Der Comic- und Film-Superheld Batman ist eine Ikone der Popkultur. Nach 75 Jahren des Kampfes gegen unzählige Gegner und nach einigen Krisen hat er nicht nur überlebt, er hat seinem bunten Vorbild und Antipoden Superman längst den Rang als beliebtester Superheld abgelaufen, meint Lukas Gedziorowski in seinem Essay.

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Der Überlebenskünstler

75 Jahre Batman

Von Lukas Gedziorowski

Im Grunde ist es seltsam, dass ein Mann, der im Fledermauskostüm Verbrecher bekämpft, so alt werden konnte. 75 Jahre sind vergangen, seitdem im Mai 1939 die erste Batman-Story in Detective Comics #27 erschien. Dabei startete der Superheld unter schwierigen Voraussetzungen. Ein Jahr zuvor hatte Superman seinen ersten Auftritt in Action Comics #1, und er war so erfolgreich, dass der Verlag National Comics (heute DC) eine zweite Superhelden-Filiale aufmachen wollte. Also beauftragte man den Zeichner Bob Kane und den Ghostwriter Bill Finger, die daraufhin einen Abklatsch von Superman erstellten. Statt knalliger Primärfarben verpasste man dem neuen Helden ein schwarz-graues Kostüm mit Maske, sonst aber blieb das Prinzip gleich: Cape, Unterhose über der Strumpfhose, Symbol auf der Brust. Doch „The Bat-Man“, wie er damals noch hieß, war weder übermenschlich stark noch konnte er über Gebäude springen. Er war vielmehr ein maskierter Rächer in der Tradition von Zorro, mit detektivischem Gespür und athletischem Körper.

Solche obskuren Gestalten gab es in der Pulp Fiction bereits zur Genüge. Der Neue war inspiriert – oder auch abgekupfert – von Figuren, die sich „The Bat“ oder „The Black Bat“ nannten. Obwohl die erste Batman-Geschichte in Detective Comics #27 weder eine interessante Story noch ansprechende Charaktere bot, sondern banal geschrieben und gezeichnet war, wurde die Figur zum nächsten Erfolg des Verlags und schaffte es, seine Vorgänger vergessen zu machen. Von Ausgabe 29 an kam Batman in jedem Heft der Serie vor, zunächst als eine von mehreren Detektiv-Geschichten, später als alleiniger Held. Bereits im Jahr 1940 bekam er seine eigene, nach ihm benannte Serie, den Sidekick Robin, „The Boywonder“, und auch seinen späteren Erzfeind, den Joker. Schon bei seinem zweiten Auftritt wird der Held als „legendary“ bezeichnet. Heute darf man Batman getrost eine Legende nennen, nach 75 Jahren des Kampfes gegen unzählige Gegner und nach einigen Krisen hat er nicht nur überlebt, er hat seinem bunten Vorbild und Antipoden Superman längst den Rang als beliebtester Superheld abgelaufen.

Das hat drei Gründe: Erstens ist Batmans Welt, die Stadt Gotham, eine düstere, abseitige, von Traumata und Ängsten getriebene Sphäre voller Schatten, Geheimnisse und Freaks – allein dieses nächtliche Setting wirkt interessanter, weil reißerischer als die gut ausgeleuchtete Tag-Welt von Supermans Metropolis. Zweitens sorgt Batman als Outlaw in diesem Chaos für Ordnung – damit steht er zwischen Verbrechen und Gesetz, bleibt ambig und widersprüchlich. Drittens – und vor allem – steckt hinter der Maske kein Übermensch, sondern ein Mensch, der realistischer und glaubwürdiger erscheint als seine Mit-Helden. Das mögen seltsame Maßstäbe für das Genre der Superhelden-Fantastik sein, doch gerade diese Nähe zum Realismus ermöglicht es dem Leser, sich mit Batman zu identifizieren. Bruce Wayne ist zwar reich, aber durch den Verlust seiner Eltern traumatisiert und einsam. Das gibt ihm ein starkes Motiv für seinen Rachefeldzug, in den er selbstlos sein Vermögen investiert. Was wäre zeitgemäßer, als ein philanthropischer Kapitalist, der sich für die Verbrechensbekämpfung verausgabt?

Superheld ohne Superkräfte

Diese Bodenständigkeit nährt jedoch auch den Zweifel, ob Batman überhaupt ein Superheld ist, da es ihm auf den ersten Blick an außerordentlichen Kräften zu fehlen scheint. Die Antwort darauf aber ist ein klares „Ja“. Nicht nur historisch betrachtet erstreckt sich zwischen ihm und seinem Gegenpol Superman das Spektrum aller anderer Superhelden, vom stählernen Übermenschen zum maskierten Vigilanten. Auch Batman hat besondere Fähigkeiten, die ihn ‚super‘ machen: Er verdankt seine Superkräfte vor allem seinen technischen Gimmicks, die vom „Batarang“ über Sprengladungen bis hin zu einem Fledermaus-Ruf-Gerät reichen, und die im Laufe seiner Entwicklung zunehmen.

Seine Hauptfähigkeit ist jedoch die zu überleben. „If there’s one thing that Batman is, it’s a survivor“, schreibt Neil Gaiman 2009 im Vorwort zu „Whatever Happened to the Caped Crusader?“. In diesem Comic, das Batmans Totenfeier zeigt, schafft es Gaiman, den ‚Tod‘ des Helden mit seiner Wiedergeburt im Zeichen der Fledermaus zu verbinden. Damit demonstriert der Autor beispielhaft, worum es bei Batman geht: Um die ständige Selbstzerstörung (man kann auch Dekonstruktion sagen) und die mit ihr einhergehende Auferstehung. Batman ist der ständig verbrennende Phönix, der seiner Asche entsteigt.

Batmans Krisen

Sowohl die Geschichte des Helden als auch die des Franchises lässt sich anhand einer Abfolge von Krisen erzählen. Nach dem triumphalen Beginn kämpfte Batman wie auch andere Superhelden im Zweiten Weltkrieg mit. Anschließend erlebte er im Laufe der 1950er Jahre wie auch seine Mitstreiter den ersten Tiefpunkt. Nach dem Krieg waren Superhelden in eine Rechtfertigungskrise geraten, da die bisherigen Feinde aus der Realität (die Nazis und die Japaner) überwunden waren. Die Nachfrage nach Comic-Helden ließ nach. Zudem waren im paranoiden Nachkriegs-Amerika Comics als jugendgefährdend verschrien, sodass sich die Verlage mit dem „Comics Code“ ein Regelwerk auferlegten, dass die Werke langweilig werden ließ. Ohne die Freiheit, gesellschaftliche Tabus brechen und abseitige Themen behandeln zu können, mussten sich die Autoren im Weltall nach Herausforderungen umsehen. Von Science Fiction und anderen Ausflügen in die Fantastik blieb auch Batman nicht verschont. Zudem lernte er das Lachen, die Kostümfarbe wandelte sich von Schwarz zu Blau und der Held bekam eine ‚Familie‘: Zum Sidekick Robin und Butler Alfred, die schon in den 1940ern ihre ersten Auftritte hatten, gesellten sich Batgirl, die handtaschentragende Batwoman, der Bat-Hund Ace und der Kobold Bat-Mite aus einer anderen Dimension. Batman, einst eine mysteriöse und unheimliche Figur der Nacht, wurde kindisch und albern. Nachdem in den 1960ern die Verkaufszahlen einbrachen, begannen die Autoren, sich wieder auf die Wurzeln der Figur zu besinnen.

Anders jedoch im Fernsehen. Dort erreichte Batman einen weiteren Tiefpunkt – jedenfalls künstlerisch. Die TV-Serie, die zwischen 1966 und 1968 lief und der ein Kinofilm folgte, war schriller Trash mit billigen Kostümen, absurden Plots und dämlichen Dialogen. Ein Machwerk, das wohl am weitesten vom ursprünglichen Wesen Batmans entfernt und eigentlich eine Parodie war. Dennoch war die amerikanische Show ungemein populär, was auch den Verkaufszahlen der Comics gut tat. Die TV-Serie ausschließlich als Schund und Kinderkram abzutun, wäre jedoch zu einfach: Sie steckt voller Selbstironie, sodass man sie heute amüsiert ansehen kann. Dennoch: Die Figur „Batman“ war danach 23 Jahre lang fürs Kino gestorben.

Zurück zu alten Tugenden

Mit den 1970ern, als die Superhelden-Comics begannen, erwachsen zu werden, führten die DC-Autoren Batman verstärkt zu seinen alten Tugenden zurück. Der Ton der Storys wurde düsterer. Sein bis heute stilprägendes Revival erlebte der Held jedoch in den 1980er Jahren. Die Figur wurde neu erfunden, indem sie an ihr Ende geführt wurde. Autor und Zeichner Frank Miller dekonstruierte Batman in seinem vierteiligen Epos The Dark Knight Returns (Die Rückkehr des dunklen Ritters, 1986). Es spielt in einer dystopischen Zukunft, die USA stehen am Rande eines atomaren Kriegs mit Russland, das Verbrechen in Gotham hat seinen Höhepunkt erreicht. Ein alter Batman, der sich zur Ruhe gesetzt hat, zieht gegen alte und neue Gegner ein letztes Mal in den Kampf. Dieser Batman ist ein zynischer und skrupelloser Rächer, der sich bei seinen Gegnern nicht um Befindlichkeiten oder Menschenrechte schert, seine Menschlichkeit aber nicht verloren hat. In dieser Geschichte tritt er zum letzten Kampf gegen den Joker an und damit die Sache ein Ende hat, bricht er seine einzige Regel: er tötet. The Dark Knight Returns ist die bis dato düsterste Batman-Erzählung, ebenso verstörend geschrieben wie gezeichnet, ein ungeheuer dichtes Werk, in dem der Text gleichberechtigt neben den Bildern steht. Damit setzte Miller Maßstäbe für alle späteren Batman-Storys.

Zunächst aber legte Miller selbst nach und setzte ein Jahr später seine Vision mit dem Vierteiler Year One, Batmans Entstehungsgeschichte, fort. Gotham ist darin ein finsterer Moloch, in dem ein ehrlicher Polizist gefährlich lebt. Dieser Polizist ist James Gordon, der spätere Commissioner und Verbündete Batmans. Im Grunde ist Gordon der Held der Geschichte. Mit ihm fängt sie an, mit ihm endet sie. Gordon, ein idealistischer Gesetzeshüter am Rand der Verzweiflung, kommt ein maskierter Rächer wie Batman gerade recht, er kann jede Verstärkung für seinen einsamen Kreuzzug gebrauchen. Parallel erzählt Miller, wie Bruce Wayne zu seinem Kostüm kommt und die Feuertaufe als Batman erlebt. Miller geht wie immer harsch mit seinen Figuren um, er lässt sie leiden. Das gibt ihnen Tiefe, aber auch eine gewisse Abgründigkeit: Gordon und Wayne sind Grübler und Zweifler; Gordon betrügt seine Frau mit einer Kollegin und entscheidet sich aber für seine Frau, weil sie schwanger ist, Wayne macht so viele Fehler, dass er sagt, er verdiene es nicht, am Leben zu sein. Diese Menschlichkeit macht die Protagonisten glaubwürdig.

Der gebrochene Held als Erfolgsrezept

In der kanonischen Comic-Chronologie wurde dieser Trend fortgesetzt und fand immer neue Höhepunkte: Zunächst wurde Jason Todd, der zweite Robin, vom Joker totgeprügelt, nachdem die Leser bei einer Telefon-Umfrage dafür gestimmt hatten. Dann, ein Jahr nach Supermans Comic-Tod, wurde Batman vom Schurken Bane das Rückgrat gebrochen. Während sich der Held erholte, ließ er sich von einem brutalen Stellvertreter ersetzen, bevor das Original seine triumphale Auferstehung feierte. Einige Jahre später vernichtete ein Erdbeben Gotham City, die Stadt wurde aufgegeben, abgeriegelt und zum Niemandsland erklärt. Batman musste in den Trümmern über die Grenzen seiner Belastbarkeit hinausgehen. In der Identity Crisis bekam Batman einen Nervenzusammenbruch und schließlich starb er im Rahmen der Final Crisis – was allerdings auch bei sterblichen Superhelden nur ein vorübergehender Zustand ist.

Diese Meilensteine zeigen, dass Batman längst nicht der unantastbare, unbesiegbare Held nach dem Muster Supermans ist, sondern ein Sisyphos der Unterwelt. Superman ist eine Christusallegorie von Tod und Auferstehung: Von einem himmlischen Vater auf die Erde geschickt, um Menschen vom Leid zu befreien, im Kampf gegen das Böse gestorben, von den Toten wiederauferstanden und noch mächtiger geworden. Batman hingegen repräsentiert dessen finstere Seite, das Martyrium. Er ist keine göttliche, sondern eine menschliche Passionsfigur, die die Schuld der Welt trägt und wie ein Getriebener immer wieder die Möglichkeiten des Leidens auslotet. Das Wunder ist, dass er das immer wieder überlebt und auch psychisch übersteht. Trotz aller Rückschläge: Batman führt seinem Publikum immer wieder vor, dass es keine ausweglosen Situationen gibt – egal, wie schlecht die Aussichten sind.

Tim Burton und der Fledermausmann

Diese neue, radikale Rückkehr zum Ursprung in den Comics schlug sich auch in der neuen Filmreihe wieder, die Regisseur Tim Burton mit Batman (1989) und Batmans Rückkehr (1992) begann. Im Vergleich zu den 1960er Jahren waren diese Filme enorme Fortschritte – düsterer, stilisierter, ernsthafter –, wenn sie auch heute immer noch comichaft, überzeichnet und trashig erscheinen. Burton nahm seine Figur nicht ernst genug, den Comic-Verfilmungen dieser Zeit haftete der Hang zur Trivialität an, man traute den Stoffen zu wenig zu. Die Zeit besser überdauert hat die preisgekrönte Batman-Animationsserie der 1990er Jahre, die es auf über 100 Folgen und drei Spielfilme brachte sowie mehrere Preise erhielt. Im Gegensatz zu früheren Zeichentrickserien ist diese jedoch weniger für Kinder, sondern eher für Jugendliche geeignet. Beschämt hingegen wendet man sich heute ab von den beiden völlig überdrehten Kinofilmen Batman Forever (1995) und Batman & Robin (1997), die Regisseur Joel Schumacher verbrochen hat. Damit hatte der Superheldenfilm erneut einen Tiefpunkt erreicht.

Doch bereits drei Jahre später begann mit Bryan Singers X-Men (2000) die Blüte des jungen Filmgenres, die sich mit Sam Raimis Spider-Man (2002) und Christopher Nolans Batman Begins (2005) in neuer Qualität fortsetzte. Nolan hat mit seiner The Dark Knight-Trilogie, insbesondere mit dem zweiten Teil und Heath Ledgers Oscar-prämierter Darstellung des Superbösewichts Joker, Maßstäbe für das Genre gesetzt. Er verhalf Batman im Kino nicht nur zu der Ernsthaftigkeit, die er in den Comics längst hatte, sondern verankerte ihn auch – soweit es in Comic-Verfilmungen möglich ist – glaubwürdig in der Realität. Das liegt vor allem daran, dass der Schwerpunkt auf dem Charakter Bruce Wayne liegt, was das Identifikationspotenzial für den Zuschauer erhöht. Der Erfolg war immens: Allein die Teile 2 und 3 brachten  an den Kinokassen zusammen über zwei Milliarden Dollar ein und zählen damit zu den lukrativsten Filmen aller Zeiten.

Nolan und seine Co-Autoren haben ihre Hausaufgaben gründlich gemacht und von den Comics gelernt, besonders von Frank Miller. Dadurch haben sie Batman erstmals auch in den Filmen enorm viel abverlangt. Abgesehen von dem Verlust seiner Eltern brennt im ersten Teil seine Villa ab, im zweiten Teil verliert er seine Jugendliebe und wird vom Joker in die Verzweiflung getrieben, worauf er im dritten Teil verbannt, eingekerkert und buchstäblich gebrochen wird, während er dabei zusehen muss, wie seine Stadt Gotham vernichtet wird. Vom Helden war da kaum noch etwas übrig, und ‚super‘ war diese Figur auch nicht mehr – höchstens in Sachen Belastbarkeit. Die Filme stellten die Frage nach Batmans Funktion in der Gesellschaft und beantworteten sie ganz einfach: Batman ist vor allem ein Symbol. Wichtiger als das, was er tut, ist das Kostüm und die Fledermaus auf seiner Brust.

Nicht lesen, sondern sehen

Spätestens mit diesen drei Filmen wurde Batman für die breite Masse salonfähig. Er ist keine Witzfigur der 1960er Jahre mehr, kein Held der Kinder oder der Comic-Nerds. Er ist cool. Das Kino hat Batman zu einer neuen Popularität verholfen. Die Mehrheit liest keine Comics (auch wenn diese sich wieder besser verkaufen), sondern schaut sich die Verfilmungen an oder spielt hochgelobte Batman-Computerspiele wie Arkham Asylum oder Arkham City. Im Jahr 2016 soll die Figur an der Seite von Superman auf die große Leinwand zurückkehren. Auf dieses Gipfeltreffen, das in Comics und Cartoons schon oft stattgefunden hat, freut sich die Fangemeinde schon lange. Fragt sich nur, ob die Rechnung ‚Zwei Helden sind besser als einer‘ aufgeht. Dem stehen nämlich drei Hindernisse entgegen: Erstens soll Batman von Ben Affleck gespielt werden – nicht gerade ein Charakterdarsteller. Die Fans sind skeptisch, aber das waren sie auch gegenüber Heath Ledger in der Rolle des Joker, bis sie eines Besseren belehrt wurden. Zweitens war auch der jüngste Superman-Film nicht gerade eine Glanzstunde des Genres – obwohl er sich stark an Batman Begins orientierte, Christopher Nolan den Film produzierte und sogar der Drehbuchautor, David S. Goyer, der gleiche war. Drittens muss Regisseur Zack Snyder den Spagat schaffen, einen neuen Batman zu erfinden, der sich nicht auf das Nolan-Universum bezieht, aber dessen Errungenschaften beibehält, und den Zuschauern vermitteln, warum die Geschichte wieder von vorn anfängt. Daran kränkelte bereits die Neuauflage des Spiderman-Universums in The Amazing Spider-Man. Zugleich wird mit der TV-Serie Gotham eine Vorgeschichte produziert, die zur Zeit des jungen Bruce Wayne spielt und James Gordon zur Hauptfigur hat. Das wird den Neustart im Kino nicht leichter machen.

In den Comics ist ein sogenannter Reboot weniger ein Problem; dort ist er alle paar Jahre fällig, wenn ein Helden-Universum zu unübersichtlich wird und ein Hausputz ansteht, um neue Leser zu gewinnen. Eine Mega-Super-Krise setzt alles wieder auf Null. Einen solchen Neubeginn hat der Comic-Verlag DC im Jahr 2011 mit The New 52 gemacht. Batman bekam ein neues Kostüm, neue Gimmicks und neue Gegner – wenn auch im Grunde alles beim Alten blieb. Derzeit erzählt Batman-Autor Scott Snyder mit der Story Zero Year die Entstehungsgeschichte von vorn. Bereits im Jahr 2012 präsentierte DC mit Batman: Earth One eine alternative, nicht-kanonische Version der Story, die zwar von Kritikern gelobt wurde und sich sehr gut verkaufte, sich aber nicht mit einem Meisterwerk wie Millers Year One messen kann.

Nach 75 Jahren ist die Anzahl der Publikationen und Reinkarnationen kaum noch zu überschauen. Batman steht auf dem Höhepunkt seines Erfolges. Er ist heute nicht nur ein kostümierter Verbrechensbekämpfer – er ist eine Ikone der Popkultur, die mit jedem weiteren Beitrag zu ihrer Tradition in ihrem Status gefestigt wird. In der immerwährenden Fortsetzung liegt ein unerschöpfliches Potenzial an Geschichten. Damit diese aber funktionieren, muss die Figur ständig neu imaginiert werden. Die Herausforderung besteht darin, die Tradition mit ihren unverkennbaren Merkmalen zu wahren und zugleich diese Ikone – trotz ihres Alters – der Zeit anzupassen und damit frisch erscheinen zu lassen. Batman hat alle Voraussetzungen dafür.

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erstellt am 16.6.2014

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