Rüdiger Safranski hat ein Buch geschrieben, das den Titel „Zeit“ trägt. Otto A. Böhmer hat daraus den Aspekt der Erinnerung gefischt, die er in einem weiten Bogen philosophischer und literarischer Zeugnisse auffächert. Er weist uns damit nicht nur auf die Fragilität unserer Gedächtnisleistungen, sondern auch auf die letzten Dinge hin.

Essay

Spiel auf Zeit

Der Zuspruch der Erinnerung

Von Otto A. Böhmer

Der Philosoph Rüdiger Safranski, ein Autor, der biographische Gesamtkunstwerke errichtet und komplizierte Zusammenhänge in allgemeinverständlicher Form darzustellen weiß, hat in diesem Herbst ein überaus lesenswertes Buch vorgelegt: Zeit. Was sie mit uns macht und was wir aus ihr machen. Von ihm soll später die Rede sein. Zunächst aber geht es, zum Thema passend, um eine Grußadresse an die Erinnerung, deren Wert wir vor allem dann schätzen, wenn sie uns abhanden zu kommen droht und die Aussicht besteht, dass wir, wie so viele andere brave Leute auch, im Heim landen, wo Verwirrungen an der Tagesordnung sind und man sich die Zeit auch schon mal mit Vergessen vertreibt.

Die Erinnerung, die dazu beiträgt, unser wackliges Ich zusammenzuhalten, ist eines unserer Fenster zur Zeit, von dem aus viel zu sehen zu ist, vor allem gerne auch das, was möglicherweise gar nicht stattgefunden hat oder sich zur Verklärung anbietet. „(…) Im unermesslich weiten Haus des Erinnerns -, dort drinnen lebt mir Himmel und Meer und Erde und alles, was ich von ihnen je erfahren, nur jenes nicht, was ich vergessen habe“, schrieb der Philosoph und Kirchenvater Augustinus und fügte hinzu: „Dort drinnen begegne ich mir selbst, erinnere mich meiner selbst und was und wann und wo ich tätig war und was ich, da ich tätig war, empfand. Dort drin lebt alles, wessen ich mich je entsinne, ob ich's nun selbst erfahren habe oder nur geglaubt …“

Die Erinnerungen kommen und gehen, sie sind so frei, wie sie frei sein können; zugleich erweisen sie sich als unverzichtbar für das lebenslange Gespräch, das der Mensch mit sich selber führt. Obwohl der Welt unserer Erinnerungen etwas unverzichtbar Geheimnisvolles anhaftet, ist der Erkenntnisstand in Sachen Gedächtnis und Gedächtnisforschung ungleich größer geworden. Man geht heute davon aus, dass Erinnerungsleistungen in einem ähnlichen funktionalen Zusammenhang stehen wie der Gesamtorganismus des Menschen, der seine Feindifferenzierung über einen unendlichen langen Zeitraum als Naturprozess erlebt hat, dem im Nachhinein dann eine erstaunlich vielfältige Effizienz bescheinigt werden konnte. An Stelle des altehrwürdigen Schöpfergottes ist die Evolution getreten, von der man vor allem eines erwartet: die Anwendung eines zweckgerichteten Gestaltungsplans, der sich an internen Nützlichkeitskriterien und externen Überlebensmechanismen orientiert. So scheint sich das Gedächtnis erst spät, und zwar im Zuge einer generellen Höherentwicklung des menschlichen Gehirns, ausgebildet zu haben. Die stetige Zunahme an Komplexität erforderte die Schaffung zentraler Steuerungsinstanzen, von denen das Selbstbewusstsein die wichtigste ist. Der Mensch wurde zum Ich, das sich, im Hinblick auf seine werte Befindlichkeit, ständig befragen, bestätigen und überprüfen muss – was ohne Archiv, das zugleich identitätsstiftende Aufgaben wahrnimmt, nicht möglich erscheint. Auf diese Weise könnte also eines längst versunkenen Tages das Gedächtnis ins Spiel gekommen sein, das sich im Lauf der Zeit seinen Eigenwert erarbeitet und verfeinert hat.

Erinnerungen werden noch wichtiger, wenn man weiß, dass unser gesamter Wahrnehmungsapparat vergangenheitslastig ist. Signale, die über die Sinne eintreffen, brauchen ihre Zeit, bis sie bemerkt werden. Zwar ist diese Zeit nur in winzigsten Einheiten messbar, aber sie erweist sich als unumgänglich – so wie sich die Zeit insgesamt als unumgänglich für die Bewusstseinsstruktur des Menschen erwiesen hat. „Das Zeitintervall zwischen dem Beginn eines Sinnesreizes und seiner bewussten Wahrnehmung“ beträgt „zwischen einer halben und einer Sekunde“; schreibt der Neurobiologe Ernst Florey. „Versucht man eine Interpretation der relevanten Geschehnisse, dann kommt man zu dem Schluss, dass gegenwärtige, bewusste Wahrnehmung ein vergangenes Ereignis zum Inhalt hat und dass die gesamte wahrgenommene Welt der Vergangenheit angehört, die im Moment der subjektiven Gegenwart gar nicht (mehr) existiert.”

Erinnerung ist zudem unverzichtbar für die Literatur. Die persönlichen Umstände des Erzählers werden zur Geschichte, die sich, anders als es das Realitätsprinzip erlaubt, variieren und anhalten, ja zur Zukunft hin fortschreiben lässt und ergebnisoffen ist. Der dänische Schriftsteller und Philosoph Sören Kierkegaard, den Ernst Bloch einen „der größten Witzemacher im hohen Stil, die je gelebt haben” nannte, interessierte sich für den Wahrheitsanspruch, den das Erinnern, das ja ernst genommen werden will, beanspruchen darf. Dabei bedient sich Kierkegaard seines liebsten Stilmittels, der Ironie, die das Betriebsgeheimnis der Erinnerung auf eine eingängige Formel bringt: „(…) Die Liebe der Erinnerung ist die einzige glückliche …, sie hat des Augenblicks selige Sicherheit. Die Hoffnung ist ein neues Kleid, steif und stramm und glänzend, man hat es jedoch niemals angehabt und weiß darum nicht, wie es einen kleiden wird oder wie es sitzt. Die Erinnerung ist ein abgelegtes Kleid, welches, so schön es ist, nicht mehr passt, da man aus ihm herausgewachsen ist.” Kierkegaard traut der Erinnerung einiges zu, er behandelt sie mit gebührendem Respekt, aber als ständige Wegbegleiterin geht sie ihm auf die Nerven: Wer sich zu sehr in seine Erinnerungen einhaust, eignet sich nicht mehr als Wiederholungstäter, den das Leben braucht: “Wer möchte sich denn wünschen, eine Gedächtnisschrift zu sein auf das Vergangene? (…) Hätte nicht Gott selber die Wiederholung gewollt, die Welt wäre nie entstanden (….) Wer die Wiederholung will, ist im Ernst gereift. Dies ist mein Separat-Votum, welches zugleich besagt, es sei keineswegs des Lebens Ernst, auf dem Sofa zu sitzen und in den Zähnen zu stochern – und etwas zu sein, z.B. Justizrat; oder gemessen durch die Straßen zu wandeln – und etwas zu sein, z.B. Wohlehrwürden.“

Mit Friedrich Nietzsche, dem Philosophen, der ein Dichter war, nähern wir uns der sogenannten Moderne. Das Bewusstsein des Menschen, zuvor noch belichtet und beschwert im deutschen Idealismus, der dem Wissen viel, wenn nicht gar alles zutraute, ufert nun immer mehr aus, was vor allem eine quantitative Dimension hat. Das aufgedunsene Bewusstsein verliert an Halt, es zerfasert an den Rändern und erklärt sich in seiner dunklen Mitte schließlich für modern und unglücklich. „Der moderne Mensch schleppt zuletzt eine ungeheure Menge von unverdaulichen Wissensteinen mit sich herum, die dann bei Gelegenheit auch ordentlich im Leibe rumpeln, wie es im Märchen heißt. Durch dieses Rumpeln verrät sich die eigenste Eigenschaft dieses modernen Menschen: der merkwürdige Gegensatz eines Inneren, dem kein Äußeres, eines Äußeren, dem kein Inneres entspricht, ein Gegensatz, den die alten Völker nicht kennen.” Entlastung erfährt die Erinnerung, wenn überhaupt, nur durch produktives Vergessen: „Die Türen und Fenstern des Bewusstseins zeitweilig schließen; von dem Lärm und Kampf, mit dem unsere Unterwelt von dienstbaren Organen für und gegen einander arbeitet, unbehelligt bleiben; ein wenig Stille, ein wenig tabula rasa des Bewusstseins – das ist der Nutzen der … aktiven Vergesslichkeit, einer Türwärterin gleichsam, einer Aufrechterhalterin der seelischen Ordnung, der Ruhe, der Etiquette.“

Die wohl berühmteste, sicher aber opulenteste Erinnerungsleistung, die in der Literatur zustande gebracht wurde, verdanken wir Marcel Proust und seinem Epos Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. In diesem gewaltigen, in sich verschlungenen Roman benutzt der Autor seine Erinnerungen als Fährschiff, das ihn in die Vergangenheit führt; er gibt sich einer Reise hin, die von selbst abzulaufen scheint und doch steuernder Kunstgriffe bedarf. Erinnerungen nämlich sind störrisch, sie lassen sich nicht beliebig abrufen. Die Kunstgriffe müssen daher mit Bedacht gesetzt werden; man sollte sie an scheinbaren Kleinigkeiten festmachen, die in einem wahren, wenn auch meist listig versteckten Verhältnis zum Großen und Ganzen stehen. Proust, der sich in seinem keineswegs unproblematischen Autorenleben zu einem Virtuosen des Erinnerns aufschwang, hält sich insgeheim an das Programm des Grafen von Eichendorff, der in seinem berühmtesten Vierzeiler das Zauberwort beschwor, das die Welt zum Klingen bringt. „Ich finde den keltischen Aberglauben sehr vernünftig“, notierte Proust, „nach dem die Seelen der Lieben, die uns verlassen haben, in irgendein Wesen untergeordneter Art gebannt bleiben, ein Tier, eine Pflanze, ein unbelebtes Ding, dennoch verloren für uns bis zu dem Tage, der für viele niemals kommt, wo wir zufällig an dem Baum vorbeigehen oder in den Besitz des Dinges gelangen, in dem sie eingeschlossen sind. (…) Ebenso ist es mit unserer Vergangenheit. Vergebens versuchen wir sie wieder heraufzubeschwören, unser Geist bemüht sich umsonst. Sie verbirgt sich außerhalb seines Machtbereichs und unerkennbar für ihn in irgendeinem stofflichen Gegenstand (oder der Empfindung, die dieser Gegenstand in uns weckt); in welchem, ahnen wir nicht. Ob wir diesem Gegenstand aber vor unserem Tode begegnen oder nie auf ihn stoßen, hängt einzig vom Zufall ab …”

Der russische Schriftsteller Vladimir Nabokov, der erst in den USA zum Erfolgsautor wurde, hielt seine Erinnerungen für so wichtig, dass er seiner Autobiographie den programmatischen Titel Sprich, Erinnerung, sprich verpasste. Herausgekommen ist dabei ein Memoirenwerk, das weit, sehr weit zurückreicht: „Die Wiege schaukelt über einem Abgrund, und der platte Menschenverstand sagt uns, dass unser Leben nur ein kurzer Lichtspalt zwischen zwei Ewigkeiten des Dunkels ist (…) Anfangs merkte ich nicht, dass die Zeit, die auf den ersten Blick so grenzenlos scheint, ein Gefängnis ist. Wenn ich meine Kindheit erkunde (was nahezu der Erkundung der eigenen Ewigkeit gleichkommt), sehe ich das Erwachen des Bewusstseins als eine Reihe vereinzelter Helligkeiten, deren Abstände sich nach und nach verringern, bis lichte Wahrnehmungsblöcke entstehen, die dem Gedächtnis schlüpfrigen Halt bieten (…).“

Überhaupt verdient das Bewusstsein, dem die Erinnerungen zufliegen, entschiedene Bewunderung: „Wie klein der Kosmos ist …, wie dürftig und belanglos, verglichen mit menschlichem Bewusstsein, mit einer einzigen individuellen Erinnerung und ihrem sprachlichen Ausdruck! (…) Aber wie dem auch sei, das individuelle Geheimnis bleibt und irritiert den Memoirenschreiber. Weder in meiner Umwelt noch in meinem Erbe vermag ich mit Sicherheit das Werkzeug zu sehen, das mich formte; jene anonyme Walze, die meinem Leben ein bestimmtes kunstvolles Wasserzeichen aufdrückte, dessen einzigartiges Muster zum Vorschein kommt, wenn man das Schreibpapier des Lebens mit der Lampe der Kunst durchleuchtet.”

Das Bild, das man mit zunehmendem Alter von sich selbst gewinnt, setzt sich aus Erinnern und Vergessen zusammen, dem das dünner werdende Band der Gegenwart einen eher notdürftigen Halt verleiht. Die Vergänglichkeit, der die Jugend zu Recht wenig Aufmerksamkeit schenkt, meldet sich zu Wort; ihre Stimme wird eindringlicher. Davon, vom Vergänglichen, das sich querstellt zum rasanten Fortgang der Zeit, erzählt der amerikanische Schriftsteller John Updike in seiner Autobiographie Selbst-Bewusstsein. Updike macht deutlich, dass die Besonderheiten einer Existenz letztlich nicht ausreichen, um sich Persönlichkeitsrechte zu sichern, die ein Überleben im kollektiven Gedächtnis rechtfertigen würden. Das Ich, das sich im Lauf der Zeit immer mehr in sich selbst zurückzieht, arbeitet sich bestenfalls zu einer gewissen Altersweisheit vor; wirklich klüger wird es jedoch nicht, eher schon wunderlich, und mit zunehmendem Alter hütet es seine Erinnerungen wie der Geizhals sein angespartes Vermögen: „Wenn ich zu einem leeren blauen Himmel aufschaue oder meinen Blick auf einer gleißenden Schneefläche ruhen lasse, nehme ich ein immer gleiches Muster optischer Fehlerhaftigkeiten wahr – kleine Flecken im Glaskörper meines Auges, wie erstarrte Mikroben, die fortwährend, meist unbemerkt, in meinem Gesichtsfeld schwimmen. Sie sind Teil meines Selbst. Seit den fernen Tagen, da ich Graphiker und Zeichner werden wollte, habe ich die schrullige Angewohnheit, alles, was ich sehe, mit einem geistigen Finger oder einer gedachten Feder nachzuzeichnen – ich umreiße einen Schuh oder Fuß, schraffiere Diagonalen über Fensterscheiben, spüre einem Gardinenmuster nach, und mein richtiger Finger zuckt dabei. Auch dies, dieser idiotische Tick, gehört zu meinem Selbst. Immerfort, an jeglichem Tag meines Lebens, kommen mir Fetzen alter Lieder in den Sinn (…) Will ich wirklich, dass dieses Selbst, diese konfusen, der Luft aufgeprägten Fingerabdrücke auf ewig fortbestehen, das atomare Universum überdauern?”

Was Erinnern bedeutet, wenn es in Momentaufnahmen zerlegt wird, hat Martin Walser beschrieben: „Solange etwas ist, ist es nicht das, was es gewesen sein wird. Wenn etwas vorbei ist, ist man nicht mehr der, dem es passierte. Allerdings ist man dem näher als anderen. Obwohl es die Vergangenheit, als sie Gegenwart war, nicht gegeben hat, drängt sie sich jetzt auf, als habe es sie so gegeben, wie sie sich jetzt aufdrängt. Als das war, von dem wir jetzt sagen, dass es gewesen sei, haben wir nicht gewusst, dass es ist. Jetzt sagen wir, dass es so und so gewesen sei, obwohl wir damals, als es war, nichts von dem wussten, was wir jetzt sagen. – In der Vergangenheit, die alle zusammen haben, kann man herumgehen wie in einem Museum. Die eigene Vergangenheit ist nicht begehbar. Wir haben von ihr nur das, was sie von selbst preisgibt …”

Letztlich spielt auch die Erinnerung nur auf Zeit. Der Spielleiter hält sich bedeckt; um so mehr sind eigene Antworten und Widerständigkeiten gefordert. Der Zuspruch der Erinnerung verdient ungeteilte Aufmerksamkeit; die Zeit will genutzt werden. Sie ist ein Mysterium, das jedoch, bei genauerem Bedenken, auch den einen oder anderen Tag der offenen Tür zu bieten hat. In seinem neuen Buch Zeit beschreibt Rüdiger Safranski die vielfältigen Aspekte unserer Liaison mit einer großen Unbekannten, die sich, trotz raffinierter Messmanöver und aller Totschlagversuche, die an ihr verübt werden, nicht wirklich in die Karten schauen lässt. Dabei beginnt er, interessanterweise, mit der Langeweile, durch die „man besonders gut erkennen kann, was mit den Menschen los ist, wenn sonst nichts los ist“. In den weiteren Kapiteln geht es (u.a.) um die Kunst des Anfangens; um die Sorge, die sich als eine Art vorauseilender Gehorsam in der Zeit begreifen lässt; um Lebenszeit, Echtzeit und Eigenzeit. Auch der kosmischen Zeit, sicher nicht der anschaulichste Gegenstand, über den man ins Grübeln kommen kann, stellt sich Safranski, wofür er ein Sonderlob verdient. Zurück auf etwas sichererem Terrain widmet er sich dem inneren Gespräch, das wir, zeitbedingt, mit uns führen; unser Bewusstsein wird befragt, natürlich auch die Erinnerung und die mal poetischen, mal gewagten Antworten, die in den Archiven von Literatur und Philosophie zur Ausleihe bereit liegen. Schließlich darf die Ewigkeit nicht fehlen, mit der wir, mag sie nur eine schier unverwüstliche Gedankenfigur sein oder der geheime Disponent für die Abteilung Glaube, Liebe, Hoffnung, umgehen, als könnte sie zu guter Letzt doch mehr zu bieten haben als den Sehnsuchtsort, an dem dereinst, wenn die Nachspielzeit vorbei ist, eine Willkommenskultur zelebriert wird, vor der jede Kritik verstummt. Festzuhalten bleibt, dass die Zeit zwar erhaben ist über unsere Annäherungsversuche, sich in ausgesuchten Momenten aber durchaus gesprächsbereit zeigt: „Der zugrunde liegende Gedanke ist der: Damit etwas im Sein bleibt, muss es in einem Bewusstsein sein. Sonst ist es, als wäre es nie gewesen. (…) Das rätselhafte Schattenreich aus Sein und Nicht-mehr-Sein öffnet sich allein auf der inneren Bühne des Menschen mit der unerhörten Erfahrung des Vergehens … Alles vergeht, aber nur im Menschen wird Vergehen als solches erfahren, und damit kommt ein Nichts ins Spiel, das es nur hier im Bewusstsein gibt, und nicht draußen in der Welt.“

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erstellt am 24.11.2015

Rüdiger Safranski
Zeit
Was sie mit uns macht und was wir aus ihr machen
Fester Einband, 272 Seiten
ISBN 978-3-446-23653-0
Hanser Verlag, München 2015

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Augustinus

»Im unermesslich weiten Haus des Erinnerns -, dort drinnen lebt mir Himmel und Meer und Erde und alles, was ich von ihnen je erfahren, nur jenes nicht, was ich vergessen habe«

Augustinus

»Die Erinnerung ist ein abgelegtes Kleid, welches, so schön es ist, nicht mehr passt, da man aus ihm herausgewachsen ist.«

Sören Kierkegaard

»Vergebens versuchen wir unsere Vergangenheit wieder heraufzubeschwören, unser Geist bemüht sich umsonst.«

Marcel Proust

»Solange etwas ist, ist es nicht das, was es gewesen sein wird. Wenn etwas vorbei ist, ist man nicht mehr der, dem es passierte.«

Martin Walser

Rüdiger Safranski und Hartmut Rosa im Gespräch