Neben Elvis Presley gab es eine ganze Menge Rock'n'Roller, die ihre Fans hatten. Einer von ihnen war Buddy Knox, dessen Karriere mit dem Song „Party Doll“ begann. Dieser Song eröffnet die nun vorliegende Knox-CD, die zwei LPs und Bonus Tracks, insgesamt 30 Titel vereint, wie Thomas Rothschild berichtet.

CD

Jenseits der Superlative

Von Thomas Rothschild

„Frank Schirrmacher war der klügste Kopf im ganzen Land“, erklärte Dieter Graumann bei der Trauerfeier für den verstorbenen Herausgeber. Solch ein haarsträubender Unsinn ist selbst für die Verlogenheitsgattung des Nachrufs kaum erträglich. Frank Schirrmacher war ohne Zweifel ein kluger Kopf. Aber der klügste im ganzen Land? Wie dumm muss einer sein, der zu solchen Superlativen Zuflucht nimmt. Die Rhetorik der Waschmittelwerbung und der Ausrufer von Jahrmarktsbuden hat die meist weniger klugen Köpfe besetzt. Dass eine ganze Reihe von auch nicht ganz unklugen Köpfen Schirrmachers wegen die Frankfurter Allgemeine Zeitung verlassen hat, war bei dieser Gelegenheit vergessen.

Selbst Elvis Presley, der für den Rock'n'Roll sicher eine bedeutendere Rolle gespielt hat als Schirrmacher für Deutschland und der mit gutem Grund den Beinamen „The King“ führte, war nicht der einzige Rock'n'Roller. Neben ihm gab es eine ganze Menge, die ihre Fans hatten und um die Plätze auf den Hitlisten rangen. Einer von ihnen war Buddy Knox. Zwei Jahre älter als Elvis Presley, hatte der aus Texas stammende Buddy Knox in den fünfziger und sechziger Jahre seine Fans. Am Anfang seiner Karriere stand der Song „Party Doll“, der auch seine erste LP und die nun vorliegende CD eröffnet, die zwei LPs und Bonus Tracks, insgesamt 30 Titel vereint. Zu seinen besten Hits, von ihm selbst geschrieben, zählt „C'mon Baby“ mit seinem einprägsamen Riff, auch wenn er es erstaunlicherweise nicht in die Charts geschafft hat. Erfolgreicher war Buddy Knox mit „Hula Love“, dessen deutsche Version zum Repertoire von Peter Kraus gehörte. Neben eigenen Songs findet man auf der CD unter anderem „Rock Around The Clock“, mit dem sich Bill Haley einen Namen gemacht hat, oder Chuck Berrys „Maybelline“.

Die Melodien der Songs sind nicht sonderlich originell. Man meint fast stets, sie aus anderen Liedern zu kennen. Aber die rhythmische Perfektion, mit der Buddy Knox phrasiert, packt einen immer noch. Das ist der Geist des Rock'n'Roll, wenngleich in seiner sanften, aggressionsfreien Variante. Neben typischem Südstaatenrock singt Buddy Knox auch einige wenige Balladen und Rockabilly, jene Musikrichtung, in der sich Rock und Country berühren.

Wenn vom Rock'n'Roll die Rede ist, denkt man in der Regel an die Sänger. Die Begleitbands hielten sich im Hintergrund, folgten schematischen Vorgaben. Aber es gibt Unterschiede. Die Aufnahmen von Buddy Knox bestechen auch durch seine Band The Orchids, später auf Wunsch der Produzenten The Rhythm Orchids, in der Buddy Knox selbst die Rhythmusgitarre spielt. Der charakteristische Twang-Sound ist hier nicht weniger effektvoll als bei anderen Bands der frühen Rock'n'Roll-Ära. Das Cover der zweiten LP nennt den Bassisten Jimmy Bowen, der später ein äußerst erfolgreicher Produzent wurde, als gleichberechtigten Partner von Buddy Knox. Auf den Bonus Tracks begegnet man prominenten Gästen wie Neil Sedaka, Buddy Holly und Barney Kessel.

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erstellt am 19.9.2014

Buddy Knox / Buddy Knox & Jimmy Bowen
CD inkl. 7 Bonustracks
Hoodoo/in-akustik 263490

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