Mit ihren eingängigen Arrangements von Neo-Folksongs waren Peter, Paul and Mary außerordentlich erfolgreich. Die zwei LPs »Debut Album« und »(Moving)« von 1962, die jetzt als CD erschienen sind, führen quer durch das Programm der Gruppe, berichtet Thomas Rothschild.

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Nach den Weavers

Von Thomas Rothschild

In den fünfziger und sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts konkurrierte in der Populärmusik Folk mit Rock. Der Rock hat überlebt, Folk führt heute ein Nischendasein. Damals war das anders, und man durfte durchaus beides mögen, Newport und Woodstock, die Waldeck und die Rockfestivals, die wie Pilze nach dem Regen aus dem Boden schossen. Das Bindeglied zwischen Folkgruppen wie den Almanac Singers oder den Weavers und Folkrockgruppen wie Pentangle oder Steeleye Span, aber auch solchen Ensembles wie The Mamas and the Papas, den Carpenters oder Simon & Garfunkel waren Peter, Paul and Mary. Mit ihren eingängigen Arrangements von Neo-Folksongs waren sie außerordentlich erfolgreich.

Die beiden Herren, Peter Yarrow und Noel „Paul“ Stookey, begleiten das Gesangstrio, das sie mit Mary Travers bilden, ganz im Geist des puristischen Folk, auf zwei Gitarren. Die zwei LPs von 1962, die, ergänzt um drei live aufgenommene Bonus Tracks, jetzt als CD erschienen sind, führen quer durch das Programm der Gruppe. Da gibt es eigene Songs im Stil amerikanischer und englischer Traditionals, Songs von Kollegen wie Woody Guthrie, Pete Seeger und Hedy West, Kinderlieder in der Art wortspielerischer Nursery Rhymes wie „Bamboo“ oder Peter Yarrows Hit „Puff, the Magic Dragon“. Unter den Zugaben befindet sich einer der berühmtesten Songs von Bob Dylan: „The Times They Are A'Changin'“. Ein poetischer Pazifismus und die Werte der Bürgerrechtsbewegung haben bei Peter, Paul and Mary ihre Spuren hinterlassen.

Stilistisch ist der Vortrag des Trios durch Freundlichkeit gekennzeichnet, durch eine fast intime, aggressionsfreie Haltung. Die Arrangements sind raffiniert, die dynamischen Nuancen minutiös ausgefeilt. Peter, Paul and Mary bewegen sich noch ganz im Rahmen einer Vorstellung von schönem Gesang, die in eben jener Zeit, in der sie ihre Erfolge feierten, von Leuten wie Bob Dylan oder Mick Jagger in Frage gestellt wurde. Die zeitliche Distanz lässt solche Gegensätze in einem milderen Licht erscheinen. Man kann Peter, Paul and Mary mit Vergnügen hören, auch wenn man ein Dylan-Fan ist.

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erstellt am 14.3.2015

Peter, Paul and Mary
Debut Album plus (Moving)
CD
Hoodoo/in-akustik 263505

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