Es geht um Teufel und Engel, um Hasenscharten, Magengeschwüre und den goldenen Schnitt. In Alexandru Bulucz’ Gedichten springen die Gedanken hoch, und über den Abgründen reimt sich alles aus den ungereimten Versen zusammen. In seinem Debütband AUS SEIN AUF UNS ist zu lesen, in welcher Tradition sich der Lyriker sieht und was vom UNS zu halten ist. Die drei Gedichte stehen in dem Band.

Lyrik

Aus sein auf uns

Luzifer und der Magyar

                                                                   für Mutter und Vater

Luzifer, schrie er sie an.
Luzifer, Luzifer, Luzifer,
Luzifer, Luzifer,
als sei sie, und noch einmal,
Luzi, ver-
höhnte Joschka, der Magyar,
sie, wie als wären es
wirklich sieben
(mal sieben Tage) Engel.
Und umspielte
uns alle, in der linken
ein Glas, in der rechten
die eine Gitarre. Ich
stand in der Mitte.
Auf mich kommt es an.

Schöne Architektur und Erinnerungskultur

Der Glanz geschliffenen Marmors,
Monument und Märchen. Ich rede
vom Ruf der Schönheit der Leere.
Um deren Hasenscharte ich weiß: Aber der Hase
auf dem Acker fühlt sich fabelhaft, also auch
nicht betrogen.

Der Clown unter den Mystikern

Dieses Magengeschwür ist der Clown
unter den Mystikern, daherplappernd
wie der Tod, barock wie ein Begleitschmerz
aus schwarzem Kaffee und schwarzer
Gitanes zum Frühstück. Ins Innere
schauend mit den Augen des Winds,
der durch die Löcher pfeift. Der von der Flut
durchlöcherte Rumpf des Schiffs tanzt
auf dem Meer. Warum sich dran klammern?
Er tanzt ja. Der vitruvianische Mensch
am Abend in der Krone des Buchsbaums.

Aus: Alexandru Bulucz, AUS SEIN AUF UNS, Gedichte
Mit freundlicher Genehmigung © Allitera Verlag, München 2016

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erstellt am 18.4.2016

Alexandru Bulucz, Foto: Alexander Paul Englert
Alexandru Bulucz, Foto: Alexander Paul Englert

Alexandru Bulucz
AUS SEIN AUF UNS
Gedichte
Paperback, 64 Seiten
ISBN: 978-3-86906-852-7
Allitera Verlag, München 2016

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