Eine neue CD mit Kammermusik von

Bernhard Sekles

Er war jahrzehntelang Direktor des Hoch’schen Konservatoriums, das er zu einer führenden europaweit renommierten Kulturinstitution gemacht hatte: Bernhard Sekles, der in Frankfurt geboren wurde, hier studiert und gewirkt hat und hier gestorben ist, gehört zu den unbekannten Klassikern der Moderne. Weil er Jude war, wurde Sekles im April 1933 von den Nationalsozialisten aus der Leitung des Hoch’schen Konservatoriums, wo Hindemith und Adorno zu seinen Schülern gehörten, entlassen, und seine Musik wurde als „entartet“ abqualifiziert und verboten. Von dieser Verfolgung hat er sich nie erholt. Zwar ist seine musikgeschichtliche Bedeutung schon lange unangefochten, aber noch immer ist er wenig bekannt, wird er wenig aufgeführt – und es gab keine CD-Aufnahmen mit seinen Kompositionen – bis jetzt. Denn nun hat der Verein Musica Judaica die erste CD mit Werken von Bernhard Sekles herausgebracht. Dieser Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, Musik jüdischer Komponisten, die verfolgt, ermordet oder verfemt wurden, wieder zur Aufführung zu bringen, hat in den letzten 5 Jahren immer wieder Sekles in seinen regelmäßigen Konzerten integriert. Die neue CD stellt Kammermusik von Sekles vor: die Rhapsodie über zwei jüdische Festmotive für Violine und Klavier, die Sonate Op. 44 für Violine und Klavier, die Sonate Op. 28 für Cello und Klavier, das Capriccio für Violine, Cello und Klavier. Der CD-Umschlag, auf dem ein Porträt von Sekles vor einer Max-Beckmann-artigen Ansicht des nördlichen Mainufers zeigt, lokalisiert den Komponisten in der Stadt, in der er gelebt und gewirkt hat und weist diskret darauf hin, dass es um ein rundherum Frankfurter Projekt geht: Frankfurter Musiker (die Pianistin Monica Gutman, Dozentin an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, der Violonist Marat Dickermann, Primarius des Adorno-Quartett, der Cellist Làszlò Fenyö, Solocellist im Symphonieorchester des Hessischen Rundfunks und die Pianistin Olga Okruashivili, Stipendiatin der ,,Live Musik Now''-Stiftung) haben in der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst mit großzügiger Unterstützung der Frankfurter Metzler Bank kammermusikalische Werke eines Frankfurter Komponisten aufgenommen. Es bleibt nur zu hoffen, dass das Frankfurter Publikum – und nicht nur das Frankfurter! – diese CD und damit die Musik von Bernhard Sekles entdeckt.

erstellt am 25.6.2011

CD-Cover Bernhard Sekles

Bernhard Sekles
Chamber Music

Gespielt von
Marat Dickermann, Violine
László Fenyö, Violoncello
Monica Gutman, Piano
Julia Okruashvili, Piano

Bestellungen unter info@musica-judaica.de
Musica Judaica