gespräch spricht Mansura Eseddin über die Lage der etwa 12.000 Personen, die seit dem Frühjahr unter der Militärregierung inhaftiert worden sind. Außerdem berichtet sie vom Missbrauch der Sprache, von Folter und Angst, aber auch von den unterschiedlichen Freiheitsbildern arabischer Frauen. mehr

FAUST-GESPRÄCH MIT Gerhard Ruiss

Ich habe es nicht für möglich gehalten

Die aragonesische Königinwitwe, Margarete von Prades, hat ihm als Dank für seine Sangeskunst goldene Ringe in den Bart eingeflochten, und in Paris schenkte ihm Königin Isabeau für seine Performance einen Diamanten. Oswald von Wolkenstein, Kriegerpoet in einer Tradition, die mit Archilochos beginnt, war der Superstar seiner Zeit. Und er war viel mehr. Der Singer/Songwriter des frühen 15. Jahrhunderts war ein empfindsamer und wagemutiger Dichter, der seine Zeit in bündige Worte gefasst hat. Gerhard Ruiss hat seine Lieder und Gedichte neu übertragen. Ein Gespräch mit ihm, beider Texte und eine Buchbesprechung finden sich hier

Faust-Gespräch mit Rotraut De Clerck

Lucian Freud – Malerei ohne Feigenblatt

Die Frankfurter Psychoanalytikerin Rotraut De Clerck beschäftigt sich seit über zwanzig Jahren mit dem Werk des britischen Malers Lucian Freud, der im Alter von 88 Jahren in seinem Londoner Atelier gestorben ist. Über Freuds »durchlässigen Zugang zum Unbewussten«, Schnittstellen mit dem Werk des Großvaters Sigmund Freud und die Abgrenzung zu pornografischen Zuweisungen spricht sie im Faust-Interview. mehr

Faust-Gespräch mit Alan Duff

Von »zero to hero«

Der neuseeländische Autor Alan Duff zählt heute zu den bekanntesten Autoren seiner Heimat. Sein erster Roman »Warriors«, der die soziale Not der Maori in ergreifender Intensität sichtbar macht, wurde von der nationalen Kritik zunächst tot geschwiegen. Erst die Verfilmung des Buches löste eine Flut von Debatten und Initiativen aus. Sein Werdegang habe von ›zero to hero‹ geführt, erzählt er im Interview mit Andrea Pollmeier. mehr

Faust-Gespräch mit Peter Iden und Karlheinz Braun

Theater und Wirklichkeit

Das Theater führte sie zusammen: Peter Iden, einst Feuilletonleiter der Frankfurter Rundschau, Karlheinz Braun, Mitgründer und bis 2003 Geschäftsführer des Verlags der Autoren. Gemeinsam leiteten sie das Frankfurter experimenta-Festival 1-5, in dessen Rahmen Peter Handkes »Publikumsbeschimpfungen« uraufgeführt wurde. Gemeinsam verantworteten sie auch das Theaterprogramm der documenta 5 in Kassel. Beobachtend und eingreifend sind Peter Iden und Karlheinz Braun selbst Teil der deutschsprachigen Theatergeschichte. mehr

Faust-Video-Gespräch mit Kettly Mars

Wahlen in Haiti?

Die haitianische Autorin Kettly Mars, die nach dem Erdbeben vom 12. Januar in der Zeit über die akutelle Situation der Bevölkerung berichtet hat, warnte bereits im Oktober vor der Durchführung der am 28. November 2010 stattfindenden Wahlen. Sie kritisiert die internationale Gemeinschaft und die haitianische Regierung. Beide verfolgten zu sehr eigene Interessen, fürchteten Unruhen und versuchten, von den in Aussicht gestellten Wiederaufbau-Gelder zu profitieren, während sich an der dramatischen Lage der Bevölkerung wenig ändere. mehr

Faust-Video-Gespräch mit Doron Rabinovici

Die Mythen der Herkunft

Die Literaturkritikerin Stefana Sabin spricht mit dem Schriftsteller Doron Rabinovici über seinen Roman »Andernorts«, der für den Deutschen Buchpreis nominiert war. mehr

Faust-Video-Gespräch mit Lola Arias

Mein Leben danach

Die argentinische Regisseurin Lola Arias hat in der europäischen Theaterszene mit interdisziplinären Projekten zu Zeitgeistthemen auf sich aufmerksam gemacht hat. Parallel zum Gastlandschwerpunkt Argentinien der Frankfurter Buchmesse hat Lola Arias im Frankfurter Mousonturm »Mi Vida Despuès« aufgeführt. Im Gespräch mit Andrea Pollmeier erläutert sie die bis heute spürbaren Folgen der Militärdiktatur für das Leben ihrer Generation. mehr

Faust-Gespräch mit Friedhelm Hengsbach

Getriebene der Märkte

Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach SJ zählt zu den führenden Sozialethikern Deutschlands. Von 1992 bis 2006 leitete er das Nell-Breuning-Institut für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main. Die Wirtschaftsjournalistin Dagmar Rees sprach mit ihm über die Finanzkrise und ihre Folgen. mehr

Faust-Gespräch mit Herfried Münkler

»Politik braucht Mythen«

Politik und Politiker in Deutschland entfremden sich offenbar immer stärker von »ihrem Volk«. Für den Politikwissenschaftler Herfried Münkler liegt dies auch daran, dass Deutschland das Land der kühlen Realpolitik sei. Nachhaltige Emotionen würden von den Mächtigen meist gescheut und schon gar nicht geschürt. Dabei brauche eine Gesellschaft Mythen und große politische Erzählungen, die rühren und bewegen. Ohne sie verliere der Staat die Bindung zum Bürger. mehr

Gespräch mit Hamid Dabashi

»Die Idee der Demokratie wird neu definiert«

Hamid Dabashi, Professor für Iranistik und Vergleichende Literaturwissenschaften an der Columbia University in New York, spricht über Folgen und Gefährdungen der demokratischen Aufstände in Nordafrika und im Mittleren Osten. Miriam Shabafrouz sprach mit ihm in London. mehr

Gespräch mit Asghar Farhadi

Traum vom Kino ohne Kopftuch

Der neue iranische Film ist spätestens seit den Berlinale-Erfolgen des Regisseurs Asghar Farhadi und seinen Goldenen und Silbernen Bären für »Nader und Simin« auch im Westen angekommen. Mit oft subtilen Mitteln umgehen sie den Druck des Regimes und zeichnen recht offene Bilder von einer islamisch-modernen Gesellschaft im Wandel. Über den neuen iranischen Film veröffentlicht Faust-Kultur ein Gespräch mit Asghar Farhadi über die Arbeit als Filmemacher im heutigen Iran. mehr

Kunst & Protest: Gespräch mit Eduard Erne

Off Limits

Sprachlos sind selbst diejenigen, die sonst zu allem etwas zu sagen haben. Keiner Partei, keiner Gesinnung kann man hier Schuld anlasten. Occupy Wall Street ist ideologisch nicht zu fassen. Vielleicht gerade deshalb wird diese Bewegung sehr ernst genommen. Da beginnt offenbar etwas Neues, das sich mit Furcht und Hoffnung verbindet, und es beginnt mit Kunst und Legalität. Der Dokumentarfilmer Eduard Erne war mitten im New Yorker Protestgetümmel und hat für Faust-Kultur Details des künstlerisch-politischen Getriebes im Schatten der mächtigsten Börse mitgeteilt.mehr

Kunst-Gespräch

Walter Grasskamp befragt Ben Willikens

Ben Willikens bühnenartige Raumvisionen sind bekannt durch ihre sachlich-kühle Atmosphäre. Der 1939 in Leipzig geborene Künstler studierte Malerei an der Staatlichen Akademie der Künste in Stuttgart. 1982 übernahm er eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Er wechselte 1991 an die Akademie der Bildenden Künste in München, die er von 1999 bis 2004 als Rektor leitete. Seine Gespräche mit dem Kunstwissenschaftler Walter Grasskamp sind in Buchform erschienen. Wir bringen einen Auszug, in dem Willikens von seinen künstlerischen Anfängen und der Zeit in der Villa Romana berichtet. mehr

Fotografie: Zehn Fragen an

Jim Rakete

Jim Rakete, am 1. Januar 1951 in Berlin geboren, betreute als Manager und Produzent Künstler und Bands (Nina Hagen, Nena, Spliff, Interzone, Sternhagel, Morgenrot, Die Ärzte), und als Fotograf hat er zahlreiche Größen der deutschen und internationalen Musik- und Filmbranche porträtiert. Der digitalen Fotografie steht er ablehnend gegenüber und hält weiterhin der klassischen chemisch-analogen Technik die Treue. Julia Mantel führte mit Jim Rakete einen E-Mail-Dialog. mehr

Interviewreihe – Rat der Religionen

Religionen im Gespräch

Seit der Gründung im April 2009 gehören dem Rat der Religionen in Frankfurt 23 Mitglieder mehrerer Religionsgemeinschaften an. Ziel ist es, sich in der Stadt gegen Gewalt, religiösen Fanatismus und Diskriminierung zu engagieren und um ein friedliches Zusammenleben zu bemühen. Dem Rat der Religionen gehören die Jüdische Gemeinde, die beiden großen Kirchen und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, vier muslimische, drei buddhistische und zwei hinduistische Gemeinden, außerdem die Sikh-, die Bahai- und die Ahmadiyya-Gemeinde sowie die Mormonen an. Nicht vertreten ist der vergleichsweise große türkisch-islamische Ditib-Verband. In einer Interview-Serie, die erstmals im »Evangelischen Frankfurt« veröffentlicht worden ist, werden die Vertreter der einzelnen religiösen Gemeinschaften vorgestellt. mehr