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Das am 20. Dezember 2014 in Lyon eröffnende Musée des Confluences will mit seinen Sammlungen die Entwicklung, Träume und Grundfragen der menschlichen Gesellschaften in Zeit und Raum beschreiben und verständlich machen. Petra Kammann besichtigte kurz vor der Eröffnung das fast fertige Museumsgebäude mit Bruno Jacomy, dem Konservator und wissenschaftlichen Direktor.

Museum

Coop Himmelb(l)au auf der Basis des Guimet-Blau

Das Musée des Confluences – Gateway zum Wissen der Zeit

Von Petra Kammann

Musée des Confluences, Lyon. © Musée des Confluences Photo Quentin Lafont

Auch wenige Tage vor der Eröffnung bleibt das Musée des Confluences noch ein Gehäuse voller Geheimnisse. Das Museum will die Wissenschaften mit den reichen historischen Sammlungen der Stadt verbinden, indem es die Geschichte der Menschen und ihrer Herkunft im Laufe der Evolution miteinander verknüpft. Dabei spielen nicht nur die verschiedenen geographischen Räume und Wissenschaftssammlungen eine Rolle, sondern auch die verschiedenen Kulturen mit ihren Mythen. Der Zusammenschluss des Wissens, der Kulturen und der Künste erscheint dabei als Echo auf die geographische Situation an einem Ort des Zusammentreffens verschiedener Völker und des kulturellen Austauschs. Es birgt die beeindruckenden Sammlungen des ehemaligen Musée Guimet und des naturgeschichtlichen Museums von Lyon sowie zahlreiche Neuanschaffungen. Auf rund 6000 m² präsentiert es die Erd- und Menschheitsgeschichte mit mehr als zwei Millionen seltener Artefakte aus den Bereichen der Geowissenschaften, Biologie, Ethnologie sowie der Wissenschaft und Technik.

Im Zeitalter der „Clouds“, die Informationen für uns aufbewahren, ragt nun in 37 Meter Höhe an der Südspitze der Halbinsel zwischen Rhône und Saône ein futuristischer Bau wie eine „Wolke“ aus Glas, Stahl und Beton empor. Der Aufmerksamkeit heischende Museumsbau der Wiener Architektengruppe Coop Himmelb(l)au im dekonstruktivistischen Stil vereint dabei drei Elemente: Auf einem zweistöckigen Sockelgebäude aus Beton ruhen die bewusste „Wolke“ und ein „Kristall“ mit einer gläsernen Konstruktion. Besucher müssen zuerst den gläsernen Empfangsbereich des „Kristalls“ durchschreiten, bevor sie in die viergeschossige „Wolke“ gelangen, die auf mächtigen Stahlstützen und Betonsäulen zu schweben scheint. Vom gläsernen Gebilde des Empfangsbereichs (espace d’acceuil) werden die Besucher dann in die verschiedenen Richtungen geschickt. Unter den beiden Ausstellungsebenen liegen die technischen Bereiche, die Museographie, das Depot der Sammlung, Räume für die Vorbereitung der Ausstellungen sowie die Auditorien, in denen Seminare und Begegnungen stattfinden sollen.

Bruno Jacomy. Foto: Petra Kammann

„Wir befinden uns hier in einem Viertel und einem Stadtraum, der gerade neu entsteht“, kommentiert Jacomy begeistert die ungewöhnliche Situation. „An der Mündung von Saône und Rhône entsteht ein geradezu mythisch-magischer Raum von Lyon. Daraus haben wir einen Ort gemacht, der den Zusammenfluss von Wissen und Kulturen herstellt. Er hat auch eine mythische Funktion wegen der Wirbel des Wassers, aber auch wegen des Meteoriten, der auf die Erde fällt und ein ,Loch in das Glasgehäuse’ gegraben hat. Das kann jeder interpretieren, wie er will. Hier von der ,Wolke‘, dem Herzstück des Museums aus, können Bürger jedenfalls frei flanieren oder aber die jeweilig angrenzenden Ausstellungen, die hier untergebracht sind, wahrnehmen. Coop Himmelb(l)au wollte unbedingt daraus ein schwebendes Gebäude machen. Es sollte vor allem keine Grenze darstellen, wie zwischen Fluss und Festland. An dieser Stelle kann man auch einfach nur ,frei’ herumlaufen. Man muss nicht ins Museum gehen, auch wenn es ein Angebot darstellt. Von der Allee aus kann man die Schiffe unten auf dem Fluss beobachten und besondere Lichteffekte erleben. Die gläserne Oberfläche schafft Transparenz bis auf die letzte Etage, wo man in den Himmel schauen kann.“

Die Ausstellungsräume

An der Spitze in Richtung Flussmündung stellt ein transparenter Raum, eine „verrière“, ein Band zwischen der Sammlung und der Stadt her, indem er einen neuen Blick auf die Stadt und ihre wachsenden Viertel in ehemaliger Industriekulisse ermöglicht.

Von diesem „Glaskasten“ aus blickt man auf eine Brücke, die im vergangenen Jahr eigens für Fußgänger geschaffen wurde und von der aus man Zugang zur Metro hat: „Le Pont Raymond Barre“. Sie erinnert an den früheren Bürgermeister von Lyon und späteren Premierminister, der sehr viel für diese Stadt getan und mit seinen Diskussionen dazu beigetragen hat, dass das Projekt in Angriff genommen wurde. Dahinter steht wohl auch eine längere Projektphase, die ab dem Jahr 2000 dann endlich realisiert werden konnte, als man sich darüber im Klaren war, dass aus dem ehemaligen Wissenschaftsmuseum ein Musée des Confluences mit der entsprechenden Philosophie und einem entsprechend architektonischen Projekt werden sollte.

An der Spitze der Halbinsel wird – ebenfalls von Coop Himmelb(l)au – ein öffentlicher Park angelegt, von dem aus jedermann die Rhône zur Linken und die Saône zur Rechten erleben kann. Diese Stelle sei in den letzten Jahren eher ein verlorener Ort gewesen, an den kein Lyonnais mehr kam, so Jacomy. Dieser Ort werde nun zurückerobert. In dem Ensemble entstehen Grünbereiche, in denen auch Vorführungen stattfinden können. Und so kann man von dort aus nun über den Uferweg in die „Sucrière“ – die renovierte ehemalige Zuckerfabrik – gelangen, in der sich die zeitgenössische Kunst präsentiert. Nicht zuletzt hat man an das gute Essen, für das die Stadt Lyon mit ihrem berühmten Sternekoch Paul Boucuse steht, gedacht. Ein Bistro des Sternekochs Guy Lassausaie ist ebenso auf der dritten Ebene eingeplant wie auch ein kleineres Bistro mit Terrasse auf der vierten Ebene, in dem man sich vor oder nach dem Museumsbesuch erfrischen und den Blick auf die Stadt genießen kann. Doch kommen wir zum Kern des Gebäudes.

Wissenschaft des Lebens und der Erde

Wir durchschreiten einen dunklen Raum mit zahlreichen Holzkisten. Sie kamen gerade aus New York an, da das Museum eine Partnerschaft mit dem American Museum of Natural History unterhält. Hier soll ab 1. Februar 2015 „Die Erforschung des Südpols“ zu sehen sein. Die Ausstellungen finden in verschieden großen „Schuhschachteln“ auf zwei Ebenen statt. Eine der Etagen des Gebäudes (3300 m²) ist voll und ganz für die Dauerausstellung vorgesehen, während in der anderen Etage auf 2700 m² zeitlich begrenzte Ausstellungen, Räume für Entdeckungen, ein Platz für digitale Ausrüstung und ein eigener Raum für museografische Experimente, Museolab, bereit stehen. Mehr als zwei Millionen Objekte bilden den Reichtum der Dauer- und Sonderausstellungen. Diese werden im Laufe der verschiedenen kulturellen Programme erneuert, mit vier bis sechs Ausstellungen pro Jahr.

Seit Beginn der Zivilisationen gründet sich die Menschheit auf Treffen, Begegnung, Austauschen und Teilen. Um dieses große Erbe zu erhalten, möchte das Musée des Confluences mit seinen Kollektionen die Entwicklung, Träume und Grundfragen der menschlichen Gesellschaften in Zeit und Raum beschreiben und verständlich machen.

Die Dauerausstellung ist in vier Themenbereiche unterteilt. Ihnen widmet sich jeweils ein eigener Saal, der die Museumsstücke thematisch in Szene setzt, und zwar auf besondere Weise, indem Objekte nebeneinander gestellt werden, die man nach traditionell wissenschaftlicher Klassifikation anders gruppiert hätte. Heute zeigt das Museum Objekte aus den Bereichen Ethnologie, Meeres- und Insektenkunde. Daneben behandeln vier bis sechs Sonderausstellungen pro Jahr die Wissenschaften des Lebens und der Erde.

Die Objekte des Musée des Confluences veranschaulichen die Entwicklung unserer Gesellschaften, ihrer Träume in Zeit und Raum. Die Ausstellungen beziehen dabei auch immer die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse mit ein. Die Themen sind so global angelegt, dass sie zeitliche als auch räumliche Sprünge und Assoziationen erlauben: 


Ursprünge – die Erzählung der Welt

Gesellschaften – das Theater der Menschen

Menschen – Teil des Lebenden

Ewigkeiten – Bilder des Jenseits

Symbolisch blau beleuchtet, der Bereich des Musée Guimet, Foto: Petra Kammann
Foto: Petra Kammann

Die Schätze des Musée Guimet

Das Inventar des Musée des Confluences geht auf das 17. Jahrhundert zurück: Das Naturkundemuseum und ein Kuriositätenkabinett waren die Basis für dieses Museum, das sich dann im 19. Jahrhundert enorm weiterentwickelt hat. Aus der Sammlung Émile Guimets von 1879 ging dann ein Museum der Religionen hervor. „Dazu haben wir sehr viel Naturkundliches, Ethnologisches, und wir haben einen guten Fond aus einem Kolonialmuseum sowie aus den Missionsmuseen bekommen“, so Jacomy.

Eine Besonderheit: In einer der beiden Eröffnungsausstellungen werden die Schätze des Musée Guimet gezeigt, die für die Geschichte Lyons von zentraler Bedeutung sind. Hier wird erzählt, was die Entwicklung der Technik für die Zivilisation und die Kultur des Menschen bedeutet. „Das Guimet-Museum setzt sich aus der privaten Sammlung der Familie Guimet zusammen und wurde im Laufe der Zeit durch den Nachlass berühmter Forscher sowie Hobbysammler ständig erweitert“, erläutert Jacomy.

Das Museum verdankt seine Existenz einem Industriellen und Gelehrten Lyons. Jean-Baptiste Guimet, der als Chemiker für seine Gemahlin, eine Malerin, das industrielle Übersee-Blau (das Ultramarin), das den farblichen Eigenschaften des teuren Lapislazuli gleichkam, erfunden und an der Saône eine Fabrik eröffnet hatte. Davon zehrten nicht allein die Maler der Zeit, sondern auch die Waschverfahren weltweit, weil es optische Aufheller enthielt. Das führte zu zahlreichen Auslandsbeziehungen sowie zu großem Reichtum. Der Kubus im Herzen der Ausstellung wird daher in Blau getaucht sein. „Das ist eine Hommage an Émile Guimets Vater und an die Industriekapitäne, die ein ganzheitliches und humanistisches Weltbild hatten, die Theaterautoren waren und auch Musik komponiert haben, die Gesellschaften entwickelten und Museen schufen“, begeistert sich der wissenschaftliche Direktor Jacomy.

Der Industriellensohn Sohn Émile Guimet (1836 bis 1918) unternahm zahlreiche Reisen, so 1865-1866 nach Ägypten. Von dort brachte er etliche Objekte zurück, die er vor allem als Anregung zum Verständnis anderer Kulturen ansah. Etwa zehn Jahre später reiste er dann in Begleitung des Malers Félix Régamey um die ganze Welt und besuchte u. a. die Weltausstellung in Philadelphia. Vor allem aber verbrachte er einige Zeit in Japan, was ihn besonders prägen sollte. Er gilt als einer der wichtigsten Forscher im Bereich der Asia- und Japanstudien seiner Zeit. Von einer Reise nach Asien, bei der er die unterschiedlichen Religionen studierte, brachte er zahlreiche Exponate mit nach Frankreich zurück.

Sein Sammelgebiet erstreckte sich von Afghanistan bis Japan mit den Schwerpunkten China, Indien und Japan. Als er im Orient unterwegs war, kam ihm die Idee zu einem Museum. Die Kunstgegenstände, die vor allem religiöse Bedeutung hatten, bildeten den Grundstock eines Museums für asiatische Kunst in Lyon. Da er von überall her Objekte mitbrachte, wollte Émile Guimet einen Ort schaffen, an dem er sie ausstellen konnte, aber nicht in irgendeinem Gebäude, sondern an einem Ort, der so etwas wie eine „Fabrik der Wissenschaften“ sein sollte. Da er in der Welt auch religiöse Zeugnisse gesammelt hatte, baute er in Lyon eine Rotunde als Guimet-Museum der Religionen, das 1879 eröffnet wurde. „Das ist eine unglaubliche Geschichte“, sagt Jacomy. „Er wollte ein Museum der Religionen der Welt schaffen und den Leuten zeigen, dass eine Religion nicht ranghöher ist als eine andere. Er setzte sich auch anthropologisch mit dem Thema auseinander mit der Konsequenz, dass er den Katholizismus nicht über die anderen Religionen stellte. Doch das stieß in der katholischen Stadt nicht bedingungslos auf Gegenliebe. So bekam er nicht die Unterstützung von der Bevölkerung, die er sich erhofft hatte.“

Trotz des Erfolges seines Museums war Guimet enttäuscht, dass die Lyonnais diesem Museum so wenig Enthusiasmus entgegenbrachten. So schenkte er seine Sammlungen 1884 dem französischen Staat. Daraufhin wurde in Paris ein neues Guimet-Museum nach dem gleichen Vorbild der Rotunde an der Place d’Iéna eröffnet, was zu einem großen Publikumserfolg wurde. „Wir haben jetzt wegen der Eröffnung des neuen Museums einige Kollektionen aus Paris wieder zurückbekommen. Bei uns wird gerade so etwas wie ein Tempel aus Kyoto inszeniert. Unser Industrieller Guimet hat nämlich ein chinesisches Pantheon dargestellt. Neben unseren Astrolabien und anderen Messinstrumenten wollten wir zeigen, dass in der Gesellschaft jeder Gott auch seinen Platz hat. Hier wird man alle Sammlungen des Guimet-Museums unter einem Dach finden“, so Jacomy. Die Forschungen, die in den letzten Jahren in Lyon durchgeführt wurden, gehen in die historische Sammlung ein. „Darüber hinaus interessierte Guimet sich auch für die Gesundheit der Arbeiter. Er wollte ihnen Sicherheit vermitteln. Er gründete ein Theater, in dem heute in Lyon die FNAC ist. Er wollte den Vorhang für die anderen Kulturen öffnen und das für alle. Er wollte Erklärungen dazu abgeben, die für alle verständlich sind. Deshalb möchten wir in dieser Ausstellung einen Industriekapitän zeigen, der verschiedene Facetten hat und bei der Gelegenheit die Weltreligionen vorstellen“, bekennt Jacomy voller Enthusiasmus. Und genau daran will er anknüpfen.

Was ist für Jacomy das Eindrucksvollste an diesem neuen Museum? Er glaubt, dass sich der Schock über die Fülle des Wissens, das miteinander verbunden ist, auf alle überträgt und die Zuschauer fesseln wird. Einige werden aus ihrer Kindheit vielleicht gewisse Objekte kennen, sie aber in einem völlig anderen Zusammenhang erleben. „Bislang waren diese nach Familien, nach Ethnien, nach geographischen Bestimmungen klassifiziert, während bei dem neuen Ansatz alles gemischt und damit die herkömmliche Disziplin gebrochen wird. Wir sehen die Objekte plötzlich durch eine andere Brille. Denn die Ausstellung richtet sich an junge Leute, die einen anderen Blick auf die Welt haben. Hinzukommt, dass man hier kompromisslos ohne den Staat arbeiten konnte, weil dieses Museum am Standort entstanden ist, anders als in vielen Fällen, wo in Frankreich nun eine neue Welle der Dezentralisierung eingesetzt hat und man Ableger ,in der Provinz’ schafft wie mit der Dependance des Louvre in Lens oder des Centre Pompidou in Metz und sich zudem die Region Rhône-Aples dafür stark gemacht hat.“

Das Musée des Confluences steht nicht nur an einem Ort des Zusammenfließens zweier Flüsse, es wurde auch zu einer Plattform für die Vereinigung der verschiedenen Kulturen, Wissenschaften. In Frankreich ist es das einzige Museum, das „über den Tellerrand“ schaut. Dabei hatte das Départment zunächst ein Museum realisieren wollen, das als reines Technik- oder Wissenschaftsmuseum fungiert. Glücklicherweise hatte der Kollege Michel Côté aus Quebec ein Wörtchen mitzureden, der einen ganz anderen Akzent gesetzt hat. Deshalb, so glaubt Jacomy, sei dieses französische Museum unter den Museen das Innovativste. Und er schwärmt: „Ich brauche den Fluss, weil er sich zu einer anderen Welt hin öffnet. „Le confluent est magique.“ Der Zusammenfluss hat etwas Magisches. „Und als ich mit Jean Nouvel sprach, sagte er, eigentlich sei er ganz eifersüchtig auf Wolf Prix von Coop Himmelb(l)au, dass er die Chance hatte, an einer so ungewöhnlichen Stelle ein so neuartiges Museum zu entwerfen.“

Bruno Jacomy wurde ausgebildet als Ingénieur d’arts et métiers (an der Ingenieurhochschule École Nationale Supérieure d'Arts et Métiers (ENSAM). Zuvor war er als Verwalter beauftragt, das industrielle Erbe am EcoMusée in Creuset-Montceau in Burgund aufzubauen, danach Direktor an der Maison de la Culture in Reims und schließlich stellvertretender Direktor am Musée des Arts et Métiers in Paris und verantwortlich für die wissenschaftliche Erneuerung. Heute ist er für die Ausstellungen im Musée des Confluences zuständig.

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erstellt am 16.12.2014

Am Zusammenfluss von Rhône und Saône ist ein neuer Typus von Museum entstanden: das Musée des Confluences. Es wird am 20. Dezember 2014 feierlich eröffnet. Mit dem Museum, das Entwicklungen im Bereich der Wissenschaft darstellen will, versucht Lyon, seine Wurzeln neu zu beleben. Es möchte mit seiner Kombination verschiedenartiger Artefakte und zeitgenössischer Kuriositäten einen neuen „Geschmack am Wissen“ vermitteln. Dabei hat es den nicht geringen Anspruch, mit mehr als zwei Millionen Ausstellungsstücken globales Wissen zu vermitteln, indem es die Besucher auf eine spannende Zeitreise durch die Geschichte der Menschheit schickt. Die Geschichte der Erde und ihrer Bewohner soll mit Hilfe von Meteoriten, Fossilien, afrikanischen Masken, Samurai-Schwertern, dem Gebiss eines Homo sapiens und Messinstrumenten aller Art erlebbar werden. Die Exponate behandeln so zentrale Fragen der Menschheit in der Wissenschaft wie: Woher kommt der Mensch? Was macht ihn aus? Wohin bewegt er sich?
Das Museum versteht sich nicht als Musentempel für eine kleine Elite oder als Ort der Kontemplation, sondern als öffentliches Gateway zum Wissen der Zeit, das aktiv nutzbar ist. Außerdem soll am Zusammenfluss der beiden Flüsse ein neuer Kommunikationsort innerhalb der Stadt entstehen.

Museum in Lyon

Musée des Confluences


Ab Samstag, 20. Dezember 2014 geöffnet.

86 quai Perrache
69002 Lyon (Frankreich)

www.museedesconfluences.fr

Foto: Petra Kammann
Die Fußgängerbrücke, der „Pont Raymond Barre“. Foto: Petra Kammann

Im Saal „Ursprünge“, Meteorit aus Südamerika © Pierre-Olivier Deschamps Agence VU’ Musée des Confluences

In den Kisten liegen die Exponate für die Eröffnungsausstellung „Südpol“. Foto: Petra Kammann
In den Kisten liegen die Exponate für die Eröffnungsausstellung „Südpol“. Foto: Petra Kammann
Émile Guimet: Industrieller, Weltreisender, Forscher und Sammler
Émile Guimet: Industrieller, Weltreisender, Forscher und Sammler
 Jacomy zeigt, wie die No-Maske im japanischen Theater eingesetzt wurde.  Foto: Petra Kammann
Jacomy zeigt, wie die No-Maske im japanischen Theater eingesetzt wurde. Foto: Petra Kammann

Im Saal „Gesellschaften“: Japanische No-Maske © Pierre-Olivier Deschamps Agence VU’ Musée des Confluences

Ein Thangka aus der Sammlung Guimet © Pierre-Olivier Deschamps Agence VU’ Musée des Confluences