Die mit Spannung erwartete, von Max Czollek, Robert Prosser und Michael Fehr herausgegebene Anthologie „Lyrik von Jetzt 3 – Babelsprech“ ist jüngst erschienen. Vor allem in der Lyrikzeitung und auf Facebook entstand kurz darauf eine lebendige Debatte. In ihrem Vorwort unterstreichen die Herausgeber, worin die Besonderheit des Lyrikprojekts besteht.

Vorwort

Lyrik von Jetzt 3

Von Max Czollek, Robert Prosser, Michael Fehr

„Lyrik von Jetzt 3“ versammelt Schreibende aus einem geografischen Raum von Flensburg bis Bozen, von Basel bis Wien, die 1980 oder später geboren wurden. Jede*r Autor*in ist mit zwei bis fünf Seiten vertreten. Um die Orientierung zu erleichtern, haben wir das Buch als eine Abfolge poetischer Räume geordnet. So entsteht auch ein Panorama konzeptioneller Zugänge junger deutschsprachiger Gegenwartslyrik.

[…]

In respektvoller Beachtung der Arbeit der bisherigen Herausgeber Björn Kuhligk und Jan Wagner hat sich die vorliegende Anthologie der Überschreitung nationaler Grenzen verschrieben. „Lyrik von Jetzt 3 / Babelsprech“ ist ein erster Versuch, neue Lyriker*innen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum einer interessierten Öffentlichkeit vorzustellen.

Ein solches Vorhaben verlangt sorgfältige Vorbereitung. Ein Netzwerk musste geschaffen werden, welches die nach wie vor national und lokal getrennt agierenden Autor*innen miteinander verbindet. Zudem brauchte es unterstützende Institutionen. Den vereinten Anstrengungen entwuchs ein trinationale Projekt von bisher unbekanntem Ausmaß. Von 2013 bis 2015 förderte Babelsprech neue deutschsprachige Poesie. Ausgehend von einer Initiative der Literaturwerkstatt Berlin und Max Czollek wurden in Österreich das Literaturhaus Wien und Robert Prosser und in der Schweiz Michael Fehr dazu gewonnen.

Während das Projekt mit der Herausgabe von „Lyrik von Jetzt 3“ sein Ziel erreicht, ist seit der Initialkonferenz im September 2013 in Lana viel in Bewegung geraten. Im Rahmen von Babelsprech trafen sich junge deutschsprachige Dichterinnen und Dichter zu gemeinsamen Lesungen, zum digitalen Austausch auf babelsprech.org und zu einer neuerlichen Dichterkonferenz im April 2015 in Bern. Aktuelles, lyrisches Schaffen lässt sich nicht mehr durch lokale Gegebenheiten begrenzen, sondern beginnt, das Potenzial des gemeinsamen Sprachraumes auszuschöpfen.

In den vergangenen zwei Jahren hat sich gezeigt, dass Vielfalt wahrzunehmen auch bedeutet, die Geschichte und Position der jeweiligen Texte, ihren Bezug auf literarische Vorbilder und Traditionen nachzuvollziehen. Die Auswahl erfolgte mit größtmöglicher Aufmerksamkeit für das weite Spektrum poetologischer Zugänge innerhalb der Gegenwartsdichtung. Wir freuen uns über jede einzelne Stimme, die wir im Folgenden vorstellen dürfen.

Vorwort aus: Max Czollek, Michael Fehr, Robert Prosser (Hrsg.): Lyrik von Jetzt 3 / Babelsprech
Mit freundlicher Genehmigung © Wallstein Verlag, Göttingen 2015

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erstellt am 16.10.2015

Max Czollek, Michael Fehr, Robert Prosser (Hrsg.)
Lyrik von Jetzt 3 / Babelsprech
Klappenbroschur, 360 Seiten
ISBN: 978-3-8353-1739-0
Wallstein Verlag, Göttingen 2015

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