Auf der neuen CD „alla czeca“ hat das Signum Quartett einen Bogen von der musikalischen Frühmoderne des ausgehenden 19. Jahrhunderts zur Moderne des frühen 20. Jahrhunderts gespannt. Der Verdienst dieser CD ist die Wiederentdeckung zu Unrecht vergessener Komponisten wie Josef Suk und Erwin Schulhoff, meint Stefana Sabin.

CD

Musikalische Aufklärung

Von Stefana Sabin

Seit der Gründung 1994 hat das Signum Quartett – Kerstin Dill (Violine), Annette Walther (Violine), Thomas Schmitz (Cello) und Xandi van Dijk (Viola) – schon mehrere Aufnahmen gemacht, die die Kritik als „ungemein spannend“ (Pizzicato) oder auch als „overwhelming performance“ (The Independent) bezeichnet hat. Für die Aufnahme der Streichquartette op. 3 von Berg, Bartok und Schnittke erhielt das Quartett letztes Jahr den ICMA Award. Dieser Preis war Anerkennung und Ermunterung – jedenfalls erschien schon Anfang 2015 eine weitere Aufnahme, nämlich eine „soundescapes“ betitelte CD, auf der ein Werk des englischen Avantgardisten Thomas Adès vorgestellt wird, umrahmt von französischen Impressionisten. Und gerade ist eine weitere CD mit Musik tschechischer Komponisten erschienen. Unter dem Titel „alla czeca“ hat das Signum Quartett, das mit der Interpretation neuer Musik auch eine Art musikalische Aufklärung betreibt, einen Bogen gespannt von der Frühmoderne des ausgehenden 19. Jahrhunderts zur Moderne des frühen 20. Jahrhunderts: von Antonín Dvoráks Streichquartett G-Dur Op. 106 von 1895 über Josef Suks (Dvoraks Schwiegersohn!) Meditation über einen altböhmischen Choral von 1914 bis zu den fünf Stücken für Streichquartett von 1923 von Erwin Schulhoff. (Schulhoffs dritter Satz – „Alla Czeca. Molto Allegro“ – gab der CD ihren Titel.) Selten klang Dvorák so frisch wie in der Interpretation des Signum Quartetts. Aber ein Verdienst dieser CD liegt auch darin, zu Unrecht vergessene Komponisten wie Suk und insbesondere Schulhoff wieder zu Gehör zu bringen.

Der Sender BR-KLASSIK besuchte das Signum Quartett während der Aufnahmen zu »Alla Czeca«.

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erstellt am 19.10.2015

Signum Quartett
alla czeca
Dvorák / Schulhoff / Suk
Capriccio 5257

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