Ernst Klee hatte einen selten gewordenen Beruf. Er war Investigativjournalist und Schriftsteller. In seinen Zeitungsartikeln, Filmen und Büchern befasste er sich mit Behinderten, psychisch Kranken, Pfarrfamilien oder Nichtsesshaften, dann schrieb er über die Euthanasie und die Medizin im Dritten Reich. Ohne seine Arbeit wären viele NS-Verbrechen verborgen geblieben. Walter H. Pehle, sein Freund und Lektor beim S. Fischer Verlag, erinnert an den außergewöhnlichen Aufklärer.

Ernst Klee, Foto: Walter H. Pehle
Ernst Klee, Foto: Walter H. Pehle
Erforscher der NS-Zeit

Ernst Klee: seine Bücher, sein Erbe

Von Walter H. Pehle

Ernst Klee war einer der mir ganz besonders wichtigen Autoren, ein Freund, mit dem ich 35 Jahre lang als Lektor zusammengearbeitet habe.

Der unerschrockene, unermüdlich tätige und vielfach ausgezeichnete Autor ist im Mai 2013 nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 73 Jahren verstorben. Hinterlassen hat er uns ein vielfältiges Erbe: darunter über 30 Bücher, viele richtungweisende große Reportagen in der ZEIT und im Hessischen Rundfunk, dazu noch mehrere Dokumentarfilme.

Bis auf ganz wenige Ausnahmen sind seine Bücher (seit 1974) bei S. Fischer in Frankfurt erschienen – einem Verlag, der von 1936 bis zum Kriegsende im Exil gewesen ist, – in dem frühzeitig wichtige Bücher über den Nationalsozialismus erschienen waren.
Auf diesem Fundus konnte ich ab 1977 eine Buchreihe aufbauen, entwickeln und pflegen, mit der systematisch die Zeit des Nationalsozialismus aufgearbeitet wurde.

Wegen ihrer Umschlaggestaltung wurde diese Buchreihe bald Schwarze Reihe genannt. Mit mehr als 250 Publikationen bis zum Jahre 2011, meinem Ausscheiden aus dem Verlag, geriet sie zur „weltweit größten Buchreihe“ dieser Art (Hilberg).

Die einzelnen Projekte habe ich nach dem Prinzip ausgesucht: „Bücher müssen miteinander sprechen“ (Günther Busch). Jedes neue Buch baut auf bereits Vorhandenen auf, schafft inhaltliche Verbindungen zu und zwischen anderen Büchern etc. etc.

Ein Beispiel für solcherart Programmarbeit ist das OEuvre von Ernst Klee, insbesondere das Werk aus seiner zweiten Schaffensphase, die 1983 mit einem Paukenschlag eröffnet wurde: mit seinem innovativen, weil grundlegenden Buch über die „Euthanasie“ – ein Thema, das damals aus unterschiedlichen Gründen so gut wie niemanden interessiert hatte.

Um zu verstehen, wie es dazu kam, ein kleiner Rückblick:

Ernst Klee, geboren 1942 in einem Frankfurter Arbeiterquartier, Inhaber eines Gesellenbriefs als Sanitär- und Heizungstechniker, hatte anschließend als Externer die Abiturprüfung absolviert. Studien der Theologie und Sozialpädagogik brach er bald enttäuscht ab, um lieber in der Praxis als Journalist zu arbeiten.

In seine Wiege war nicht gelegt worden, dass man dereinst bei Wikipedia nach Eingabe des Begriffs „investigativer Journalismus“ schnell auf Ernst Klee stoßen würde.
Tatsächlich hatte er sich in den frühen 1970ern einen Namen als kritischer und unabhängiger Autor gemacht und gehörte (neben seinen Kollegen Hans Leyendecker, Günter Wallraff, Jürgen Roth) zu jener winzigen Schar investigativer Journalisten in Deutschland, die unser Wissen um den Zustand der Randzonen unserer Gesellschaft (und damit über unsere Gesellschaft selber) vorangebracht haben.

Klee beschäftigte sich intensiv mit den von der Mehrheitsgesellschaft verleugneten Realitäten der sozial Randständigen – der Strafgefangenen, „Gastarbeiter“, „Penner“, Psychiatrie-„Insassen“ und „Behinderten“.
Zu diesem Themenkomplex brachte er in den sechs Jahren zwischen 1974 und 1980 sieben Bücher heraus.

Er recherchierte, wenn nötig undercover, direkt vor Ort: in Gefängnissen, Obdachlosenasylen, Psychiatrischen Anstalten und Behinderteneinrichtungen.
Jahrelang hat er als Lehrbeauftragter an der Frankfurter FHS und als Leiter des VHS-Kurses „Bewältigung der Umwelt“ zusammen mit Behinderten und Nichtbehinderten gearbeitet.

Seine großen Sozial-Reportagen für DIE ZEIT und die Stunden(!)features im Hessischen Rundfunk wurden schon bald Legende. Dies und seine Bücher begründeten den exzellenten Ruf des Autors bei seinem Publikum, das bald Züge einer Art Fan-Gemeinde annahm.

Zu den vielen praktischen Projekten und großen „Aufregern“ der damaligen Zeit gehörte die berühmt gewordene „Frankfurter Straßenbahnblockade“, während der am 18. Mai 1974 ein paar Rollstuhlfahrer den gesamten Innenstadtverkehr lahmgelegt hatten.
Ernst Klee – immer im Zentrum des Geschehens – wurde bald schon von seinen MitstreiterInnen anerkennend „Behindertenpapst“ genannt.

Buchcover

Im selben Jahr, 1974, erschien sein innovativer „Behinderten-Report“ und zwei Jahre später ein Nachfolgeband – zusammen in 150.000 Exemplaren. Die so genannte Behinderten-Bewegung hatte begonnen, die Bundesrepublik in kleinsten Schritten zu verändern – etwa mit rollstuhlgerechten Zugängen im öffentlichen Raum.

Dort, wo sich in dieser Hinsicht partout nichts bewegte, wurde medienwirksam protestiert – so etwa 1979 im Frankfurter Schauspiel, wo vor ausverkauftem Hause die „Goldene Krücke“ an besonders behindertenfeindliche Einrichtungen verliehen wurde; sie ging damals zu gleichen Teilen an das Spastikerzentrum in München und an eine (so die Laudatio) „gottesfürchterliche Einrichtung“, an die Alsterdorfer Anstalten in Hamburg.

Seit diesen Zeiten habe ich mit Ernst Klee zu tun bekommen und fortan alle 25 nun folgenden Bücher als sein Lektor betreut. Mir war der stets in Jeans und zerknitterter Weste gekleidete, hochgewachsene Rebell mit seinem gewaltigen Lockenkopf auf Anhieb sympathisch gewesen, weil er radikal die Perspektive von Betroffenen, von Patienten einzunehmen pflegte.

Von niemandem ließ er sich seinen Schneid abkaufen, auch nicht am 8. Mai 1980 vom Landgericht Frankfurt, vor dem er mit rund 5000 MitstreiterInnen aus der ganzen Republik lautstark gegen ein skandalöses Urteil zum Nachteil der Integration von Behinderten demonstrierte.

Bereits zwei Monate später (im Juli 1980) erschien die Dokumentation dieser Vorfälle unter dem Titel „Behinderte im Urlaub?“
Sie wurde von der Pressekammer desselben Landgerichts wegen einer formalen Petitesse per Einstweiliger Verfügung verboten – wir hatten den Namen der Klägerin, der im „stern“ bereits genannt worden war, im Faksimile des Urteils vom 25.2.1980 nicht geschwärzt. Die Folge: 4000 Bücher mussten eingestampft werden. Das war das einzige Mal, dass Klee und seinem Verlag so etwas passiert ist.

Im selben Jahr, 1980, kam als Summe seiner Beschäftigung mit dem schwierigen Thema das Handbuch „Behindert“ heraus.
Was sollte danach kommen? Wie nun weiter?

Klees zweite Schaffensphase

Ich erinnere mich noch genau an ein langes Gespräch mit Ernst im Dreh-Restaurant des einstigen Henninger-Turms in Frankfurt-Sachsenhausen. Er steckte ganz offensichtlich in einer Schaffenskrise, schien offensichtlich „ausgeschrieben“ zu sein.
Dennoch: Im Laufe des Abends kamen wir irgendwann auf die eigentlich naheliegende Frage, was wohl dabei herauskommen würde, wenn Klee sein Thema, in dem er sich wie kaum ein Zweiter auskannte, auf die Zeit vor 1945 ausdehnen würde.

Danach trennten wir uns, ohne wirklich zu wissen, wohin nun die Reise gehen sollte …

Zwei Jahre herrschte nun zwischen uns quasi Funkstille, nur unterbrochen von Klees gelegentlichen Telefon-Berichten über den neuesten Stand der Dinge. Dabei schälte sich heraus, dass er im Begriff war, sich in Archiven und bei Zeitzeugen in die medizinische Zeitgeschichte einzuarbeiten.
Gelegentlich trafen wir uns stets bei demselben Italiener in Sachsenhausen zum Mittagessen; Ernst immer: Saltimbocca.
Ein besonderes Treffen fand im Pfarrgarten der Rödelheimer Cyriakus-Gemeinde statt. Auszubildende des Verlages interviewten Ernst zu seinen neuen Forschungen – das Ganze unter dem weit ausladenden Nussbaum inmitten prächtig blühender Blumen und kultivierter Himbeerbüsche, in einer Idylle, die ich nicht vergessen werde.
Ernst liebte diesen Pfarrgarten, aus dem er Kraft für seine Arbeit zu schöpfen pflegte.

1983 war es dann so weit. Ernst Klee erschien im Verlag und legte mir ein faustdickes, eng beschriebenes Manuskript auf den Tisch. Beim Blättern erkannte ich sogleich, dass der Inhalt für damalige Verhältnisse höchst brisant war: Er hatte sich in das Thema ,Euthanasie’ hineingearbeitet, d.h. in die Vernichtung ‚lebensunwerten Lebens‘ im NS-Staat. Tief beeindruckt von seiner Forschungsleistung brachte S. Fischer die 500 Seiten starke Monographie als Hardcover umgehend zur Buchmesse 1983 heraus.

Das war nicht nur der Beginn der zweiten Schaffensphase von Ernst Klee, die bis zu seinem Tode 30 Jahre lang anhalten sollte, sondern dokumentierte, dass der Autor entschlossen und umsichtig wissenschaftliches Neuland zu erforschen imstande war.

Erwähnt werden muss, dass Klee nicht allein auf weiter Flur war. Schon 1978, während des Frankfurter Psychiatrie-Streites um die Professoren Bochnik und Pittrich (es ging damals u.a. um die umstrittene Elektroschock-„Therapie“) und auch während der Recherchen zu seinem „Psychiatrie-Report“ (1978), erst recht bei den Recherchen zu seinem „Euthanasie“-Buch (1983) ist Klee auf die „links“ stehende „Zeitung im Gesundheitswesen“, „Dr. med. Mabuse“, gestoßen.

Sie hatte im Mai 1980 einen Aufruf zum alternativen „Gesundheitstag“ veröffentlicht, der zeitgleich mit dem 83. Deutschen Ärztetag in West-Berlin stattfinden sollte.
Zur Vorbereitung dieser Gegenveranstaltung für „kritische“ Ärzte veröffentlichte der Gesundheitsladen Berlin e.V. ein 192-seitiges kommentiertes Programm-Buch, in dem als Thema Nr. 1 „Medizin im Nationalsozialismus“ und u. a. ein Forum „Psychiatrie im Faschismus“ angekündigt wurden. Ein Medizinstudent namens Ellis Huber (dem wir später noch einmal begegnen werden) hat die Veranstaltung koordiniert.
Sie geriet zu einem riesigen Erfolg: 1500 junge Ärztinnen und Ärzte, Medizinhistoriker und Journalisten nahmen an den zahlreichen Foren zu Themen teil, die von der Mehrheits-Ärzteschaft strikt und hartnäckig geleugnet wurden.

Ein Teil der damals dort vorgetragenen provozierenden Forschungsberichte wurde 1980 im Mabuse-Verlag unter dem Titel „Medizin und Nationalsozialismus. Tabuisierte Vergangenheit – Ungebrochene Tradition?“ von Gerhard Baader und Ulrich Schultz herausgegeben.

Buchcover

Zusammen mit Mitscherlich/Mielkes berühmter Dokumentation „Medizin ohne Menschlichkeit“ (1947/1960) und dem Tagungsband gehört Klees Monographie von 1983 über die „Euthanasie“ zu den grundlegenden Werken der medizinischen Zeitgeschichte.

Ein Autor aus jenen frühen Zeiten sei noch erwähnt: Götz Aly, der sich seit 1979 mit den „Euthanasie“-Morden der Nazis beschäftigte und von 1984 bis 1992 einer der Herausgeber der ersten zehn Bände der Beiträge zur nationalsozialistischen Gesundheits- und Sozialpolitik gewesen ist.

Klees Schilderungen waren direkt, schonungslos offen, aufrüttelnd – was sich in der Konsequenz polarisierend auswirken musste. Klees Arbeit war die eines investigativen Journalisten, die sogleich das Interesse der Leitmedien gefunden hat und (wie sich in der Folge herausstellen sollte) eines stetig wachsenden Publikums, das weit über die engen Fachgrenzen hinausreichte.

Klee hat es gewagt, Hunderte von Täterinnen und Täter unverschlüsselt beim Namen zu nennen. Ich gestehe, dass ich als Lektor diese Transparenz zwar begrüßt, aber mich angesichts meiner drei Jahre zuvor gemachten Erfahrung mit einer Einstweiligen Verfügung nicht gerade entspannt gefühlt hatte.

Typisch für Klee war, dass er – ganz Anwalt der Betroffenen – mit seinem Buch dazu beitragen wollte, den zu Nummern reduzierten Opfern Identität und Gesicht zurückzugeben.

Buchcover

Der Themenkomplex war „heiß“. Nicht ohne Grund hatte sich bis dato kein Fachhistoriker systematisch an die „Euthanasie-“, Pharmazeuten- und Medizinerverbrechen herangewagt.

Das Thema war vor allem auch deswegen „heiß“, weil damals (1983) die allermeisten Täter und Mitwisser so gut wie nicht belangt worden waren, nahtlos ihre ärztlichen Tätigkeiten hatten fortführen können und über einflussreiche Stellungen in Verbänden und Forschungsverbünden und mit Hilfe prozessfreudiger Anwaltskanzleien Einfluss nahmen auf die Politik der Verdrängung und Verleugnung.

Viele der Jüngeren können heute nicht mehr so recht nachvollziehen, wieviel Courage und psychische Kraftanstrengung Autoren wie Klee damals benötigten, um a) in die verminte Medizinische Zeitgeschichte einzudringen und b) dies auch noch mit offenem Visier zu tun.

Der Mut hat sich bewährt: Klee wie auch die kleine Schar kritischer Medizinhistoriker der frühen 80er Jahre haben der Täterforschung heftig auf die Sprünge geholfen. Das war damals und ist sogar gelegentlich noch heute nicht gern gesehen: Stichwort Täterschutz!! Und den erlebte Ernst nicht nur bei Betroffenen, sondern sogar bei Behörden, wo es nicht selten hieß: „Türen zu, der Klee kommt!“

Infolge des umfangreichen Quellenmaterials, das er ans Licht gefördert hatte, konnte er bald zwei weitere Bände nachlegen: die Quellensammlung “Dokumente zur ‚Euthanasie‘“ (1985) und die Monografie „Was sie taten, was sie wurden“ (1986) über die Nachkriegskarrieren der „Euthanasie“-Ärzte. Letzteres wurde zu seinem auflagenstärksten Buch.

Die „Euthanasie“-Trilogie wäre Klee nicht möglich gewesen ohne die Unterstützung von einigen wenigen, ebenso mutigen Archivaren (z. B. in Wiesbaden) und Staatsanwälten (z. B. in Frankfurt und Ludwigsburg).
Sie halfen mit Sachkenntnis und schöpferischer, aktiver und passiver Hilfestellung, sodass Klee seinen Großkopierer füttern konnte – mit dokumentarischem Quellenmaterial, aus dem er dann mit vollen Händen zu schöpfen pflegte.

Buchcover

Nach diesem Paukenschlag befasste sich Ernst Klee vier Jahre lang mit dem Zweiten Weltkrieg. 1988 brachte er die Text-Bild-Dokumentation „Schöne Zeiten“ heraus, in der aus der Sicht der Täter und Gaffer der Mord an den Juden in Polen und in der Sowjetunion während des 2. Weltkrieges dokumentiert wird. Täter waren SS-Sonderkommandos, die in Kooperation mit Wehrmachtstruppenteilen gnadenlos ihr blutiges Handwerk betrieben hatten.

Das sagt sich heute so leicht dahin – damals, bei Erscheinen des Buches 1988 war dies eine provozierende These. Ich erinnere mich noch an wütende Reaktionen aus dem Publikum – ganz so wie acht Jahre später (1996) anlässlich der ersten Wehrmachtsausstellung.

Klees reich bebilderte Dokumentation „Schöne Zeiten“ wurde auf Anregung der Berliner Akademie der Künste in eine gleichnamige Ausstellung transformiert, die zwischen 1988 und 1990 in Deutschland, Österreich und Südtirol gezeigt wurde. Um auf die Ausstellung angemessen aufmerksam zu machen, haben wir hochrangige Politiker (darunter Bundes- und Landespräsidenten, auch einige Minister) gewinnen können, die sie an 25 Orten feierlich eröffneten, was erwartungsgemäß große Beachtung in den regionalen und überregionalen Medien hervorgerufen hat.

Ein Jahr später (1989) folgte die nicht minder aufrüttelnde Text-Bild-Dokumentation über den deutschen Angriffs-, Rassen- und Vernichtungskrieg im Osten unter dem Titel „Gott mit uns“ – einem Wahlspruch des preußisch-deutschen Militarismus, der auf den Koppelschlössern aller Soldaten eingestanzt war. Auch hier wurde die Kooperation von SS und Wehrmacht dokumentiert.

In dichter Folge erschienen anschließend Publikationen – über die Haltung der Kirchen im NS (1989), – über das heikle Kapitel Sterbehilfe (1990), – über die Flucht von NS-Prominenten und -Tätern über die so genannte „Rattenlinie“ nach Südamerika mit Hilfe der kath. Kirche (1991), – und (1993) über die versäumte Aufarbeitung der furchtbaren NS-Geschichte der Psychiatrie in Ost- und Westdeutschland.

Klee hatte also ab 1983, beginnend mit seinem dreibändigen „Euthanasie“-Projekt, sein zweites großes Tätigkeitsfeld gefunden: die Zeit des Nationalsozialismus.

Der Dokumentarfilmer

Neben seiner regen publizistischen Arbeit betätigte sich Ernst Klee immer wieder auch als Dokumentarfilmer.
1993 enthüllte er mit seinem Filmbericht „Die Hölle von Ueckermünde“ die katastrophalen Verhältnisse in der DDR-Psychiatrie.
1995 folgte die hr-Dokumentation „Sichten und vernichten – Psychiatrie im Dritten Reich”.
Und 1996 der Fernsehfilm „Ärzte ohne Gewissen“, in dem Klee in 59 langen Minuten den umstandslosen Menschenverbrauch für medizinische und pharmazeutische Versuche im Dritten Reich dokumentiert hat: Polen, Russen, Juden, Zigeuner ersetzten Labor-Ratten und Versuchskaninchen.

Zurück zu den Büchern

Buchcover

1997 erschien nach umfassenden Vorbereitungen sein (für mich) zweitwichtigstes Buch: „Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer“. Nahezu sämtliche Medien reagierten darauf mit großen, überwiegend zustimmenden Rezensionen.

Zitieren möchte ich den Doyen der Medizinhistoriker, Klaus Dörner, der in der Buchmessebeilage der FR bekannte:
„Die Lektüre dieses Buches gehört zu den deprimierendsten meines Lebens … Wieder einmal ist es kein Arzt, kein Historiker, auch kein Medizinhistoriker, sondern – mit Ernst Klee – ein Journalist, der hilfsweise einspringt und der Medizin vormacht, was die notwendige Selbstaufklärung bedeuten würde.“

Und dann fügte Dörner noch hinzu: Bereits 1983 habe Klee mit seinem Buch „‚Euthanasie‘ im NS-Staat“ der Psychiatrie einen ebensolchen „schmerzlichen und kränkenden Liebesdienst erwiesen“. (FR v. 15.10.1997)

Sogleich auf Platz 1 der Sachbuch-Bestenliste von SZ/NDR geriet „Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer“ mit 40.000 verkauften Exemplaren auch noch zu einem beachtlichen ökonomischen Erfolg.

Der investigative Journalist Klee hatte erneut einen Nerv getroffen und dazu beigetragen, die längst fällige Diskussion über die Rolle der Medizin und der wissenschaftlichen Forschungsverbünde (wie der KsWilhGes [später MPG] und der DFG) in Bewegung zu setzen.

Erwähnt werden muss, dass Klee es wieder gewagt hatte, mehr als 1000 Personen, darunter viele Lehrstuhlinhaber und Medizinfunktionäre, beim Namen zu nennen. Das gefiel wohl niemandem aus den genannten, häufig wieder höchst einflussreichen Kreisen. Man versuchte, Klees Darstellung zu ignorieren oder zu desavouieren.

Man scheute sich nicht, sogar Petitessen aufzublasen. So sei – erzählte mir Ernst Klee – einem Mitarbeiter des Münchner Instituts für Zeitgeschichte aufgefallen, dass die Fußnoten nicht vorschriftsmäßig abgefasst worden seien. Ja –
aber Klees in der Tat gelegentlich formal schwache Fußnoten pflegten immerhin in inhaltlicher Hinsicht so wasserdicht gewesen zu sein, dass sich so gut wie kein Ankläger erfolgreich gegen den Autor hatte durchsetzen können.

Ein anderes Beispiel: Der Frankfurter Historiker, Prof. Notker Hammerstein, der zu jener Zeit an seiner Geschichte der erwähnten DFG saß (die die NS-Zeit reichlich vernebelte und später von der Kritik verrissenen werden sollte), meinte in seiner Rezension für die renommierte Historische Zeitschrift hervorheben zu müssen, dass Klee gar kein Historiker sei. Er schreibe als „geschickter und erfahrener Journalist“, was „dem schwierigen Thema wohl kaum angemessen“ sei.

Ähnlich abfällig wird sich 2003 auch der Berliner Historiker, Prof. Henning Köhler, in der FAZ über Klees angeblich denunziatorische Arbeitsweise äußern. Umgehend wurde der Professor dafür in DIE ZEIT von seinem Bochumer Kollegen, Hans Mommsen, scharf zurechtgewiesen.

Wie schön hebt sich da die Feststellung des britischen Historikers Michael Burleigh ab, Klees Buch liefere „zahlreiche neue Erkenntnisse“ und „stelle zweifellos die bislang bedeutendste Untersuchung zur Rolle der Medizin im Dritten Reich“ dar. (DIE ZEIT v. 22.8.1997)
Der Brite hatte offensichtlich keine Status-Probleme mit dem „Außenseiter“ Klee, dessen Bücher er regelmäßig in Time Literary Supplement (TLS) zu rezensieren pflegte.

Und auch Raul Hilberg, der damalige Doyen der Holocaust-Forschung, selber ein Einzelgänger, wusste, wovon er sprach, wenn er nicht nur mir gegenüber Ernst Klees herausragender Einzelleistung immer wieder großen Respekt zollte.

Klee wurde – wenige Ausnahmen zugestanden – von deutschen Zeithistorikern in seiner Bedeutung nicht erkannt und daher auch nicht angemessen zur Kenntnis genommen. Wie Ernst mir einmal sagte, hatte er es „zu seiner Arbeitsgrundlage gemacht“, dass er „diffamiert werde“.

Schmunzelnd erzählte er manchmal, wie er immer mal wieder darauf gestoßen ist, dass seine Forschungsergebnisse heimlich, still und leise – selbstverständlich ohne Nachweis – von Zunftgenossen abgeschrieben worden waren.

Geschwister-Scholl-Preis 1997

Bei Lage der Dinge überraschte dann doch die Nachricht, dass Ernst Klee, dem „Außenseiter“ im Wissenschaftsbetrieb, auf meine Anregung für seine „bahnbrechenden Forschungen“ der Geschwister-Scholl-Preis 1997 zuerkannt wurde.

In der Begründung der Jury heißt es: „Er macht nicht nur die Täter im Ärztekittel namhaft, sondern auch ihre Auftraggeber und Förderer in der DFG, der Pharmaindustrie, den Forschungslabors und wissenschaftlichen Instituten. Das Buch vermittelt wichtige neue Erkenntnisse über den inneren Zusammenhang und das ganze Ausmaß der Medizinverbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus.“

Ellis Huber (dem wir schon als junger Koordinator des alternativen Gesundheitstages 1980 begegnet sind), inzwischen Präsident der Berliner Ärztekammer, verneigte sich in seiner viel beachteten Laudatio … [die übrigens anschließend in Medizinerkreisen heftig kritisiert wurde – und das noch im Jahre 1997, mehr als 50 Jahre nach den Verbrechen!!] … verneigte sich im Namen der deutschen Ärzteschaft vor der Jury, „die diese ermutigende Wahl getroffen hat“.
Ernst Klee habe „das Gewissen der deutschen Mediziner aufgerüttelt und ein Tabu brechen helfen, das Ärztinnen und Ärzte in der BRD über vierzig Jahre hinweg errichtet hatten. […] Wir sind dabei, Lehren aus unserem Versagen zu ziehen und für eine Medizin zu kämpfen, die den Menschen dient.“

Zum Schluss dankte der Kammerpräsident Ernst Klee persönlich: „Ihr Werk hilft uns, unsere Macht und Ohnmacht, unsere Verführbarkeit und unsere Stärke besser zu erkennen. Damit ist auch eine Chance eröffnet, eine bessere und menschliche Medizin zu verwirklichen.“

Vor und nach dem Geschwister-Scholl-Preis ist Ernst Klee noch öfter ausgezeichnet worden; z. B. hier in Frankfurt mit der Goethe-Plakette.
Die Aufzählung seiner Preise, Medaillen und Urkunden wäre ihm unangenehm gewesen. Man kann sie bei Wikipedia nachlesen. Erwähnt werden soll aber, dass 2005 eine „Förderschule für körperliche und motorische Entwicklung“ in Mettingen (bei Münster) nach ihm benannt wurde – eine Ehrung, auf die er nämlich besonders stolz gewesen ist.

Ernst Klee war persönlich bescheiden und selbstbewusst zugleich. Seine Nummer stand nicht im Telefonbuch und einen Internet-Anschluss lehnte er ab. Bis tief in die Nacht hinein pflegte er in seinem Rödelheimer Arbeitszimmer an seinem vorsintflutlichen PC zu arbeiten, in einer Art Festung, umgeben von vollgestopften Regalen mit Büchern und Akten – und Tabaksqualm. Es war daher angesagt, ihn nicht vor 11 Uhr morgens anzurufen.

Entspannung fand er beim Fußballspielen mit Altersgenossen aus seinem Viertel und bei Wanderungen mit seiner Frau im Taunus und auf den Höhenwegen entlang der Mosel. Bei seiner – psychisch auf die Dauer nur schwer aushaltbaren – Forschertätigkeit werden ihm nicht zuletzt auch die stets frischen Blumen aus ihrem Pfarrgarten geholfen haben.

Lexikalische Mahnmale

Buchcover

In den letzten 10 Jahren hat er, eben weil er die Täter nicht unerkannt entkommen lassen und den Opfern symbolisch ihre Würde zurückgeben wollte, ausschließlich an Personenlexika gearbeitet – eine Berserkertätigkeit, die großen wissenschaftlichen Institutionen angestanden hätte.

Diesen Mangel nutzte Klee, verfügte er doch nach jahrzehntelanger Beschäftigung mit der NS-Zeit über einen ständig wachsenden Datenbestand von zuletzt über 20 000 Personen. Darüber nicht den Überblick zu verlieren, war den neuen Möglichkeiten der Computertechnik geschuldet, deren Wert Klee für seine Arbeit bald erkannt hatte.

2003 erschien „Das Personenlexikon zum Dritten Reich“ – mit dem für Klees Arbeitsweise charakteristischen Untertitel „Wer war was vor und nach 1945“. Es enthält über 4300 knapp formulierte biographische Einträge zu Personen aus Justiz, Kirchen, Wirtschaft, Wohlfahrtseinrichtungen, Kultur, Wissenschaft, Publizistik, Medizin, Polizei und Wehrmacht, darunter tragende Figuren aus NSDAP, SA und SS.

Das Lexikon war wegen der offenen Namensnennungen noch 2003 ein Wagnis; manche bemängelten – wie bei Lexika nicht unüblich –, dass diese oder jene Persönlichkeit nicht genannt worden sei und dass andere gar nicht hätten aufgenommen werden dürfen. Es gab auch Versuche der Einschüchterung durch Anwaltsbriefe, freilich ohne Erfolg. Dort, wo es notwendig war, hat Klee bei Nachdrucken Korrekturen vorgenommen, was bei einem Buch dieses Typs normal ist.

Das Personenlexikon war ohne Konkurrenz und geriet bald zu einem Standardwerk. Die Kritik lobte es über alle Maßen: endlich ein Nachschlagewerk, mit dem man etwas anfangen konnte. Nicht umsonst erklomm es bald nach Erscheinen die schon mehrfach erwähnte Sachbuchbestenliste von SZ und NDR.

Vier Jahre später, 2007, brachte Klee mit 4000 weiteren biographischen Einträgen ein zweites Nachschlagewerk heraus: „Das Kulturlexikon zum Dritten Reich“ – wiederum mit dem bekannten Klee‘schen Untertitel.

Verzeichnet sind die wichtigsten und bekanntesten Personen aus Archiv- und Büchereiwesen, bildender Kunst, Film, Geisteswissenschaften, Kunstgeschichte, Literatur, Musik, Rundfunk, Theater und anderen Bereichen – allesamt Täter und/oder tragende Säulen des Systems.
Daneben werden auch wieder Hunderte von Opfern der nationalsozialistischen Kulturpolitik dokumentiert: Verfemte und Verfolgte, die durch Berufsverbote ihrer wirtschaftlichen Existenz beraubt, ins Exil gezwungen oder ermordet worden waren.

Buchover

Das dritte Lexikon, das die Namen möglichst aller in Auschwitz Tätigen veröffentlichen sollte, war ein lang gehegter Wunsch von Ernst Klee. Jahrelang hat er wie besessen darauf hingearbeitet, unbeirrbar bis an den Rand seiner physischen Existenz. Noch drei Tage vor seinem Tod hat er sich, schwer krebskrank, an seinen Computer geschleppt, um an der letzten Fassung zu feilen.

Im Vorwort heißt es: Jeder, der sich mit Auschwitz beschäftige, bewege sich „an der Grenze der Belastbarkeit“ – aber: „Was wir kaum ertragen, beschreiben zu müssen, mussten Menschen am eigenen Leib erfahren.“

Das Erscheinen seines Auschwitz-Lexikons hat er nicht mehr erlebt. Es kam ein paar Monate nach seinem Tod heraus unter dem Titel: „Auschwitz. Täter, Gehilfen, Opfer – und was aus ihnen wurde“.

In der größten Tötungsmaschinerie der NS-Zeit hatten etwa 7000 Personen an unterschiedlichen Stellen „Dienst“ getan bei der Ermordung von einer Million Menschen. Rund die Hälfte von ihnen, genau 3621 SS-Männer und SS-Aufseherinnen, sind in diesem dritten Lexikon festgehalten, dazu – stellvertretend – Informationen über 420 Opfer – also insgesamt wieder mehr als 4000 Personen.

All diese Daten waren nur in mühsamster Forschungsarbeit zu generieren. Es gab praktisch kaum verwertbare Vorarbeiten. Hilfreich war, dass sich Ernst Klee auf den langjährigen Archivar und Bibliothekar des Fritz-Bauer-Instituts, auf Werner Renz, hat stützen können, der die Auschwitz-Prozess-Akten wie kaum ein zweiter kennt.

Die Personalprofile bestehen aus Geburtstag, Angaben zum Beruf und Dienstrang/-stellung, anschließend Lebenslauf und Tätigkeit in Auschwitz. Dann folgen Hinweise auf die Tätigkeit nach 1945 und Todesdatum. Die Mehrzahl der Einträge folgt diesem schon in den beiden Vorgänger-Lexika bewährten Prinzip.

In den Fällen, in denen nur bekannt ist, dass der Genannte z. B. in der Küche gearbeitet hat, schließt Klee die personenbezogenen Fakten mit einem Gedankenstrich ab. Nach dieser deutlichen Markierung fügt Klee Ausschnitte aus Zeitzeugenberichten an (etwa von Ruth Klüger, Elli Wiesel, Primo Levi, Ella Lingens, Hermann Langbein, Filip Müller etc.) bzw. Ausschnitte aus Ermittlungs- bzw. Gerichtsakten zum Thema Küche und der dort herrschenden barbarischen Zustände.

Barbara Möller bezeichnet dieses Verfahren in ihrer Rezension über Klees „zum Fürchten konkretes und lange überfälliges Buch“ (DIE WELT v. 8.3.2014) als „Arbeitsprinzip von Querverbindungen und Ergänzungen“. Der Autor hat dieses Prinzip mit Hilfe seines ausführlichen Sachregisters stark ausdifferenziert. Mehr als 300 Sachbegriffe zwischen „Abspritzen“ und „Zyklon B“ führen direkt zu den entsprechenden Personenartikeln. Wenn man sich die Mühe macht, mehrere solcher Begriffe aufzurufen, fügen sich die so gewonnenen Informationen bald zu einem vielschichtigen Bild von Auschwitz zusammen.

Der Rezensent der SZ schrieb, Klees „fulminantes Personenlexikon über Täter, Gehilfen und Opfer im KZ Auschwitz“ sei ein „lexikalisches Mahnmal“, ein „enzyklopädischer Steinbruch“ (17.12.2013) und fügte an: „Schade, dass dieses Buch auf keiner Bestsellerliste steht.“ Er hatte Recht. Es stand aber immerhin auf Platz 6 der Sachbuchbestenliste.

Und Barbara Möller schrieb ebenfalls in ihrer Rezension: „Der Wissenschaftsbetrieb hat diesem Außenseiter … die Anerkennung bis zum Schluss verweigert“, wo man ihm doch für seine Verdienste Ehrendoktorwürden hätte antragen müssen. Nun sei es zu spät.

Die Nachricht von Ernst Klees Tod verbreitete sich schnell, auch im Ausland. Im Londoner Guardian schrieb Sir Richard J. Evans, einer der ganz großen britischen Zeithistoriker, in seinem Nachruf: „Klee … wurde in den 90er Jahren zu so etwas wie dem [protestantischen] Gewissen des vereinigten Deutschland. […] Seine Lebensleistung beweist, dass ein couragierter wie entschlossener Journalist das nationale Gewissen aufzurütteln vermochte, während sich akademische Historiker in Deutschland schamhaft zurückhielten.“

Die Zeitgeschichtsforschung hat am 18. Mai 2013 einen ungewöhnlichen Gelehrten verloren, der S. Fischer Verlag einen zentralen Autor und ich einen Freund.

Eine leicht veränderte Fassung des Vortrags, den Walter H. Pehle auf der Ernst-Klee-Tagung im Mai 2015 im Frankfurter Dominikanerkloster gehalten hat.

Walter H. Pehle studierte Geschichte, Germanistik und Philosophie in Köln, Bonn und Düsseldorf; er promovierte bei Wolfgang J. Mommsen mit einer Arbeit über Nationalsozialismus in einer Provinzregion. Von 1976 bis 2011 war er verantwortlicher Lektor für Geschichtswissenschaft im S. Fischer Verlag und im Fischer Taschenbuch Verlag, ebenso für die Reihe »Europäische Geschichte« (Hg. von Wolfgang Benz), in der seit 1996 mittlerweile über 60 Bände erschienen sind. Von 1988 an gab er die 1977 von ihm begründete Buchreihe »Die Zeit des Nationalsozialismus« (sog. »Schwarze Reihe«) heraus, die inzwischen mit mehr als 200 Publikationen die weltweit größte Buchreihe dieser Art ist.

Kommentare

Kommentar eintragen









erstellt am 22.6.2015

Ernst Klee (1942-2013) war Journalist und durch seine Bücher zu nationalsozialistischen Tätern und Verbrechen ein bedeutender Historiker. Für seine Filme und Artikel erhielt er u.a. einen Adolf-Grimme-Preis (1982). Für ›Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer‹ (1997) erhielt er den Geschwister-Scholl-Preis. Die Stadt Frankfurt am Main zeichnete ihn 2001 mit der Goethe-Plakette aus und 2007 das Land Hessen mit der Wilhelm Leuschner-Medaille. Seit 2005 ist eine Förderschule im westfälischen Mettingen nach ihm benannt. 2013 verstarb Ernst Klee, kurz nachdem er die Arbeit an seinem letzten Werk abgeschlossen hatte.

Buchveröffentlichungen u.a.: ›Das Kulturlexikon zum Dritten Reich‹ (2007); ›Deutsche Medizin im Dritten Reich‹ (2001); ›Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer‹ (1997); ›Was sie taten, was sie wurden‹ (1986); ›Dokumente zur »Euthanasie«‹ (1985) und ›»Euthanasie« im NS-Staat. Die »Vernichtung lebensunwerten Lebens«‹ (1983).

Ausschnitt aus „Alles Kranke ist Last”, Doku von Ernst Klee u.a. (1988)

Ein Film von Ernst Klee. Er beschreibt, wie die Kirchen nach dem 2. Weltkrieg Nazis geholfen haben, auszureisen und zu fliehen.