Faust-Kultur gehört als unabhängige, nichtkommerzielle Autoren- und Künstlerplattform zu den wenigen Qualitäts-Portalen im Netz. Trägerin ist die Faust-Kultur-Stiftung. Wir arbeiten daran, dass www.faustkultur.de weiterhin eine »Kultur-Oase« im Internet bleibt. Sie können uns dabei unterstützen. Spenden sind willkommen!

Bankverbindung der Faust-Kultur-Stiftung:
Nassauische Sparkasse, IBAN: DE89 5105 0015 0159 0420 01, BIC: NASSDE55XXX

Ich möchte für Faust-Kultur spenden


Marisa Argentato, Stipendiatin der Hessischen Kulturstiftung 2011/2012, arbeitet mit Pasquale Pennacchio seit 2002 zusammen. Sie beschreibt in folgendem Interview das Konzept der jüngsten Ausstellung von Pennacchio Argentato in der Londoner Galerie Wilkinson. Dabei wird das Anliegen der beiden Italiener deutlich, unter Einbindung globaler und universeller Themen, vielschichtige Deutungsebenen anzubieten. Die aktuellen Arbeiten widmen sich u.a. dem Austausch zwischen Natur und Technologie.

(English version below)

gespräch

The Idea of Repetition and Sameness

Ausstellungsansicht Galerie Wilkinson, London. © Wilkinson, London

Isa Bickmann: „Time to Rise“ lautet der Titel Ihrer letzten Ausstellung in der Galerie Wilkinson in London. Das klingt ein bisschen nach Revolution und wie ein Aufruf gegen unsere Lethargie. Tatsächlich gibt es etliche Dinge, gegen die man sich erheben kann: von der NSA-Überwachung zu humanitären Problemen, sozialer Ausgrenzung und Ungerechtigkeit. Aber ich verstehe den Titel auch in anderer Hinsicht: Ein Bildhauer arbeitet mit dem Raum, mit der dritten Dimension. Das Sich-Erheben ist eine typische Bewegung eines skulpturalen Werks. In der Ausstellung zeigen Sie Körperteile aus Titanfaser. Diese deuten liegende, sitzende und sich in Kontrapost-Pose vorwärtsbewegende Körper an. Haben Sie dabei an diese sehr klassischen Elemente der Bildhauerei gedacht: Pose, Bewegung und Raum?

Marisa Argentato: „Time to Rise“ ist der Titel der Schau, und es ist gleichzeitig eine Text-Skulptur, die dort präsentiert wird, weil es für uns wichtig war, den Titel in ein Objekt bzw. das Objekt in einen Titel zu wandeln – das kann man in beide Richtungen lesen. Der Titel fokussiert auf den wörtlichen Sinn, aber das Objekt öffnet eine weitere Bedeutungsdimension in Bezug auf den Raum, die Materialität des Objekts selbst und alles Dynamische der Ausstellung. Der Titel signalisiert den Beginn der Ausstellung, und eine Text-Skulptur ist wie das „Finale“. Wenn man physisch den Raum erkundet, kann man diesen Aspekt auf einem eher direkten Weg erfahren, denn mit der Position des eigenen Körpers im Raum kann man die Bezüge zwischen allen Objekten und deren Position zueinander erkunden und erkennen, dass die Text-Skulptur das Hauptobjekt ist, das man sieht, wenn man kurz davor ist, den Raum zu verlassen. Dieser Aspekt kreiert einen konzeptuellen Kreislauf, der nahezu kinematographisch ist.
Auch wenn die Text-Skulptur „Time to Rise“ eine fremdartige Materialität aufweist, weil sie durch die Projektion sich bewegender Bilder generiert wird und als fließender Text, ausgeschnitten vom Computerbildschirm, erscheint, bezieht sie sich auf klassische Elemente von Skulptur, wie Pose, Bewegung und Raum. Sie ist im Raum – im Vergleich zu den anderen Objekten – auf sehr niedriger Höhe angebracht, weil sie sich selbst gegen das Augen-Objekt („Auge gegen Auge“) behaupten muss, das von oben jedes Element der Schau dominiert.
In Bezug auf Raum und Bewegung öffnet die Projektion von abstrakten Fraktalen auf den Text eine neue visuelle Dimension, eine Dimension, die nur möglich wurde mit der Erfindung von computergesteuerter Animation. Die Fraktalen durchlaufen einen unendlichen Raum der Gleichförmigkeit und sich wiederholender Muster, die in der Natur vorhanden sind. Sie öffnen ein neue labyrinthartige Dimension, wo es unaufhörlich möglich ist, herein- und herauszuzoomen und das Gefühl zu haben, in eine unendliche Tiefe einzudringen und eine permanente Transformation zu erleben, dabei immer am selben Ort zu bleiben und die gleiche Form zu erforschen.

Die Körperteile sind aus einem im Kunstbereich unüblichen Material: Titanfaser. Was sind die Qualitäten dieses Materials? Wie sind Sie darauf gekommen und wie arbeiten Sie damit?

Wir betrachten den Einsatz von Marmor und Bronze als konservative Materialien schlechthin. In diesen unsicheren Zeiten der Finanzkrise und technologischer Veränderungen fühlt es sich an, als schauen die Künstler in die Vergangenheit, um Sicherheit zu finden; uns erscheint es wie das „Zurück-zur-Ordnung“ nach dem 1. Weltkrieg. Wir ziehen es vor, in die Zukunft zu schauen und wir glauben, dass unsere Zukunft mehr Einfluss auf unsere Gegenwart hat als unsere Vergangenheit. Darum fühlen wir uns so stark angezogen von sog. „Performance-Materialien“ wie Carbon-Kevlar und Titanfaser. Diese Materialien werden vor allem von der Industrie genutzt, hauptsächlich verwenden sie die Rüstungsindustrie und die Raumfahrt, da sie hochgradig feuer-, druck- und wasserresistent sind – und sie sind extrem leicht. Das Material selbst wird als kritisches Element präsentiert, das seine Bedeutung im Inneren des Werkes trägt und das Narrative der Arbeit auf einem direkten Wege generiert.

Ausstellungsansicht Galerie Wilkinson, London. © Wilkinson, London

Ein Augapfel wird projiziert und scannt den Raum, indem er sich wie eine automatische Kamera bewegt. Im Text, den Joshua Simon für die Ausstellung schrieb, spricht er von der Orwellschen Dystopie und Big Data, der automatischen Bildproduktion, von Dziga Wertows Kamera-Auge, von dem Rasierer, der scheinbar den Augapfel schneidet in dem surrealistischen Film „Un Chien Andalou“ von Buñuel und Kubricks „A Clockwork Orange“, wo die Figur des Alex gezwungen wird, Gewaltszenen anzuschauen. Würden Sie zustimmen, dass die Menschen des 20. und 21. Jahrhunderts die poetische Kraft des Auges als Spiegel der Seele oder Fenster zur Seele verloren haben, ein Motiv, das über Jahrhunderte genutzt wurde, um den visionären Akt des Sehens und den Seelenzustand einer Person zu beschreiben?

Wir glauben nicht, dass der poetische Anteil verloren ist, zwangsläufig kommunizieren wir doch mit den Augen, wenn wir uns von Angesicht zu Angesicht begegnen. Wir können das nicht verstecken, das ist sehr offenkundig. Worauf sich Joshua bezieht, ist vermutlich eine Erweiterung unserer menschlichen Fähigkeit, der wir uns stellen müssen, und das heißt, dass wir uns dem Auge der Maschine stellen müssen, ihrer Geschwindigkeit und Kälte, die Maschine tastet unsere Gefühle ab. Das Problem ist, dass wir nicht die Maschine abtasten können und sie daher nicht lesen können.

Sie arbeiten als Teil eines Künstlerduos mit Pasquale Pennacchio. Wo haben Sie beide sich getroffen und was macht eine solche Zusammenarbeit attraktiv?

Wir arbeiten schon sehr lange zusammen, bereits seit 12 Jahren. Wir trafen uns in Neapel an der Akademie der bildenden Künste, und seitdem haben wir immer zusammengearbeitet. Wir haben nicht nach einer Zusammenarbeit gesucht, es passierte einfach. Ich glaube nicht, dass man so etwas auswählen oder entscheiden kann, weil es eine sehr symbiotische Beziehung ist, die wir haben, so dass wir auch fähig sind zu arbeiten, wenn zwischen uns eine große räumliche Entfernung liegt – natürlich mit Hilfe der Technik.

Sie beide kommen aus Italien, Sie haben an der Städelschule in Frankfurt studiert, und nun leben Sie in London. Sie leben ja sozusagen den europäischen Geist vor … London ist eine tolle Stadt, sie ist auch eines der Finanzzentren der Welt und ein Synonym für die ungehemmten Exzesse des Bankensystems. Ist die europäische Schuldenkrise, die ja auch Ihr Heimatland Italien infiziert hat, ein Thema dieser Ausstellung?

Die Idee der Schuldenkrise wurde internalisiert in unsere Idee von Zukunft. Wenn der deutsche Philosoph Joseph Vogl sagt, dass Spekulation ein „Angriff der Zukunft auf die übrige Zeit“ sei, bedeutet das, dass unsere Zukunft beschnitten wird durch unsere Schulden, weil Schulden ein Versprechen auf Zahlung sind, das wir in der Gegenwart machen, das aber aus unserer Zukunft Kapital schlägt.

In der Installation von Orchideen, die auch Symbole für Reichtum, Macht und Liebe sind, scheint sich der Antagonismus von Natur und Artifiziellem aufzutun. Röhren setzen das Wurzelwerk der Orchideen fort. Sie schauen wunderschön aus, aber bekommen sie Wasser, um zu wachsen?

Die Orchideen sind das einzige organische Element in der Ausstellung. Instinktiv haben wir diese Pflanze gewählt, weil sie so artifiziell aussieht. Wir stellten uns vor, dass hinter ihrer Künstlichkeit eine ganze Menge biotechnologische Kontrolle steckt, aber als wir begannen, uns mit der Evolution dieser Pflanze zu beschäftigen, entdeckten wir, dass hier die Natur eine große Rolle gespielt hat und nicht die Biotechnologie. Tatsächlich sind sie die älteste und artenreichste Familie auf Erden. Sie kamen auf, als die Dinosaurier die Erde beherrschten, und es gibt sie noch immer. Die Evolution dieser Pflanzen erfolgte unheimlich schnell. Am Anfang hatten sie keine Blüten. Die Blüten kommen aus mutierten Blättern, und wir könnten dies eine Form von Technologie nennen, denn als Blüten aufkamen, beschleunigte sich die Evolution der Pflanzen.
In der Natur wachsen Orchideen auf Bäumen, und ihre Wurzeln sind ausgestellt wie ein Nervensystem. In unserer Installation haben wir diese Wurzeln mit Metallschläuchen verlängert, um zu suggerieren, dass die Evolution, wie wir wissen, wahrscheinlich vorüber ist, weil die Technologie unser Können viel rascher als die Natur verbessert und ausweitet. Also in der Zukunft werden wir nicht Millionen von Jahren warten müssen, sondern nur wenige Jahre.

Die Gesamt-Installation in der Galerie sieht aus wie eine Landschaft. Das liegt nicht allein an den Objekten, an dem Material und dem formalen Aufbau. Es ist auch die Dimension der Texte und Bedeutungen und Bilder, die sich darin eröffnen. Was hat der Mathematiker Benoît Mandelbrot (1924-2010) mit der Text-Skulptur „Time to Rise“ zu tun, die, wie oben erwähnt, der Titel der Ausstellung ist? Sie haben zuvor die Projektion von abstrakten mathematischen Fraktalen auf ein Text-Bild in der Ausstellung „You will never be safe“ [Anm.: Diesen Satz sagte der Attentäter, der im Mai 2013 einen britischen Soldaten in London ermordete] bei Van Horbourg in Zürich (2013) gezeigt. Dort wurden die Betrachter in ähnlicher Weise direkt angesprochen.

In den 1970er Jahren hat der in Polen geborene, französisch-amerikanische Mathematiker Mandelbrot das Feld der Fraktalen Geometrie entwickelt. Er entdeckte, dass es in der Natur unterhalb der Komplexität und des scheinbaren Chaos eine sich wiederholende Ordnung gibt, es Selbstähnlichkeit in allem gibt, eine endlose Wiederholung zu beobachten ist, die hinein- und wieder herauszoomt von dem Muster, das der Materie inhärent ist. Die Idee von Wiederholung und Gleichförmigkeit wurde in unserer Schau überall widergespiegelt, in jeder Komponente: in den Titanium-Plastiken und an den an den Wänden hängenden Objekten „Alternate Futures“. Diese haben dieselbe Form von einem zerknitterten Metallblech und wurden viermal in Acrylharz gegossen, jedoch auf unterschiedliche Weise bemalt, so dass man nicht die Gleichförmigkeit der Form sieht, diese aber da ist. Wiederholung und Gleichförmigkeit sind zwei gemeinsame Qualitäten von Technologie und Natur, und vielleicht ist dies der Platz, wo sie sich treffen und überlappen. Wir schauen nicht auf die Unterschiede zwischen Natur und Technologie, aber auf ihren gegenseitigen Austausch, dort wo die Technologie organisch wird und die Natur technologisch. Wir haben keine Angst vor der Technologie, jedoch vor der Macht und Kontrolle, die zwangsläufig mit ihr einhergeht, aber es ist an uns, uns dagegen zu wehren.

Die Fragen stellte Isa Bickmann

Mit freundlicher Unterstützung der Hessischen Kulturstiftung

Exhibition view Wilkinson Gallery, London © Wilkinson, London

artist talk

Repetition and Sameness

Isa Bickmann: “Time to Rise” is the title of your recent exhibition at Wilkinson Gallery in London. That sounds a little like revolution, like a slogan against our lethargy. Indeed there are a lot of things we should rise up against: from NSA surveillance to problems of inhumanity, social segregation and injustice. But I understand it in a second way: A sculptor is working with space, with the third dimension. Rising is a typical movement of a sculptured piece. For your exhibition you have made body parts out of titanium fibre. They indicate bodies lying, sitting or moving forwards in a contrapposto pose. Have you thought of these very classical elements of sculpture: pose, movement, space?

Marisa Argentato: “Time to Rise” is the title of the show, and it is also a text sculpture present in the show because for us it has been important to turn the title into the object or to turn the object into the title. You can read it both ways. The title focuses on the literal meaning, but the object opens up a different dimension of meaning in relation to space, to the materiality of the object itself, and to the overall dynamic of the show. The title signals the beginning of the show and the text sculpture is like the “finale”. If you physically explore the show, you can experience this aspect in a more direct way. Through the position of your body in the space you can observe the relation between all the objects and their relations to each other and recognize that the text sculpture is the main thing you see when you are about to leave the room. This aspect creates a conceptual circularity that is almost cinematographic.
The text sculpture “Time to Rise” even if it has a strange degree of materiality, because it is generated mainly by the projection of moving images and appears as a floating text cut out of the computer screen, certainly refers to classical elements of sculpture like pose, movement, and space. It appears to be in a very low position compared to the rest of the sculptures in the show, because the object itself has to rise against the Eye sculpture (“Eye vs. Eye”) that dominates from above every element in the show.
In terms of space and movement, the projection of abstract fractals on the text opens a new visual dimension, a dimension that was possible only with the invention of computer animation. The fractals are addressing an infinite space of sameness and repeating patterns present in nature. They open up a new labyrinth-like dimension where it is continuously possible to zoom in and out and have a sense of entering an inexhaustible depth, and experience a continuous transformation and still be always in the same place and explore the same form.

The body parts are made of titanium fibre, a very unusual material for an artwork. What are the qualities of this material? How did you come upon it? How do you work with it?

We see the use of marble and bronze above all as conservative materials. In these uncertain times of financial crisis and technological change it feels like some artists look to the past to find security, to us it's like the “return to order” after the First World War. Personally we prefer to look into the future, and we believe that our future has more influence on our present than our past. That's why we feel very attracted to the so called “performance materials” like carbon-Kevlar and titanium fibre. These materials have very specific industrial uses, mainly they are used by the military industry for armoured combat equipment or for space shuttles because they are highly resistant to fire, pressure and water, and they are extremely light. The material itself is presented as a critical element that carries its significance inside the work and generates in a direct way the narrative of the work.

An eyeball is projected and is scanning the room moving like a camera-machine. In the text Joshua Simon wrote for the exhibition, he speaks about the Orwellian dystopia and Big Data, the image production by machines, Dziga Vertov’s camera-eye, the razor cutting the eye in the Surrealist film “Un Chien Andalou” by Buñuel and Kubrick’s “A Clockwork Orange” where the character Alex was forced to look at violent images. Do you agree that people in 20th and 21st century have finally lost the poetic power of the eye as a mirror of the soul or window to the soul, which has been used centuries to describe the visionary act of seeing and the reflection of the mental state of a person?

We do not think the poetic portion is lost, we still inevitably communicate through the eyes in a face-to-face physical encounter. It's something we cannot hide, it's very manifest. What Joshua is referring to, it's probably an extension of our human faculty that we have to confront, and it's inevitable that we have to confront the eye of the machine, with its speed and coldness. The machine is sensing our feelings; the problem is that we cannot sense the machine and therefore we cannot read it.
 
You are working as part of an artist duo with Pasquale Pennacchio. Where did you meet and what are the benefits of such collaboration?

We have worked together for a long time, for 12 years already. We met in Naples at the Academy of Fine Arts, and since then we have always worked together. We were not looking for collaboration, it just happened in a very natural way. I don't think that you can choose or decide something like this, because is a very symbiotic relation that we have, we are even able to work from great distance, with the help of technology of course.
 
You both come from Italy, you have studied at the Städelschule in Frankfurt, Germany, and now you are living in London. So to speak, you set an example of the veritable European spirit … London is an amazing city but also one of the top global financial centres, synonymous with unrestrained excesses of the banking system. Is the European debt crisis, which has infected most prominently your homeland, also brought up in this exhibition?

The idea of the debt crises has been internalized and is expressed by our idea of the future. When the German Philosopher Joseph Vogl says that speculation is an “assault of the future on the rest of time”, it means that our future is shaped by our debt, because the debt is a promise of payment that we make in the present but that capitalizes on our future.

In the installation of orchids – which are also symbols for wealth, power and love – the antagonism of nature and artifice seem to be represented, too. The tubes continue the roots of the orchids. They look beautiful, but do they have water to grow?

The orchids are the only organic element in the show, intuitively we choose this particular plant because it looks highly artificial. We imagined that behind it's artificiality there was a large amount of bio-engineering control, but when we started looking into its natural evolution we discovered that nature played a big role and not bio-engineering. In fact it is the oldest and the biggest variety plant on earth. It came to life when dinosaurs were ruling the earth, and yet it survived. The evolution of this plant was incredibly fast, in the beginning the plants didn't have flowers, the flowers come out of a mutated leaf, and we could call this a form of technology. Once flowers came to life, the evolution of plants speeded up.
In nature orchids grow on trees, and their roots are exposed, like a nervous system. In our sculpture we have prolonged these roots with a metallic wire, to suggest that evolution as we know it is probably over because technology enhances and extends our ability much quicker than nature, so in the future we won't have to wait millions of years, but probably only a few years.

The installation at Wilkinson looks like a landscape. But it’s not just the objects, the material and form. It is also the dimension of texts and meanings and images within. What has the mathematician Benoît Mandelbrot (1924-2010) to do with the text sculpture “Time to Rise”, which is, as mentioned above, the title of the exhibition? You have used the projection of abstract mathematical fractals on the text-picture before, in the exhibition “You will never be safe” (Note, the assassin who murdered a British soldier in London in May 2013 said this) at Van Horbourg in Zürich (2013), where the visitor is directly addressed in a similar way.

In the 1970’s the Polish-born, French-American mathematician Mandelbrot developed the field of fractal geometry. He discovered that in nature, underneath the complexity and the apparent chaos, there is a repetitive order, there is self-similarity in everything, an endless repetition is observed zooming in and out of the pattern inherent in matter. The Idea of repetition and sameness is reflected all over the show, in each and every component of it, in the titanium sculptures, and in the sculptures “Alternate Futures” hanging on the walls. These have the same shape cast four times in acrylic resin from wrinkled sheet metal, but painted in different ways, so you don't see the sameness of the shape, but nonetheless it is there. Repetition and sameness are the two common qualities of both technology and nature, and perhaps this is the place where they meet and overlap. We don't look at the difference between nature and technology but at their mutual exchange, where technology becomes organic and nature becomes technological. We are not afraid of technology, but of power and control that inevitably comes with it, but it's up to us to rise against it.

Mit Dank für das Lektorat an/with many thanks for proofreading to Richard Leister.

Isa Bickmann

With kind support of Hessische Kulturstiftung

Kommentare

Kommentar eintragen









erstellt am 10.6.2014

Das Künstlerduo Pennacchio Argentato
Das Künstlerduo Pennacchio Argentato

Ausstellungsansicht Galerie Wilkinson, London. © Wilkinson, London

Ausstellungsansicht Galerie Wilkinson, London. © Wilkinson, London

Ausstellungsansicht Galerie Wilkinson, London. © Wilkinson, London

Ausstellungsansicht Galerie Wilkinson, London. © Wilkinson, London

Ausstellungsansicht Galerie Wilkinson, London. © Wilkinson, London

Ausstellungsansicht Galerie Wilkinson, London. © Wilkinson, London