Nur wenig mehr als vier Stunden dauert der Flug von Frankfurt nach Reykjavík – dennoch ist Island ein fernes Land, dessen Kultur, Alltagsgewohnheiten und dessen Sprache wenig bekannt sind. Papageientaucher, Saga-Geschichten und das nach Vornamen angeordnete Telefonbuch geben der isländischen Welt aus unserer Sicht bizarre Züge, vertraute Gemeinsamkeiten überraschen hingegen. Spuren dieser Besonderheiten Islands sind Thema der folgenden Beiträge. Sie entstanden, weil Island in diesem Jahr Gastland der Frankfurter Buchmesse ist, ihre Inhalte haben jedoch langfristig Gültigkeit und bleiben auf den Faust-Seiten dauerhaft zugänglich. Der Schwerpunkt ist aktuell mit dem Island-Blog der Buchmesse verbunden.

Faust-Gespräch

Deutsch-isländische Lebensart

Zum ersten Mal hat die Buchmesse gemeinsam mit ihrem Ehrengastland einen Blog koordiniert, der schon im Vorfeld Island-Freunde in Verbindung setzen sollte. Faust-Kultur hat als Blog-Partner partizipiert. Bevor diese Aktivitäten Ende Oktober abgeschlossen sind, beschreibt Blog-Akteurin Alva Gehrmann rückblickend ihre Gastland-Erfahrungen. mehr

Faust-Gespräch mit Auður Ava Ólafsdóttir

»One of a kind«

Das Buch der isländischen Autorin Auður Ava Ólafsdóttir ist aus Schichten komponiert, die wie bei einem Gemälde dicht übereinander liegen. Der erste Blick zeigt einen jungen Mann auf Reisen. Das romantische Bild ist jedoch mit einem bitterem Unterton grundiert. Hartnäckig schimmert durch die sanften Farben das gesellschaftskritische Statement der Autorin gegen Neo-Wikinger, unterschätzte Väter und das Aussterben bedrohter Sprachen. mehr

Künstlergespräch

Nasasýnir

Anlässlich einer Ausstellung mit sechs isländischen Künstlern in der Frankfurter Galerie Olschewski & Behm führte Faust ein Gespräch mit den drei Künstlern Sólveig Aðalsteinsdóttir, Kristinn G. Harðarson und dem Kurator der Ausstellung Tumi Magnússon. mehr

Ausstellung in der Frankfurter Schirn

Die Kraft der Bücher

Elementar, erdverbunden-archaisch, überzeitig, dabei inszenatorisch kunstvoll arrangiert, magisch und voller Energie erscheinen die Werke von Gabríela Friðriksdóttir und wirken derart einnehmend, dass man den hohen, stets stark heruntergekühlten Raum der Frankfurter Schirn Kunsthalle ungern wieder verlässt, obwohl den Körper ein Frösteln überzieht, als befände man sich im aktuell minus 2 Grad kalten Island. mehr

54. Biennale in Venedig

Der isländische Pavillon

In ihrem Beitrag für die diesjährige Biennale hinterfragen Lidia Castro und Ólafur Ólafsson das Konzept der nationalen Identität und das nationale Konzept der Biennale. – Während in Frankfurt auf dem Messegelände die Sonderausstellung des Gastlands Island hektisch aufgebaut wird, wird in Venedig der isländische Beitrag zur diesjährigen Biennale langsam abgebaut. weiter

Stefana Sabin über den isländischen Künstler Erró

Obstlandschaften und Doppelgesichter

Er nahm an den Avantgarde-Bewegungen in Paris und New York Teil – und blieb dennoch am Rande des Kunst- und Ausstellungsbetriebs: Der isländische Künstler Erró, der für seine Gemälden, Zeichnungen und Kollagen von plakativer Pop-art-Ästhetik und von provozierender sozialkritischer Thematik berüchtigt ist, wird mit einer Ausstellung in der Kunsthalle Schirn dem deutschen Publikum vorgestellt. mehr

Buchbesprechung

Kleine Ausbrüche heiterer Verzweiflung

Die isländische Autorin Guðrún Eva Mínervudóttir und ihr wunderbar eigenwilliger Liebesroman „Der Schöpfer“ – Romane musste sie schreiben, ehe sie nun endlich von sich behaupten kann, was jede Schriftstellerin nur zu gerne von sich sagen können möchte: „Ich bin eine Bestsellerautorin!“ Im Gespräch tut sie es langsam und hörbar nachdenklich. Und keineswegs wie eine, die sich von Verkaufszahlen blenden lässt. weiter

Kunst | Ausstellung

Bis an Grenzen gehen

Mutter und Sohn stehen nebeneinander. Sie wendet ihm ihr Gesicht zu und spuckt ihn an. Wieder und wieder. Er erduldet es, mal schuldbewusst erscheinend, mal eine aufkommende Heiterkeit unterdrückend angesichts der Inbrunst, mit der die Mutter Speichel sammelt und diesen geräuschvoll ausstößt. Der Titel des Videos, „Me and My Mother“, verrät die Protagonisten der Szene: Es sind der isländische Künstler Ragnar Kjartansson und seine Mutter. weiter

Das weiße Haus

Das Halldór-Laxness-Museum in Gljúfrasteinn

Touristen wird in Reykjavík viel angeboten: Schiffsfahrten zur Insel der Papagaientaucher, Busfahrten zu spektakulären Wasserfällen, Entspannungsschwimmen in der Blauen Lagune am Fuße eines geothermischen Kraftwerks, Stadtbummel mit anschließender Degustation von Walspezialitäten… Was die Touristenbüros nicht in ihrem Angebot haben, ist ein Besuch des ehemaligen Domizils von Halldór Laxness in Gljúfrasteinn. weiter

Pizzan, pizza, Pítsa

Isländisch

Wer durch die Straßen von Reykjavík geht und In- und Aufschriften sieht, wundert sich, dass er in dieser scheinbar exotischen Sprache das eine oder andere Wort wiedererkennt. Hús ist offensichtlich Haus, ganga ist gehen, langur und lengi erinnern beide an lang und haben auch diese Bedeutung, nämlich langur als Adjektiv und lengi als Adverb. weiter

erstellt am 31.8.2011

Aktuell in Reykjavík – mit dem Handy fotografiert von Stefana Sabin

Rejkiavik von oben
Rejkiavik
Rejkiavik am Meer
Laxness-Haus
Laxness-Haus