Short Cuts

GROBZEUG IM RINDERMIX 2 & 3

Von Jamal Tuschick

8. Folge

Für die Allgemeinheit

Die Interpretation ist auch auf Tonis Mist gewachsen. Wie die meisten Gernecrossies ist sie eine abgebrochene Studentin. Ein gebildetes Trümmerlieschen aus gut katholischem Elternhaus (und irgendwie auch aus einer Trikotagen-Dynastie hervorgegangen), das außerdem Dienste in der Kooperative verrichtet, um über die kostenintensiven Feinstaub- und Größenwahn-Runden zu kommen. Sie hat sich dem Apfelwein ergeben und bei uns sogar Apfelweinseife eingeführt, die aber nur nach Pril Winter Apfel riecht. Mit Reinigungsmitteln kenne ich mich aus. Ich habe Tanja eine unparfümierte Handcreme empfohlen, und Tanja hat sich die Handcreme für zweihundert Anwendungen (ihre norwegischen Formel verspricht intensive Feuchtigkeit für trockene Haut) tatsächlich zugelegt. Ja, Tanja. Ihre freundliche Verlässlichkeit übersteigt die Anforderungen an Jobber bis zu einer Oberkante, die ich absichtlich nicht im Blick behalte. So wie Tanja nimmt man eine schlecht bezahlte Nebentätigkeit an sich nicht wahr. Da ist man lässiger, auch nachlässiger. Zum Beispiel beim Fegen des Saals und der Garderobe. Ich kehre Dreck unter den Teppich und in die Ecken, Tanja geht soweit, die Schludrigkeiten anderer kommentarlos auszugleichen. Das wurde ihr vorgehalten. Aber Tanja widersetzt sich konsequent einer Dienstanweisung, der zufolge keiner dem anderen hinterher arbeitet. Wir kontrollieren uns nicht gegenseitig. Ich will keine Anscheißer beschäftigen und mich mit nachträgerischen Miesepetraritäten nicht aufhalten. Ich habe in genug Drecksläden die Geschäfte geführt.
Tanja ist natürlich keine Anscheißerin. Ihr Heidemariebuch liegt immer noch auf dem Tresen. Ich schreibe „Für die Allgemeinheit“ auf das Vorsatzblatt und setze „Wischtücher“ auf die Einkaufsliste in meinem mobilen Telefon. Meine Augen sind schon wieder schlechter geworden. Seit gestern, fürchte ich.
Die Handcreme heißt Neutrogena. Ich werde einen Personalvorrat davon anlegen und auf jeden Fall auch noch Moskovskaya besorgen. Den halben Liter für achtfünfzig.

Ich rechne die Kassen ab und hinterlasse den Kollegen als Gruß die Bemerkung: Vom Hund lernen, heißt sich so was von freuen lernen können. Wenn Toni das liest, wird sie sich wieder Statusgedanken machen. Gut so.

7. Folge

Der heilige Trott

Igor bringt nichts Gutes fertig. Er ist komplett unfähig, also Hausmeister. Zum Glück nicht bei uns, sondern in der Kooperative. Angeblich war Igor früher Schauspieler oder Taschenclown oder so was in der Art. Ich fühle mich von ihm strapaziert. Er ist ein ungebetener Nutznießer unseres heiligen Trotts. Er weiß zu viel. Ich vertreibe Igor aus meinen Gedanken, jetzt könnte ich ein Lied meiner Wahl hören. Schade, dass ich zu dieser Tageszeit nicht rauche. Plötzlich erscheint mir möglich, dass die Kaffeemaschine wegen mir nicht in ihren allnächtlichen Ruhestand versetzt wurde. Tanja wusste, dass ich die Abrechnung am Vormittag machen wollte, Vormittag nach meinen Berechnungen des Tages. Ich hatte das ihr gegenüber am Rande erwähnt, in der Hauptsache war es darum gegangen, dass wir während der Vorstellungen am Tresen Ruhe bis zur Regungslosigkeit bewahren sollen. Eine neue Anweisung vom lieben Gott, den manche auch den Paten nennen oder, in einer verdrehten, im Grunde sinnlosen Anspielung, El Niño oder Doktor No nach den ersten beiden Buchstaben seines Allerweltsvornamens, der gar nicht mehr so häufig vorkommt. Wer heißt schon noch Norbert? Ich kenne sonst keinen Norbert, außer dem Ex-Wirt vom Backstage, der alten Haut.

Ich optimiere den Milchschaum, eine Kupferschraube reguliert den Zulauf. Jemand kratzt am Fensterladen. Ich lasse Außenluft in den Saal und Konditor Lortzing reicht Backwaren an. Richtig, der Lortzing mit dem großen Latinum. Er hatte einen Hörsturz und seitdem das Pfeifen im Ohr.

Der Regen verstärkt Straßengeräusche. Auf der Rückseite des Personalverzehrzettels hat Toni, es spricht der Schriftexperte, „Septembermorgen“ von Eduard Mörike notiert:

„Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen“.

Im Weiteren vermerkt wurde (unvollständig): „Das Gedicht erschöpft sich in einer Strophe und sechs Verszeilen. Es folgt keinem bestimmten Reimschema. Seine inhaltliche Organisation setzt die Ruhe in einen Gegensatz zu Signalen einer Veränderung. Der „Nebel“ in der ersten Zeile deutet den erfassten Augenblick als einen Schwebezustand. Verstärkt wird die Wandlungserwartung mit einem kleinen „noch“. Noch ist die Welt bei Tage nicht eindeutig zu erkennen. Die Temporaladverbiale wird gleich wieder aufgegriffen …“.

6. Folge

Druckbetankter Swinghasser bei der Kippenanalyse

„Frost, Dein Name sei Tanja“. Ich finde die akkurate Großschreibung der Anrede beachtlich. Auch daran erkennt man Texas. Er bleibt auf der Höhe der Rechtschreibung noch in Zuständen, die andere ihren Familiennamen nicht mehr richtig aussprechen lassen. Nun haben wir eine Treseninschrift. Der Tresen darf nur mit der weichen Seite unserer Spontex-Zelluloseschwämme (100 % pflanzlichen Ursprungs: weich, saugfähig und leicht auswaschbar. Besonders resistent gegen Bleichmittel,) gewischt werden. So steht es im Tresenbuch nach meinem Willen.
Es ist halbzwölf mitten im verregneten Mai, ich lege die Einkäufe für den Abend neben das Tiefbecken. Die Kaffeemaschine ist schon betriebsbereit, wie vortrefflich. In solchen Details offenbart sich mir der Schöpfungsplan, soweit er geglückt ist.
Die Schwämme kann man in einer Mikrowelle entkeimen. Aber wer macht so was?

Mein Telefon mutiert insektisch im Short Message Servicemodus. Mineke will wissen, ob ich den Tag ganz und gar meiner Wut auf sie widmen werde. Das geht sie jetzt mal gar nichts an. Unsere Dauerkrise hat Zeit. Im Abspieler steckt Roger Cicero, furchtbar hochgeblasener Altmännermüll, ich bin erst zweiundvierzig und auf jeden Fall Swinghasser. Die geschwungene Beschriftung der gebrannten CD stammt von Tanja. Die CD ist so verschrammt, dass sie nur Texas gehören kann. Er trägt seine Tonträger schutzlos in den tausend Kippen seiner Multifunktionshosen durch die Gegend, dabei hat Tanja ihnen so schöne Futterale gebastelt. Was ich alles weiß.

Ich leere Aschenbecher, die Kippen sagen mir, wer heute Nacht getagt hat. Mehr oder weniger bis zum Schluss am Start waren zweifelsfrei Tanja (Lucky Strike Silver), Toni, (Pall Mall) Britta, (Billigzigaretten aus dem Aldi) Norbert, (Haus Bergmann!), Texas (Rote Marlboro) und Ibu. Ibu raucht nicht, seine Zeugen sind Jever- Fun-Flaschen mit abgezogenen Etiketten. Seit drei Wochen hält er sich im Trockendock auf, mit einer Perspektive von weiteren drei Wochen der Abstinenz. Bei einem Dreiundzwanzigjährigen finde ich eine derartige Versicherung gegen die Sucht unangebracht bis zur Verhaltensauffälligkeit. Die Bereitschaft zur konsequenten Druckbetankung scheint dem Nachwuchs generell abzugehen, da hat sich was verändert.

Hanswurst in der Pelle

Ibu ist jetzt auch gepierct. Die Normalnull als Eisenträger. Bei Ibu kommt die Abgeklärtheit vor der Erfahrung. Er glaubt, musikalisch sei schon alles gesagt. Enorm erscheint ihm die Einsicht, dass Rock nicht neu ist. Ich glaube, Ali Neander ist ein Onkel von ihm. Auch die ungespülten Gläser geben Auskunft über die finale Besetzung. Sie bestätigen die Kippenanalyse mit einer Erweiterung. Einer der Sinnlosen ist nachts im Theater aufgeschlagen. Igor heißt er. Er kam schon als Fürst der Finsternis in dieser Erzählung vor.

Es ist kaum Grauburgunder in der Kühlung und im Lager ist überhaupt kein Grauburgunder mehr. Eine Fahrt mit dem Kleinkunstbus ins Rheingau steht an, entweder für Norbert oder für mich. Im Tresenbuch halte ich fest: Kein Grauburgunder für das geschätzte Personal, bis zum Widerruf der Anordnung. Nicht alle werden sich an die Anordnung halten. Texas beansprucht seine Sonderrolle auch in Getränkefragen. Er ist der Älteste und war vorhin der Letzte, sonst gäbe es die Inschrift nicht. Manche sehen in ihm ein verwittertes Sorgenkind oder bloß einen Hanswurst in der Pelle. Das sind die bequemen Ansichten. Meines Erachtens verfehlen sie den Mann. Für die Gottesanbeterinnen der Chefansagen erscheint seine Inferiorität wie in Stein gemeißelt. Wahr ist, dass niemand mehr Unruhe verbreitet als Texas, obwohl er überhaupt nichts zu melden hat. Seine Stellung im System ist bizarr, aber dass es jemand dahin bringt, bleibt interessant.

5. Folge

Was ist kein Cowpunkt?

Prälatenfeist rückt Norbert zum Tresendurchgang auf, das Personal soll im Zuge der Umgehung einen Hauch seiner Bedeutung einatmen.
Norbert verstellt gern Personalwege. Die letzten Gäste hätten gern ein neues Teelicht. Ein einsamer Nussknacker auf der Durchreise wüsste gern, wie spät es ist. Trapperesk trägt er einen Fuchskragen auf dem Kopf. Texas würde gern Dave Dude hören, der Wunsch bleibt unbeachtet. Ich erinnere mich an Zeiten, da haben wir die obsoleten Surf- und Countrysachen ständig gehört, die Texas dem Vernehmen nach direkt aus Amerika von einem Scharfschützenausbilder namens Skip Granberry bezieht. Damals stand noch die Frage im Raum: Was ist Cowpunk, und was ist kein Cowpunk? Oft diskutiert am Beispiel von Hank Williams, den Dritten.
Irre ich mich, oder hat Tanja für ihn gar nichts mehr übrig. Er sitzt auf jeden Fall noch genauso vermaledeit herum wie vorhin.

Durch Deutschland geht ein Ruck

Morgen muss Texas das pfandfreie Leergut zu den Containern vor der Rucolarübenbar tragen, die Altglaskiste ist randvoll. Für mich zählt, dass Texas dafür keinen Auftrag braucht. Er sieht, was anliegt. Ich lasse Britta den Umsatz feststellen, das läuft schon auf eine Entbindung vom Thekendienst hinaus. Britta begibt sich mit der Kasse auf die Publikumsseite des Tresens, auch das soll mir was sagen.
„Ist genug Minze da?“ fragt Tanja leidenschaftlich. Sie ist der einzige Mensch, den ich kenne, der Bücher aus der Leihbibliothek liest.

Mineke ist schon wieder bei ihrem Ex, „diesem Rolls Royce“, so Mineke über Louis, unter Musikern und Graffitiartisten. Sein Tag markiert immer noch ihr Revier in Frankfurt am Main. Er lebt mit einem sprechenden Kühlschrank zusammen und trägt aus gesundheitlichen Gründen Zwiebeln am Sack. Natürlich sind Louis und Grete in ihrer Exzessbereitschaft blutsgeschwisterlich auf ewig verbunden. Louis hat immer was zu lachen, wenn er mich sieht.

Die Beziehung zwischen einem Koch und einer Köchin beschreibt Mineke als K & K-Monarchie. Die Rote Armee, als periodisches Usurpationsereignis weiblichen Wohlbefindens, ist auch von ihr. Nebenbei seift sie Norbert ein, der sich auf einem Kellnerblock Notizen macht. Inzwischen pisst er Zucker. An die fehlenden Schneidezähne scheint er sich gewöhnt zu haben. Mineke erzählt von einer Hose aus ihrer Punkzeit, die so steif war von Farbe, dass man sie in die Ecke stellen konnte. Diese Hose gehört zu ihr wie der Name an der Tür. Mineke hat ein feines Gespür für die eitlen Nöte alternder Männer.

Sie kennt reizempfindliche Phasen, dann kann sie nicht vor die Tür. Ihr koreanischer Heilerfreund rät ständig zu Sauerkrautsaft. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Ich will eigentlich nicht mehr mit Mineke zusammen sein und mir alldieweil die Bedeutung des Narrs im Tarot erläutern lassen.
Eigenartigerweise sieht der Koreaner aus Terence Trent D´Arby.

Es gibt nichts Unbedeutendes. Eine hochgezogene Augenbraue, ein abgleitender Blick, eine beiläufig wegwerfende Handbewegung, das kurze Entgleisen der Züge … im Augenblick lautet die wichtigste Frage: Hat es „Milli Vanilli“ gebracht oder eher nicht? Toni durfte einem der Musikerdarsteller bis zur Wahrnehmung seines Aftershaves näher kommen, die anderen wissen, dass Fabrice im Dschungelcamp war. Alle versuchen „Girl you know it‘s true“ zu singen, keinem gelingt es.

„Attacke“ befiehlt Norbert. Die letzten Gäste haben mit ihrem Abgang ahnungslos das Rauchverbot im Saal aufgehoben. Britta knallt Aschenbecher auf den Tresen, die Kaffeemaschine kaprioliert, als sei sie auch froh und beteiligt. Durch Deutschland geht ein Ruck, das Gernegroß ist Gästefrei, die Party kann beginnen. Obwohl sie nicht im Dienst sind, räumen Tanja und Texas Tische ab, ihre Kollegialität gegenüber der waltenden Schicht geht mir zu weit.
Texas will für mich auffüllen, das kommt überhaupt nicht in Frage. Gerade fühle ich mich wie der Vorstand einer Erdmännchenkolonie. Ich überrede Britta doch noch die Kaffeemaschine sauber zu machen, wir verdanken das vielseitige Gerät dem Niedergang einer sagenhaften Kneipe vor drei Wochen. Im permanenten Jetzt spielt diese Insolvenz keine Rolle mehr, so wie jetzt hat Tanja mich noch nie angesehen. So verliebt, würde ich sagen, wüsste ich es nicht besser. Sie ist zwar nicht mehr mit Texas zusammen, wie gesagt, aber die beiden verbringen immer noch Zeit zusammen. T´n´T haben zwei gemeinsame Schichten. Vor einem Jahr waren es noch vier.
Die Kaffeemaschine steht an ihrem Platz wie eingerückt vor hundert Jahren.

Das Begehren einer Sechsunddreißigjährigen als Altenpflegerin in den Arbeitsmarkt reintegriert zu werden, schmetterte die Begründung ab, sie sei schon zu dicht am potentiellen Kundenkreis. Norbertschoten gehen so. Norbert plädiert auf Schnaps, ich trinke erst mal einen Fernet mit. Es ist Freitagabend, wir gehen in kleiner Besetzung und nur mit einer Assoziierten ins Wochenende. Die Koksbaroness will lieber mit uns als mit den Kooperativen dem Scheitern ihrer Ehe mit einem Porsche-Cayenne-Fahrer ein Fest bereiten. Sie fährt einen Chevrolet Blazer in Violett, ein Sport Utility Vehicle. Dieser SUV ist ein Lebensartaccessoire nach dem Geschmack der reichen Hexen im Nordend.
Mundartlich verbreitet die Baroness einen Hauch von München. Sie neigt dazu, jedermann guten Sex in Aussicht zu stellen, aber ich habe noch nie gehört, dass es dazu auch gekommen ist. „Ja, holla, die Waldfee“, meldet sie nach dem Klingelton. „Ich bin‘s selbst. Gell, jetzt bist du sprachlos.“
Die Baroness entert die Bühne. Der Vorhang existiert nur als Idee. Auch die Bühne verhält sich zu größeren Auftrittsmöglichkeiten wie eine verarmte Seitenlinie zum prosperierenden Hauptstrang. Das Bühnenbild zeigt eine Ikeaallzweckkammer mit Paravent. An der Wand hängen periodische Katastrophenmeldungen. Die Baroness deklamiert: „Soll ich denn ewig schweigen, sagte die Frau, als man von ihr verlangte, sie solle erst denken und dann reden.“
Ist das Ironie?
Tanja will Hans Albers hören, einstweilen erzählt sie von ihrer Jugend: Halbwegs noch minderjährig ziehe ich in Eutin eine Mädchenkommune auf. Das Pensionat … Mineke ermahnt zu mehr Mut zum Sex mit Folgen: aus Sorge um Deutschland. Die Baroness: Unterhalten sich zwei Kitzler. Weißt du, was man von uns behauptet? Wir seien so widerlich kalt und feucht. Wer erzählt denn so was? Böse Zungen!
Ich fange einen völlig überflüssigen Schwerenöterinnenblick auf. Mich wird gewiss nur der frühmorgentliche Backstubengeruch von Gelfuss nach Hause begleiten.

4. Folge

Kein Typ für Duftkerzen

Tanja rockt das Haus, zu meiner Freude. Sie hüpft auf der Stelle. Ein Verhaltensrelikt aus der Pogowelt, schätze ich, ist das. Aus norddeutschen Kellern, die Dissen genannt werden, nach Frankfurt am Main als Lebhaftigkeitsbeweis abgeführt.
Tanja winkt beidhändig wie eine Faschingsfee. Im Wechsel und synchron. Dabei ist sie in ihrem Seestrandbadkaff doch so weit weg vom Narrhallamarsch und seinen Vereinskameraden aufgewachsen.
Die Frau neben Tanja ist meine Freundin. Mineke und Tanja waren zusammen im Kino, zum wiederholten Mal invertierte Vaqueros im Original gucken. Letzte Woche haben sie „Walk The Line“ gesehen, Reese Witherspoon bekäme bei mir jederzeit einen Job.
Mineke steckt im Ornat ihres Liebreizes, heute Nachmittag war sie ganz anders unterwegs. Ihr Begrüßungskuss hat Wiedergutmachungscharakter, bloß weiß ich nicht, ob ich in ihrer Stimmung bin.
Früher hat Mineke an sich herumgeschnippelt. Davon sind Asinarben zurückgeblieben. In unserer guten Zeit sah ich sie wie Stammesmerkmale an. Es ist aber schon alles ziemlich verkackt zwischen Mineke und mir. Auch in dieser Nacht werden wir bestimmt nicht gemeinsam nach Hause gehen.

Tanja und Mineke lassen ein Spielzeugpolizeiauto vom Sperrmüll auf der Theke rasen. „Das Drecksscheißding hält keinen Zentimeter die Spur“, schreit Mineke, als wäre sie die Lebensfreude in Person und nicht etwa eine Borderlinertrulla.
Ich poliere Gläser, um Abstand zu gewinnen.

Winnie, das Klo, kommt barbarisch aus der Küche der Kooperative. Angefangen hat er als Gott unter Spülern, jetzt steht er als Hilfskoch allein. Winnie grüßt lauter in die Runde, als habe er im Gernegroß Freunde. Das Klo will einen Espresso. Bier trinkt es nur „kellerkalt“. Unter seinen Fingernägeln gedeiht Petersilie.
„Hast du das Spiel gesehen?“ fragt Winnie blöd. Jeder Feldweg ist klüger. In seiner verjährten Auswärtigkeit zieht Winnie es vor, die Eintracht verlieren zu sehen, und hat deshalb nichts zu lachen.

In den Gesichtern der verbliebenen Gäste haust das öffentliche Desinteresse an ihren Biografien. Es geht ein Rioja, an einen Tisch mit vier Leuten. Sie waren jung, als ein DJ noch Leben retten konnte und Dampfbügeleisen zum Haushalt gehörten. Ich dimme das Saallicht mit einer neuen Einrichtung namens Slave.
Britta führt Arbeitsschritte verlangsamt vor. Abgerichtet in ihren alltäglichen Angestelltenverhältnissen, bestimmt für sie die Uhrzeit den Feierabend. Ich treibe sie ein bisschen an, Britta kommt mir mit Scheineifer und vorsichtshalber auch mit prämenstruellen Beschwerden. Sie hat eine schlichte Fassade und noch nicht einmal eine nennenswerte Haarfarbe. Sie frühstückt gern früh und ausgiebig, mit Brötchen und Bildzeitung. Ich kenne sonst niemanden, der das tut und nicht alter Proll ist. Den Freundinnen verkündet Britta „den Anmarsch der Roten Armee“. Zutiefst angebracht fände sie es, nun nur noch an dem Gespräch von Tanja und Mineke teilzunehmen. Vorderhand werden Damenkranzangelegenheiten besprochen. Im Damenkranz haben sich die Kassenmädchen, Thekenfrauen und unsere Technikerinnen zusammengeschlossen. Seine Gründung geht auf eine Anregung von Mineke zurück. So bringt sie sich in Spiel.

„Themenwechsel. Geschlechtskrankheiten“, sagt sie. Mit der Aussicht, ein Paar zu werden, sind wir vor drei Jahren aus einer Nacht im Gernegroß hervorgegangen. Den Tagesanbruch wollte Mineke im Günthersburgpark erleben. Sie sagte Gpunktpark. Das kannte ich schon. Die Nacht hatte ihr Gesicht vermottet, ich fand Mineke auch vorher nicht unbedingt hübsch. Die ersten Läufer überholten uns, wir kommentierten ihre Beinarbeit. Mineke äußerte sich sachkundig, zu meiner Beruhigung. Ich erzähle von den ökumenischen Gottesdiensten jedes Jahr zu Fronleichnam im Park. „Happy Kadaver“ war mein Wort dafür.

Mineke kam ohne Erklärungen für den Zustand ihrer Wohnung aus. Eine liegengebliebene Unterhose trat sie unter einen Klamottenhügel. Mir fiel nichts Denkwürdiges ein, bei Mineke wurde auch nur die Miete abgewohnt. Ich war froh, dass sie ihre Duftkerzen kalt ließ, wenigstens bin ich kein Typ für Duftkerzen. Das Gothicdekor fand ich egal-makaber, die Matratze auf Paletten bestätigte den Rest. „Nimmst du mich jetzt?“ fragte Mineke, das immerhin war etwas überraschend formuliert. Sie überraschte mich dann auch noch mit der Feststellung: „Ich bin gern eine geile Sau“. Für mich kam der Satz definitiv zu früh. Im ersten Durchgang will man die Sache doch nur halbwegs anständig hinter sich bringen. Wenn man überhaupt kann.

3. Folge

Allein unter Freunden

„Du weißt nicht, was ormigen bedeutet?“ fragt Texas. Um elf sind bei ihm schon alle Lampen an. Mitunter grenzt Texas an Terror in seiner Generalität, zumal dann, wenn man außerdem wegen einer über Gebühr langen Zigarettenpause der Kollegin von der Notwendigkeit eines Klogangs irgendwie absehen muss. Ich muss morgen unbedingt Teelichte bestellen, die mit vier Stunden Brenndauer, hundert Stück für vierneunzig.
Ich gebe meine Ahnungslosigkeit zu, das fällt mir nicht schwer.
„Ormig war ein Ostberliner Hersteller von Matrizendruckern“, erklärt Texas mit seinem verheften Kathederkopf. „Die Apparate wurden in der DDR samt und sonders registriert. Dieser Staat fürchtete bis zu seinem Untergang alle möglichen Verbreitungswege der freien Rede.“
Wenn schon. Viel interessanter finde ich die ultrahessische Schleife in seiner Rede. Im Dunnast, wie Tanja sagen würde, kommen bei Texas silbenseltsame Verbindungen von komplizierten Wörtern und volkstümlichen Betonungen zustande. Ich weiß nicht, wie absichtsvoll.

Das Buch für Tanja ist am feuchten Tresenende liegengeblieben. In monumentaler Wiederholungsbereitschaft seiner Vorurteile verlangt Pontifex Norbert Nasenschweiss verkündungslaut, dass ich mit ihm gemeinsam Texas für die Nummer Eins unter unseren Crashdummies halten soll. Norbert schnauft vor Verachtung und schlechter Gesundheit. Sein Kinn könnte man jederzeit als Hals ansprechen. Bei ihm sind alle Übergänge fließend. Selbst in seinen schlichten Ablehnungen wirkt Norbert belehrend. Ich speise ihn mit einer Notdurft von Zustimmung ab, mein Opportunismus rollt mir die Zehennägel auf.
Texas scheint auf seinen Ohren zu sitzen. Seit einiger Zeit residiert er mehr oder weniger als Einpersonenrandgruppe vor der Rückwand des Geschirrschranks. Nach der Hausordnung im Gernegroß ist das der letzte Platz am Tresen. Ich bin noch nie in die Verlegenheit gekommen, ihn einzunehmen.

Klondike des Klosteins

Britta meldet sich kleinkariert zurück, ich lege die Schürze ab, froh in Erwartung eines Moments der Ruhe vor gekachelter Kulisse. Ich habe viel Zeit in Kneipen verbracht und dabei meine Sinne geschärft: für all die Nebensachen und für den noch nicht ganz aufgegebenen und deshalb zum Beispiel in der Sanitärsphäre abgestellten Kram, so wie Schirmständer, Vasen, Telefonbücher und Schnapsglaskollektionen. Ich sehe so was gern, keine Ahnung warum.
Ich fürchte meinen sauren Atem. Die Fishermans Friend Wildcherry ohne Zucker habe ich zuhause vergessen und Brittas Discounterkaugummis sind leider ein Gaumengraus. Vielleicht noch nicht mal aus Versehen hat Britta vorhin ein burlesk verpacktes Kondom aus der Handtasche gezogen, ein Requisit aus der Man-weiß-ja-nie-Abteilung ihres Lebens. Das war ein trauriger Augenblick unserer täglichen Vorabendserie, bei einem doppelten Espresso und einem extraspritigen Birnenbrand aus Norberts unantastbarem Bestand. Britta mit dem Kondom in der Hand und weit und breit keiner, der es ihr recht machen könnte.

Ich ahne einen Zahnschmerz in nächster Zukunft, in der Holzklasse macht man keine Karriere, noch nicht mal auf dem Klo hat man seine Ruhe. Durch die geschlossene Scheißhaustür vernehme ich Eintrachtgefasel. Die Koksbaroness unterhält den Fürsten der Finsternis mit Fußballwissen. Das sind Figuren aus der gastronomischen Nachbarschaft des Gernegroß. Das Kabarett teilt Haus und Klo mit einer Apfelweinkooperative. Um Präsenz zu zeigen, trete ich gegen die Tür. Die Baroness reißt sie auf und fragt: „Weißt du, warum mein Hausarzt seine Praxis im dritten Stock hat?“
Auf ihrem Shirt steht: „Fühlt euch alle gefickt“. Einen Fanschal trägt sie als Schärpe. Das gibt ihr etwas von einer lateinamerikanischen Freiheitskämpferin mit neapolitanischen Vorfahrinnen. Neben ihr erscheint der Fürst wie ein verknautschter Außerirdischer mit durchsichtigen Ohren und heruntergelassenen Hosen. Er thront auf dem Klodeckel und zwar vollkommen gleichgültig, aber keineswegs weggetreten. „Was redest du mit dem Arsch?“ fragt er.

„Gibs doch zu, wenn du‘s nicht weißt“, verlangt die Baroness, während sie ihre von perlendem Schweiß genoppten Drüsen unwirsch zurechtrückt. Unter den Pinkelbecken verläuft immer noch die alte Pissrinne, dieser Klondike des Klosteins.
„Der weiß doch gar nichts, genau wie Hennie Nachtsheim“, sagt der Fürst.
Die Baroness bedenkt ihn mit einem zweifelnd-forschenden Blick.
„Das Arschloch“, kartet der Fürst nach.
„Damit kein Gehbehinderter kommt“, erklärt die Baroness. „Das hättest du dir auch denken können.“
Der Fürst: „Der kann doch überhaupt nicht denken. – Der oder die Arschloch.“
„Wahrscheinlich hast du recht“, entgegnet die Baroness, abrupt von einem Sinneswandel bis zur Nachdenklichkeit erfasst. (Immer wieder schön, Leute in die Nachdenklichkeit abgleiten zu sehen, die sich der Voraussetzungen für Nachdenklichkeit längst begeben haben.) Fast sacht schließt sie die Tür.

„Ich wünschte, ich hätte mal nicht recht.“ Das klingt aufrichtig gequält.

2. Folge

Was soll ich damit?

Sie will rauchen. Noch einen Wein. Es darf Grauburgunder sein. Heidemarie hat mal wieder vor zwanzig Zahlenden alles gegeben und dabei eine Begeisterungskulisse wie bei einem zehnmal größeren Auditorium geschaffen. Wie immer, wenn sie die Bühne des Gernegroß bespielt, ist das Personal geschlossen zur Stelle. Tanja schenkt nach, wir streifen uns in den freundschaftlichen Akten der Bewirtung. Unser Lebenswandel nimmt uns füreinander ein. Ich freue mich jedes Mal auf die gemeinsame Dienstagsschicht. Inzwischen teilen wir uns sogar die Vorfreude tel . mit. Es ist so perfekt mit Tanja.

„Die Menschen des Mittelalters haben doch auf das Irdische nichts gegeben. Die wollten in den Himmel kommen und die Hölle vermeiden. Darum ging es denen. Nun stellt euch vor, so ein Typ aus dem Mittelalter würde in die Gegenwart befördert. Was dann los wäre.“
Texas redet so, auch wenn ihm keiner zuhört. Man darf von ihm nichts Zusammenhängendes oder zum Thema Passendes erwarten. Er spannt Heidemarie vor den Karren seines Jammertals: „Du könntest aus einem Telefonbuch singen und mir kämen immer noch die Tränen.“ Texas sagt dazu, dass Boris Vian das über Edith Piaf gesagt hat.
„Boris wer?“ fragt Britta mit automatischer Verachtung. Sofort geht das los: „Es gibt nur einen Boris, und der heißt Rudi Völler.“

Vorgestern überfuhr ein Mann mit seinem Auto aus lauter Verärgerung einen Fahrradfahrer auf dem Alleenring. Gestern hat Britta einen Selbstversuch an ihren Haaren vorgenommen, der mit einer Not-OP von einem Hagestolz seines Fachs auf der Goethestraße korrigiert werden musste. Heute kauft Texas Heidemarie ein Buch ab und lässt es sich für Tanja signieren. Aus der Übergabe macht er ausnahmsweise keine große Sache.
„Was soll ich damit?“ fragt Tanja.
„Weshalb war der Autofahrer verärgert?“ fragt Toni.

„Wie alt mag Justin Hayward sein?“, fragt Heidemarie versonnen wie bekloppt. Ihr ist noch nicht nach Hotel und dem in der Isolation einer verbrauchten Kammer unabweisbaren Muff der zweiten Lebenshälfte.
„Zweiundsechzig“, antwortet Texas. Er weiß auch, wie The Moody Blues zu ihrem Namen gekommen sind und wann und wo die Band gegründet wurde, nämlich 1964 in Birmingham. Michael Pinder kam auf ihren Namen, angeregt von Duke Ellingtons „Mood Indigo“ und dem Umstand, dass damals, also zur Hochzeit der British Invasion, in Birmingham alle Clubs mit der Brauerei „Mitchells and Butlers“, kurz „M & B“ verbunden waren. Texas hat „Tuesday Afternoon” in der Tasche, Heidemarie möchte das Lied hören. Ihr fehlt jede Ahnung, wie lächerlich sie den Gernecrossies mit ihrem Wunsch erscheint. Alle sind extrem gelangweilt von diesem Ausflug in die Steinzeit des Rock, angepisst, um einmal genau zu sein.

Ich führe Texas´ Tonträger dem Sony zu, er reagiert widerwillig. An einem Mittwochabend im dritten Jahrtausend passt „Tuesday Afternoon” noch nicht einmal einer Maschine. Verärgert hatte den Autofahrer, dass der Radfahrer bei Rot die Straße überquerte, obwohl Kinder an den Ampeln standen. Tatsächlich auf beiden Seiten der Straße, wie er bei der Vernehmung hervorhob.
Texas erfindet Zitate. Mit allem spricht er immer nur Tanja an, die in der Rolle der Gleichgültigen glänzt. Das war bis vor Kurzem anders. Gehütet hat Tanja den alten Mann und ihm den Arsch hinterher getragen und alles Mögliche nachgesehen und niedlich gefunden bei ihrem Leevsten. Tanja arbeitet auch in der ambulanten Altenpflege, die Gelegenheit für einen Beziehungswitz wurde verpasst.

Texas nutzt sämtliche Gelegenheiten, die Heidemarie ihm in ihrer Verblendung bietet, die murrende Mehrheit gegen sich aufzubringen. Texas bleibt Schnittling auf allen Suppen, ob es um „Hells Bells“ geht oder die BAM-Nummern von Feuerwehrskörpern. Heidemarie kann zu AC/DC nichts sagen, das freut allgemein, obwohl AC/DC unumstritten sind, aber Texas ist schon bei Ritchie Blackmore und der Geschäftsidee Deep Purple in der aktuellen Besetzung.
„Spiel ‚Highway Star‘“, verlangt er, als sei ich Plattenbeauftragter im Greisenheim. Ich habe „Machine Head“ daheim, mit dem Hinweis auf „Monoabspielbarkeit“ und der grafischen Hör Zu-Ecke auf dem Cover. Das verrate ich nicht. In der Umgebung meiner Kindheit trug man den Kamm in der Arschkippe oder in einer Spezialtasche am ausgestellten Hosenbein. Deep Purple gut zu finden, war schon intellektuell.

1. Folge

Du hast das Nordend nicht kapiert

Es geht immer noch verdrehter und gerade um die Sonderstellung des „es“ in der Grammatik, wenn ich das richtig verstanden habe. Toni diskutiert mit Britta. Diese beiden zählen sich auf sehr unterschiedliche Weise zur indigenen Bevölkerung des Nordends. Britta findet daran nichts Besonderes, während Toni sich für das Schmuckstück am Nabel der Welt hält. Für Toni ist Bornheim weit weg, das ist der Stadtteil auf der anderen Straßenseite. Ihr ständige Feststellung lautet: „Du hast das Nordend nicht kapiert“. Ihr Zuhause erhebt sich bourgeois über der Anlage des Gernegroß. Von der Warte ihrer Wohnzimmerperspektive erscheint das Imperium so geduckt und geflickt wie strohgedeckte Stallungen im achtzehnten Jahrhundert. Man sollte annehmen, dass alle schon bei Toni aus dem Fenster geguckt haben, aber so ist das nicht.

Koffeinfreier Kaninchenbraten im Park

„Ich putze aus Prestige nicht“, erklärt Texas wahrheitswidrig. Er ist Spezialist für den Dreck im Park. „Im Park“ gehört zu den geläufigsten Begriffen des Gernegroßpersonalzirkels und bezeichnet ein wiederkehrendes, sechswöchiges Trallala mit Konzerten im sommerlichen Grüneburgpark. Der harte Personalkern besteht aus zehn Leuten, die alle „im ersten Park“ angefangen haben. Das war vor langer Zeit und ein bisschen wie im Paradies insofern, als dass alle noch gleich waren.

Texas erzählt von koffeinfreien Kaninchen, er echauffiert sich ohne Widerhall über das faschistische Gesundheitsgedöns der Mütter im Viertel. Vergeblich renommiert er vor Tanja. Er versucht immer noch, sie für seine Mafia zu rekrutieren, für diese Posse handverlesener Frankfurter Spitzenleute, die inzwischen sonst wo leben und wahrscheinlich auf der ganzen Welt keinem so egal sind wie Tanja. Sie mag nichts Grandioses, trotzdem war sie lange mit Texas zusammen.

erstellt am 06.12.2010

„Es is kaa Stadt uff der weite Welt,
die so merr wie mei Frankfort gefällt,
un es will merr net in mein Kopp enei,
wie kann nor e Mensch net von Frankfort sei!“ R.S.

The road to hell is paved with good intentions.

Jamal Tuschick
Jamal Tuschick, fotografiert von Harald Schroeder
Jamal Tuschick, fotografiert von Harald Schroeder
Jamal Tuschick, fotografiert von Harald Schroeder
Jamal Tuschick, fotografiert von Harald Schröder
Jamal Tuschick, fotografiert von Harald Schröder