Als Kammergerichtsrat war er auch mit der Anklage gegen den nationalpatriotischen Agitator und Turnvater Friedrich Ludwig Jahn befasst, mußte ihn aber wegen mangelnder Beweise laufen lassen. Sein Herz hängte E.T.A. Hoffmann allerdings ans Komponieren, und bekannt ist er uns bis heute als Verfasser ungeheuerlicher Geschichten wie „Der Sandmann“, die „Serapionsbrüder“ oder „Kater Murr“. Otto A. Böhmer stellt den mehrfachbegabten Künstler vor.

E.T.A. Hoffmann

Eine Oper im Geiste

Manchmal hat ein Dichter nicht nur Talent zum Dichten, sondern er ist auch noch begabt in anderen Disziplinen; dann hat er womöglich ein Problem: Er kann sich nicht recht entscheiden, welchen von seinen Begabungen er nachgehen will, und darüber kann man schon mal trübsinnig werden oder gar verzweifeln. E.T. A. Hoffmann war ein solches Mehrfachtalent; er studierte die Rechtswissenschaften, war Musiker und Zeichner und wurde schließlich als Dichter bekannt, der seinen Lesern alles Mögliche zumutete, nur keine einfachen Wahrheiten. Der Mensch ist ein mehrfach gebrochenes und begabtes Wesen, erfährt der Leser aus Hoffmanns Erzählungen (die sich schließlich sogar zum Titel einer vielgespielten Oper summieren); nie lässt er sich auf eine Eigenart, einen Charakter reduzieren, er hat eine Tag- und eine Nachtseite und viele Gesichter.

Ernst Theodor Wilhelm Hoffmann, der 1809 seinen dritten Vornamen Wilhelm, Mozart zu Ehren, durch Amadeus ersetzt, ehe dann, der künstlerischen Einprägsamkeit wegen, das Kürzel E. T. A. zur Anwendung kommen, wächst in nicht ganz unkomplizierten Verhältnissen auf. Der Vater ist von Haus aus Jurist, wäre aber lieber Musiker geworden, die Mutter neigt zu Depressionen. Die Ehe der Eltern wird früh geschieden; ein penibler Onkel, ebenfalls Jurist, tritt an die Stelle des Vaters. Am besten versteht sich das Kind Ernst Theodor mit der jüngsten Tante Charlotte, die zur Laute singt und ihn zum Träumen bringt. Hoffmann hat sie später als „Tante Füßchen“ in seiner Erzählung „Lebensansichten des Katers Murr“ verewigt. „Manchmal geschah es, dass die Schwester eine Arie sang. Ach, wie freute ich mich immer darauf! Ich liebte sie sehr; sie gab sich viel mit mir ab und sang mir oft mit ihrer schönen Stimme, die so recht in mein Innerstes drang, eine Menge herrlicher Lieder vor, die ich so in Sinn und Gedanken trage, dass ich sie noch leise für mich zu singen vermag. (…) Schon wenn sie die Einleitung spielten und meine Tante noch nicht angefangen zu singen, klopfte mir das Herz, und ein ganz wunderbares Gefühl von Lust und Wehmut durchdrang mich, so dass ich mich kaum zu fassen wusste.“ Auch die zeitlos schöne Welt der Musik ist jedoch nicht unangreifbar, sie zerbricht, wenn ein Ereignis eintritt, das für Kinder um so unbegreiflicher anmutet, je mehr sich die Erwachsenen um Haltung bemühen. Als die Tante erst krank wird und dann stirbt, ist nichts mehr so, wie es war: „Ich weinte, ich schrie, ich wollte zu Tante Füßchen. Sowie ich in jenes Zimmer gekommen, trippelte ich hin an das Bett, in dem Tante Füßchen gelegen, und zog die Gardinen auseinander. Das Bett war leer, und eine Person, die nun wieder eine Tante von mir war, sagte, indem ihr die Tränen aus den Augen stürzten: ‚Du findest sie nicht mehr, sie ist gestorben und liegt unter der Erde.’ Ich weiß wohl, dass ich den Sinn solcher Worte nicht verstehen konnte, aber noch jetzt, jenes Augenblicks gedenkend, erbebe ich in dem namenlosen Gefühl, das mich damals erfasste. Der Tod selbst presste mich hinein in seinen Eispanzer, seine Schauer drangen in mein Innerstes, und vor ihnen erstarrte alle Lust der ersten Knabenjahre.“

Das Vorbild Rousseau

Neben der Musik sind es Bücher, die inspirierend auf den jungen Hoffmann wirken. Dabei kommt seinem Ersatzvater, dem bereits erwähnten Onkel, der seine Familie mit krausen Lebensregularien und Diätvorschriften traktiert, eine tragende Rolle zu; er sorgt dafür, dass die frühen Lektüreerfahrungen seines Neffen schließlich zur schlagenden Einsicht werden. „Der Oheim hatte eine ziemlich starke Bibliothek, in der ich nach Gefallen stöbern und lesen durfte, was ich wollte; mir fielen Rousseaus „Bekenntnisse“ in der deutschen Übersetzung in die Hände. Ich verschlang das Buch … Gleich elektrischen Schlägen traf mich nämlich die Erzählung, wie der Knabe Rousseau, von dem mächtigen Geist seiner inneren Musik getrieben, sonst aber ohne alle Kenntnis der Harmonik des Kontrapunktes, … sich entschließt, eine Oper zu komponieren, wie er die Vorhänge des Zimmers herablässt, wie er sich aufs Bett wirft, um sich ganz der Inspiration seiner Einbildungskraft hinzugeben, wie ihm nun sein Werk aufgeht, gleich einem herrlichen Traum!“ Der Knabe Hoffmann beschließt, es dem Knaben Rousseau gleichzutun: „Ich kam dahin, es meinem Vorbilde nachmachen zu wollen. Als nämlich an einem stürmischen Herbstabend der Oheim wider seine Gewohnheit das Haus verlassen, ließ ich sofort die Vorhänge herab und warf mich auf des Oheims Bett, um, wie Rousseau, eine Oper im Geiste zu empfangen. So vortrefflich aber die Anstalten waren, so sehr ich mich abmühte, den dichterischen Geist heranzulocken, doch blieb er in störrischem Eigensinn davon.“ Der dichterische Geist will sich nicht einstellen, dafür gehen Hoffmann diverse Melodien durch den Kopf, die allesamt in einem einfältigen Refrain enden, der nicht werkfördernd, sondern einschläfernd ist. „Mich weckten laute Stimmen, indem ein unerträglicher Geruch mir in die Nase fuhr und den Atem versetzte! Das ganze Zimmer war von dickem Rauch erfüllt, und in dem Gewölk stand der Oheim und trat die Reste der flammenden Gardine, die den Kleiderschrank verbarg, nieder (…)Der Rauch zog langsam durch die Fenster. ‚Wo ist nur der Unglücksvogel?’ fragte der Oheim, indem er im Zimmer umherleuchtete. Ich wusste wohl, welchen Vogel er meinte, und blieb mäuschenstill im Bette, bis der Oheim herantrat und mit einem zornigen: ‚Will er wohl gleich heraus!’ auf die Beine half.“ Der Zorn des Onkels ist nur mühsam gebändigt; dennoch will er hören, was der Neffe zu seiner Entschuldigung zu sagen hat. „Ich versicherte auf weiteres Befragen ganz ruhig, dass ich auf dieselbe Weise, wie der Knabe Rousseau nach dem Inhalt seiner „Bekenntnisse“ es getan, eine Opera seria im Bette komponiert hätte, und dass ich durchaus gar nicht wisse, wie der Brand entstanden. ‚Rousseau? Komponiert? Opera seria?’ – ‚Pinsel’ so stotterte der Oheim vor Zorn und teilte mir die kräftige Ohrfeige zu, (…) so dass ich vor Schreck erstarrt, sprachlos stehenblieb (…)“ Warum der Wohnzimmerbrand letztlich ausbrach, bleibt rätselhaft; am inspirativen Feuer eines Kunstwerks, das nicht zustande kam, kann es nicht gelegen haben. Den Schaden jedenfalls hat der Onkel, der auch für den Spott nicht mehr sorgen muss: „(…) noch in diesem Augenblick ist es mir unbegreiflich, durch welchen Zufall die Gardine in Brand geriet und einen schönen Schlafrock des Oheims sowie drei oder vier schön frisierte Toupets, die der Oheim als partielle Perückenstudien aus einer Gesamtfrisur aufzusetzen pflegte, mit in ihr Verderben riss.“

Der junge Hoffmann empfindet sich als hässlich; er geht dagegen an, indem er sich beliebt machen will und den allgegenwärtigen Witzbold gibt, eine Rolle, die er schon als Schüler auf sich nimmt und als Student der Rechte noch versierter spielt. Seinem zunächst schwach entwickelten Selbstbewusstsein hilft die Liebe auf, die ihn unverhofft und mit Wucht trifft: Er verliebt sich in die drei Jahre ältere Dora („Cora“) Hatt, die in einer faden Ehe mit einem Weinhändler feststeckt und für Hoffmanns Werben durchaus empfänglich ist. Das Glück der Liebenden wiegt schwer: Zwar bekennt Hoffmann, dass er Cora „bis zum Unsinn liebe, und dass gerade das“ sein „ganzes Unglück macht“, aber er hat auch Bedenken, seine „behagliche Ruhe stören“ zu lassen, denn „das (…) würde mich aus meiner vielleicht imaginären Glückseligkeit herausreißen, und ich erschrecke schon, wenn ich nur an den Tross denke, der solch einem Gefühl auf den Fersen folgt – da kommen Seufzer – bange Sorgen – Unruhe – melancholische Träume – Verzweiflung pp – ich meide daher alles, was so etwas involvieren könnte.“ Schließlich flüchtet er selbst in den Hafen der Ehe, heiratet (1802) die junge Polin Maria Thekla („Mischa“) Rorer-Trzynska, die nicht seine ganz große Liebe ist, was den Vorteil hat, dass ihm nicht mehr Nähe abverlangt wird als unbedingt nötig.

Der Beamte und der Dichter

Nach dem Examen tritt Hoffmann in eine juristische Laufbahn ein; er wird nach Berlin versetzt und arbeitet als Regierungsassessor in Posen. Das ist die eine, die ordentliche und geregelte Seite seines Daseins, die andere, für ihn wichtigere, ist die Kunst. Zunächst überwiegen Musik und Malerei, der Schriftsteller Hoffmann braucht noch Zeit. „Wenn ich von mir selbst abhinge“, notiert er, „würd’ ich Komponist und hätte die Hoffnung, in meinem Fache groß zu werden, da ich in dem jetzt gewählten ewig ein Stümper sein werde.“ Hoffmann fällt auch als Karikaturist auf, allerdings negativ: Als er einen seiner Vorgesetzten so treffend porträtiert, dass der das nicht mehr lustig findet, wird er nach Warschau versetzt. Dort gibt es Probleme, als die Franzosen einmarschieren und Hoffmann, übertrieben tapfer, sich weigert, den Amtseid auf Napoleon abzulegen. Es sind keine guten Zeiten, in denen er steckt; das Geld ist knapp, in seinem Kopf schwirren allerlei Pläne, die er zumeist mit selbstausgedachter, sehnsüchtiger Musik unterlegt. 1808 geschieht ein kleineres Wunder: Hoffmann wird als Orchesterdirigent nach Bamberg berufen. Er bleibt fast fünf Jahre, obwohl die örtliche Musikkritik ihn für eine Fehlbesetzung hält und nach Kräften niedermacht. Seine Einkünfte empfindet er als „lachhaft“, manchmal weiß er nicht, wie die nächste Woche zu durchstehen ist. „In der höchsten Not den alten Rock verkauft“, schreibt er in seinem Tagebuch, „um nur fressen zu können.“ Auch die Liebe kommt ihm nochmal in die Quere; seine Leidenschaft für eine sehr junge Gesangsschülerin namens Julia Mark, die von ihrer resoluten Mutter anderweitig verheiratet wird, ist allerdings von vornherein zum Scheitern verurteilt. Nach einem Zwischenspiel in Dresden, wo Hoffmann als Musikdirektor wirkt und mit dem Buch „Der goldene Topf“ einen ersten Erfolg hat, kehrt er nach Berlin zurück; der Staatsdienst nimmt ihn in Ehren auf und befördert ihn mit den Jahren bis zum Kammergerichtsrat. Die damit verbundene Sicherheit scheint ihn zu beflügeln: Der Dichter Hoffmann erlebt seine erfolgreichste Zeit. In rascher Folge erscheinen Prosastücke und Erzählungen, darunter „Die Elixiere des Teufels“, „Nachtstücke“, „Die Serapionsbrüder“ und „Lebensansichten des Katers Murr“. Dem Beamten Hoffmann kommt der Dichter Hoffmann nur selten in die Quere, er kann Dienstgeschäfte und literarische Tätigkeit auseinanderhalten, bedient beide Sparten so gekonnt, dass es für Belobigungen reicht. In einer Beurteilung, die der Vizepräsident des Kammergerichts Berlin zu Papier gibt, heißt es: „Sein hervorstechendes Talent, sein Scharfsinn und die Präzision seiner Arbeiten sind Ew. Exz. ebenso bekannt wie die Gründlichkeit derselben und das angenehme Gewand, worin er auch die abstraktesten Sachen zu kleiden weiß. Seine schriftstellerischen Arbeiten, denen er zuweilen noch die Stunden der Erholung und Muße widmet, tun seinem Fleiß keinen Eintrag, und die üppige, zum Komischen sich hinneigende Phantasie, die in denselben vorherrschend ist, kontrastiert auf eine merkwürdige Art mit der kalten Ruhe und mit dem Ernst, womit er als Richter an die Arbeit geht.“ Zu seinen phantastischen Exkursionen lässt sich der Dichterbeamte Hoffmann gern im Wirtshaus anregen, er ist ein Genusstrinker, dem die alkoholischen Getränke nicht die Sinne vernebeln, sondern zusätzlich schärfen. Ein Zechkumpan erinnert sich: „Er trank, um sich zu montieren; dazu gehörte anfangs, wo er noch kräftig war, weniger; später natürlich mehr; – aber war er einmal montiert, wie er es nannte, in exotischer Stimmung, die, oft bei einer halben Flasche Wein, auch nur ein gemütlicher Zuhörer hervorrufen konnte, so gab es nichts Interessanteres, als das Feuerwerk von Witz und Glut der Phantasie, das er dann unaufhaltsam, oft fünf, sechs Stunden hintereinander, vor der entzückten Umgebung aufsteigen ließ.“ Wer genauer hinschaute, meinte die zwei Seelen, die in Hoffmanns Brust schlugen, auch in seinem Mienenspiel entdecken zu können; Neugier zeichnete ihn aus, die pure Lust, sich von Anregungen einfangen und beflügeln zu lassen. Die Schriftstellerin Helmina von Chézy, der Hoffmann in einem Gerichtsverfahren beistand, das von preußischen Überwachungsbehörden angestrengt worden war, beschrieb ihren Dichterkollegen so: „Mit zwei wunderkleinen zarten Händchen und einer Gestalt von regelmäßigstem Knochenbau, mit seinen zwei Funkelaugen, deren Augäpfel so beweglich waren, dass gewiss niemand erfahren hat, ob diese Augen groß oder klein, mit seinen feinen Lippen, die man niemals lächeln sah, glich Hoffmann einem gespenstischen Wesen, an welches die Natur nur das unentbehrlichste Quantum von Fleisch und Bein gewendet hatte, um ihn unter die Körper reihen zu können. Glut und Beweglichkeit war alles, was man von ihm wahrnahm. Manche höchst geistvolle Männer stehen unabgeordnet durch ihr Äußeres zwischen den übrigen Menschen da, Hoffmann war von innen und außen ein Wesen für sich, wie man noch nie eins gesehen.“

Das entzweite Ich

Hoffmann zählt eine Zeitlang zu den bekanntesten deutschen Schriftstellern; sein meist etwas schräger Humor, dazu seine Eigenart, sich auf die dunklen, abwärts gewandten Pfade der menschlichen Seele zu begeben und dort seltsame Entdeckungen zu machen, finden jedoch nicht nur Freunde: Goethe etwa kann mit „dem Hoffmann“ nichts anfangen. Kurios erscheint auch, dass Hoffmann in einer Zensurkommission tätig ist und dort über Anstößigkeiten von Schriftstellerkollegen zu wachen hat. Die Konflikte, die sich daraus ergeben, liegen auf der Hand; der Dichter und Kammergerichtsrat weiß, dass der Mensch sich in seiner Bewusstseinsmaschine verlieren kann; eigene Welten entstehen, in denen sich die herkömmlichen Grenzen von Normalität und Wahn, von Wirklichem und Unwirklichem, von Eigenem und Fremdem verstörend verschieben. Zusammengehalten werden die divergierenden Welten, wenn überhaupt, nur im Kopf, der Schwerstarbeit zu leisten hat, besonders dann, wenn die gewöhnliche Realität sich verliert und das Phantastische, in kaum merklicher Schwergewichtsverlagerung, an die Stelle des Normalen tritt. Hoffmann sieht die Tücke mehrfach gebrochener Erkenntnismöglichkeiten allerdings eher unaufgeregt: „Ich meine, dass die Basis der Himmelsleiter, auf der man hinaufsteigen will in höhere Regionen, befestigt sein müsse im Leben, so dass jeder nachzusteigen vermag. Befindet er sich dann immer höher und höher hinaufgeklettert in einem fantastischen Zauberreich, so wird er glauben, dies Reich gehöre auch noch in sein Leben hinein und sei eigentlich der wunderbar herrlichste Teil desselben.“ Die Verschmelzung von phantastischer Überhöhung und Normalität gelingt nur in Ausnahmefällen, zum Regelfall kann sie nicht werden, weil das Realitätsprinzip, aus gutem Grund, das Sagen hat und unserer aller Orientierung dominiert. Hoffmann sah sich, was ihn nicht zur Resignation veranlasste, sondern verhalten vergnügt sein ließ, ein Leben lang beargwöhnt. Einem wie ihm war nicht zu trauen und gerade deswegen alles zuzutrauen: Es bleibt „ein gewagtes Unternehmen, das durchaus Fantastische ins gewöhnliche Leben hineinzuspielen und ernsthaften Leuten, Obergerichtsräten, Archivarien und Studenten tolle Zauberkappen überzuwerfen, dass sie wie fabelhafte Spukgeister am hellen lichten Tage durch die lebhaftesten Straßen der bekanntesten Städte schleichen und man irre werden kann an jedem ehrlichen Nachbarn.“ Nur so aber, fügt Hoffmann anderswo hinzu, vor nicht festlegbarer Realität und flüchtigen Identitäten funktioniert auch das, „was wir Deutschen Humor nennen, die wunderbare, aus der tiefsten Anschauung der Natur geborene Kraft des Gedankens, seinen eigenen ironischen Doppelgänger zu machen, an dessen seltsamlichen Faxen er die seinigen und – ich will das freche Wort beibehalten – die Faxen des ganzen Seins hienieden erkennt und sich daran ergötzt (…)“

Nach Hoffmanns Tod erlischt sein deutscher Ruhm; vom Ausland indes kommt eine neue Welle der Anerkennung. Seine Bücher werden übersetzt; man preist sein Können als literarischer Seelenkundler und nennt ihn den „Meister des Unheimlichen“ (Freud). Wie es aussehen mag, wenn sich ein mühsam zusammengehaltenes Ich verliert und neu sortieren muss, hat Hoffmann in den „Elixieren des Teufels“ so beschrieben: „Ich bin das, was ich scheine, und scheine das nicht, was ich bin, mir selbst ein unerklärliches Rätsel, bin ich entzweit mit meinem Ich.“

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erstellt am 08.7.2016

E. T. A. Hoffmann
E. T. A. Hoffmann, Gemälde um 1810
E. T. A. Hoffmann, Lebens-Ansichten des Katers Murr, Berlin 1855
E. T. A. Hoffmann, Lebens-Ansichten des Katers Murr, Berlin 1855

E. T. A. Hoffmann
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ISBN-13: 9783843052696
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