Hierzulande noch gänzlich unbekannt, ist Paolo Colagrande in Italien renommiert: Für seine Romane hat er schon mehrere Preise gewonnen, darüber hinaus Essays und Erzählungen veröffentlicht und eine Literaturzeitschrift gegründet. Herbert Jaumann stellt den Schriftsteller vor.

Porträt des Schriftstellers Paolo Colagrande

»Schweig, nicht einmal dein Feind hört zu.«

Von Herbert Jaumann

Ein in Deutschland unbekannter Autor ist kennenzulernen: Paolo Colagrande, geboren 1960 in Piacenza, wo er auch lebt. Es sind bereits mehrere Romane von ihm in italienischen Verlagen erschienen: 2007 Fìdeg (bei Alet in Padua), mit dem er den Premio Campiello Opera Prima, also den Preis für den besten literarischen Erstling, erhielt und im gleichen Jahr in die Endausscheidung für den Premio Viareggio kam, den Literaturpreis mit dem höchsten Prestige in Italien. Dann 2008 Kammerspiel, ein Roman mit einem deutschen Titel (ebenfalls bei Alet), und 2010 Dioblù (bei Rizzoli in Mailand). Daneben Erzählungen und Essays in den Zeitschriften Panta, Linus, Satisfiction und in verschiedenen Anthologien. Colagrande gehört zu den Mitbegründern der Zeitschrift L'accalappiacani, settemestrale di letteratura comparata al nulla (seit 2008 im Verlag DeriveApprodi, Rom), der etwas schwierig zu sprechende Titel dieser „Siebenmonatsschrift für Literatur, die mit nichts zu vergleichen ist”, bedeutet „Hundefänger” im venetisch-emilianischen Dialekt.

Als Einstieg empfiehlt sich ein Interview, das Paolo Colagrande 2010 mit sich selbst geführt hat und das wir für diese Vorstellung übersetzt haben:

originaltext

Paolo Colagrande im Interview mit sich selbst

Ein Satz, den du besonders magst?

Einer von Piergiorgio Bellocchio: „Schweig, der Feind hört sowieso nicht zu.” Manchmal gebe ich ihm auch eine persönlichere Richtung oder verdrehe ihn etwas: „Schweig, nicht einmal dein Feind hört zu.” Der Satz ist entwaffnend, und beizeiten kann er mancher Heuchelei und Selbsttäuschung vorbeugen. „Die Peinlichkeit in Grenzen halten”, ist ein anderer Satz von ihm, den ich ganz außerordentlich finde: Eigentlich müssten wir uns das jeden Morgen, gleich nach dem Aufstehen, fest vornehmen. Stattdessen vergeht kein Abend, an dem wir nicht mit einem Haufen Peinlichkeiten ins Bett gehen, der größer ist als die verkraftbare Tagesration.

Warum schreibst du?

Die Frage stelle ich mir nicht, und beim Suchen nach einer Antwort werde ich ein bisschen unruhig. Manche schreiben, sagt Kraus, weil sie nicht genügend Charakter haben, nicht zu schreiben. Ein Mönch im 18. Jahrhundert, der Abbé Joseph Antoine Dinouart, Autor eines Essays über Die Kunst des Schweigens, hat gesagt, Schreiben und Reden sind unordentliche Regungen des Körpers. Ja, das habe ich mir schon immer gedacht, ganz allgemein, dass ich nicht genug Charakter habe, nicht zu schreiben, und dass meine Körperbeherrschung mangelhaft ist. Das könnte jedenfalls ein Weg sein, auf dem man der Sache näher kommt. Aber was mir am besten gefällt, wenn ich schon keine speziell auf mich zutreffende Antwort finde, ist der Gedanke von Luigi Malerba: „Ich schreibe, um besser zu verstehen, was ich denke.”

Ist das Schreiben für dich und dein Leben eine Inspiration?

Kaum, ich meine, auch wenn ich fast immer in der ersten Person schreibe, bin die Hauptfigur eigentlich nicht ich. Gut, es ist unvermeidlich, dass in dem, was du schreibst, Spuren von dir selbst enthalten sind, von den Personen, die du kennst, von den Orten, die dir bekannt sind, und von der Art, wie du sprichst. Aber ich schreibe nicht, um über mich selbst zu reden, weil es im Grunde nicht groß etwas darüber zu sagen gibt, etwas was interessant wäre. Und ich schreibe auch nicht, um mich in Szene zu setzen, so groß ist mein Selbstwertgefühl auch wieder nicht. Ich glaube – ich bin da überhaupt nicht sicher, aber ich versuche es für möglich zu halten –, dass gewisse Figuren in meinen Büchern vielleicht etwas darstellen, das ich selbst gern wäre, aber nicht bin: Bestimmte Figuren werden so zu Idealfiguren, auch wenn sie voller Konstruktionsfehler sind.

Zum Beispiel?

Neride Bisi, der Großvater der Hauptfigur in Fìdeg (bei Alet, 2007) und in Kammerspiel (ebenda, 2008). Neride Bisi wird nur drei- oder viermal zitiert, er ist schon mehrere Jahre tot, wenn der Enkel von ihm spricht, und daher ist er eigentlich gar keine richtige Figur. „Fìdeg, sagt Neride Bisi, das Gedächtnis – ist das nicht zum Kotzen? Man erinnert sich an die Dinge doch nur, wenn sie sehr schlecht sind oder ausgesprochen lächerlich, oder wenn sie so eng zusammenhängen, dass dir, wenn du auf eines kommst, gleich noch der Reihe nach eine ganze Menge anderes Zeug einfällt”: das ist der Anfang von Fìdeg. Dioblù, die Hauptfigur meines letzten Romans mit dem Titel Dioblù (bei Rizzoli, 2010), ist eine andere Idealfigur: Er lebt „in einer flüssigen Zeit, beweglich wie ein Drehstuhl.”

Was tust du lieber: schreiben oder reden?

Es gibt Dinge, ich würde sagen: die meisten, die zu schwierig sind, um sie mündlich zu klären. Also schreibe ich darüber. Im allgemeinen schreibe ich lieber. Wenn ich gezwungen bin zu reden, bin ich gewöhnlich ziemlich enttäuscht von dem, was ich sage, und, wie ich schon erwähnt habe, meine Körperbeherrschung ist mangelhaft: zwischen Aphasie und Logorrhö, also Sprechdurchfall. Letzteres ist natürlich das Schlimmste. Aber ich merke schon, wenn es vorbei ist und wenn ich eine Überdosis an Peinlichkeit auf mich gezogen habe, die ausreicht um mich zu schämen, wenn ich in den Spiegel schaue. Die Logorrhö ist das genaue Gegenteil dessen, wovon Kraus und Bellocchio sprechen. „Es gehört zur menschlichen Misere – so Neride Bisi –: Wenn einer das unbezähmbare Bedürfnis spürt, etwas Intelligentes zu sagen, dann sagt er es auch, in neunundneunzig von hundert Fällen.” Der Drang, intelligente Dinge zu sagen, um eine gute Figur zu machen, ist eine Abart der Erbsünde, von der etwa 50 % des Unglücks der Menschheit herkommen. Man kann es nicht oft genug wiederholen: Halt besser den Mund und denk daran: Nicht einmal der Feind hört dir zu (er hat Besseres zu tun).

Gibt es einen Text von dir, den du besonders gern hast?

Ich mag alles, was ich schreibe. Aber es gibt es auch Sachen, die ich vielleicht vergessen habe – kürzere Texte, Erzählungen, Artikel – und die ich nach einer gewissen zeitlichen Distanz wiederfinde, mit einer gewissen Befriedigung. Besonders gerne habe ich eine längere Erzählung, die 2006 in der Zeitschrift Panta (bei Bompiani) erschienen ist: Das Schloss, wo der Wels wohnt, gleich links beim Bahnhof, eine Neufassung des Grimmschen Märchens Der kleine goldene Fisch.

Was hat dein Schreiben am meisten geprägt?

Ich glaube, es war die Geburt meiner Kinder, Alessandro und Silvia, heute zwölf und neun Jahre alt, aber ich könnte nicht sagen, wie genau und warum. Ich nehme an, weil die Kinder dich dazu bringen, mehr über dich und deine Art, die Welt zu sehen, nachzudenken: Du wirst aufmerksamer und dir selbst gegenüber kritischer. Bestimmte Sachen, die du für wichtig gehalten hast, siehst du gar nicht mehr. Und du wirst mit deiner eigenen Kleinheit konfrontiert, mit deinen äußerst bescheidenen Kräften. Aber da fällt mir ein weiterer Satz ein, der mir sehr gut gefällt: „Der Mensch ist eine dynamische Kraft, aber eine sehr kleine”: Er steht im Handbuch des Diplomlandwirts, Kapitel „Antriebskraft”. Das Buch ist von 1930, und ich habe es im Haus meiner Eltern gefunden.

'Intelligente' Sachen sagen zu müssen, um „bella figura” zu machen – die Formel taucht heute nicht zufällig immer häufiger auch im Deutschen auf –, die zwanghafte Klugscheißerei als Erbsünde der Menschheit: ein Gedanke, der auch von Willy Brandt sein könnte und der die Literatur unseres Autors zentral charakterisiert. Man kann daraus auch ersehen, dass die wirklich klugen Italiener die besten Kritiker ihrer selbst sind (wie man das auch von den Wienern längst festgestellt hat).
Abgesehen vom medienkritischen Potential, das darin steckt, wird dem Autor auf diese Weise auch seine eigene Stimme zum Paradox: Legitimiert zur öffentlichen Rede ist weder der Medienlautsprecher noch der politische oder auch literarische Rollenträger, sondern wer sich zurücknimmt und im Zweifel den Mund hält. Die Zuflucht zum literarischen und dann auch theoretischen Minimalismus erklärt die in seinen Büchern überall auffindbare Neigung zum 'Niedrigen', zum „low profile”/ „basso profilo”: zum Informellen, Ungehobelten und Marginalen, das dem Gestanzten, Glatt-Formellen und Kalten der öffentlichen Sprache und ihren Ansprüchen ausweicht, sich entzieht. Autoren wie Colagrande (er ist darin in seiner Region nicht der einzige) bedienen sich bei der Anlage ihrer Figuren einer Sprache „halbgebildeter Mündlichkeit”, des „Niederen, von dem aus man dann nach oben schaut”, wie es ein Kritiker ausgedrückt hat. Das geht nicht ohne große Portionen von Komik, Ironie, auch Parodie ab, von der schon im ersten Roman Fìdeg (das Dialektwort für „fegato”, wörtlich Leber) und der gleichnamigen Hauptfigur reichhaltige Portionen geboten werden: eines Provinzjournalisten und unauffälligen Durchschnittstyps.
Bei allem Vergnügen am geistreichen, aber auch streng moralischen Aphorismus, von dem im Interview mit sich selbst ein paar besonders schöne Proben zitiert werden, von Piergiorgio Bellocchio, einem anderen großen Autor aus Piacenza, oder Luigi Malerba, die wie Giorgio Manganelli oder Gadda zu den heimischen Bezugspunkten gehören – in seinem Schreiben ist Colagrande gewiss kein Aphoristiker. Er hält in seinen Erzählungen auch Distanz zu jeder Art unmittelbar politischen 'Interventionen'. Unverkennbar ist sein Bewusstsein sozusagen stets auf der Höhe der politischen Misere, aber politische Kritik, Polemik oder gar Zynismus? Ach – sehr ungern. Das wäre ihm zu billig und zu sehr vom hohen Ross, auf dem immer schon zu viele andere sitzen.
Typisch ist dafür eine Äußerung von ihm zur Ironie, die der Frager in einem anderen Interview (von ca. 2008) für einen Grundzug seines Erzählens halten möchte. Und Ironie ist gewiss von jeher, auch wo sie nicht so heißt, ein untrügliches Merkmal reflektierter Literatur. Aber nur wenige Schriftsteller oder Kabarettisten (zu ihnen gehört Georg Schramm) scheinen sich bewusst zu sein, dass Ironie heute wie die Satire oder das, was in den Medien dafür gehalten wird, allzu billig zu haben ist. „Da bin ich nicht sicher”, lautet daher die zögernde Antwort. „Ironie setzt ein Urteil voraus: beim Ironisieren stellst du dich irgendwie auf das Katheder, du hältst dich für besser als das Objekt, auf das du zielst, du betrachtest die Dinge von oben herab. Bisi [eine Hauptfigur in mehreren Romanen] enthält sich des Urteils und betrachtet die Dinge von unten.”
Das ist auch für das rechte Verständnis der folgenden Erzählung nicht unwichtig, die im Jahre 2012 im Druck erschienen ist.

erzählung

Der Mann mit der Schaufel

Von Paolo Colagrande

O Mensch, aus welcher Gegend du auch stammst, was für Meinungen du auch vertrittst, höre! Dies ist deine Geschichte, wie ich sie zu lesen glaubte, und zwar nicht in den Büchern von deinesgleichen, welche Lügner sind, sondern in der Natur, die niemals lügt.

Jean Jacques Rousseau (Zweiter Diskurs 1755)

Von meinem Großvater, den ich nicht mehr gekannt habe, besitze ich drei wunderschöne Fotos. Auf dem einen fährt er mit dem Fahrrad; er überquert gerade die Piazza del Duomo, vorbei an einem amerikanischen Soldaten, der eine Zigarette raucht und sich mit zwei Fräulein unterhält (an ihrer Kleidung und ihrem noch etwas unentschlossenen Zutrauen zu dem Soldaten sieht man, dass es Fräulein sind); auf dem anderen geht er hinter einer Kuh her einen ansteigenden Feldweg hinauf; auf dem dritten sitzt er auf einer Bank neben dem Schild Überfahrt San Cristoforo, mit meinem neugeborenen Bruder auf dem Arm.
Nur weil sich auf der Rückseite des Fotos mit der Kuh eine Bleistiftnotiz befindet, konnte ich eine chronologische Ordnung unter ihnen herstellen: „Andalo, im August 1953”; zwischen den anderen beiden, dem ältesten und dem jüngsten, liegen höchstens vierzehn Jahre: zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs – das sieht man an dem rauchenden amerikanischen Soldaten, der mit den Mädchen plaudert – und dem Jahr 1958, dem Geburtsjahr meines Bruders. Mein Großvater sieht auf allen dreien gleich aus, weder jung noch alt: die gleiche Miene, die gleiche Brille, er ist auch immer gleich gekleidet: Jackett mit Weste und Krawatte, so wie die Männer früher eben angezogen waren. Und aus der Jackentasche – das kann man mit bloßem Auge erkennen – schaut der „Corriere della Sera” heraus.

Auch ich könnte mich so kleiden, sechzig Jahre danach, Jackett mit Weste und Krawatte, es fiele mir nicht schwer, und ich glaube, niemand würde es groß auffallen; wenn man dann ein Schwarzweißfoto von mir machen würde, auf einem Feldweg den Berg hinauf hinter einer Kuh oder auf einem Fahrrad oder während ich am See sitze und auf eine Fähre warte, dann sähe ich genauso aus wie mein Großvater, zumal ich ihm sowieso ähnlich sehen soll.
Eines aber würde ich nie tun: mit einer Zeitung, die mir aus der Tasche herausschaut, auf der Straße herumlaufen. Eine Zeitung in der Tasche mit sich herumzutragen oder unter dem Arm, so dass man genau sieht, was für eine Zeitung es ist, das hat heute etwas Gewagtes an sich, oder doch, sagen wir, etwas Exhibitionistisches, fast wie wenn man eine Fahne schwenkt:
Die Zeitung beschmutzt einen sozusagen, sie spioniert dich aus, plaudert deine Vorlieben und deine Schwächen aus, zieht neugierige, sarkastische und böswillige Reden auf sich; oder noch schlimmer: sie führt zu Verbrüderungen, faulem Konsens und allerlei Erwartungen. Aus diesen Gründen suche ich sie mir vom Leibe zu halten, die Zeitung. Ich kaufe sie ungern am Kiosk, und kommt es doch einmal dazu, so versuche ich den Blicken des Verkäufers auszuweichen. Ich gehe lieber ins Einkaufszentrum, oder in eine Raststätte, wo ohnehin jeder aussieht wie der andere, oder ich hole sie mir aus einem dieser automatischen Verkaufskästen am Straßenrand (aber die sind selten geworden).

Alles paranoische Ängste, die mein Großvater nicht hatte. Der „Corriere della Sera”, der aus seiner Tasche herausschaut, den trug man damals mit sich herum wie vielleicht ein Notizbuch, einen Kompass oder einen Meterstab. Man kaufte ihn beim Zeitungshändler, wie man Brot beim Bäcker kauft, und wenn genügend Zeit zur Verfügung stand, wurde er planmäßig gelesen, konsumiert wie eine Mahlzeit, ausgesogen und verspeist, bis nur noch wertloses Papier übrigblieb, und dann liegengelassen wie die leeren Reste eines Schalentieres, auf einem Stuhl oder einer Bank, auf der Erde oder in der Mülltonne. Der essbare Teil aber lebte anderswo weiter, er entfaltete sich in den Köpfen, zum Beispiel im Kopf meines Großvaters, mit der natürlichen Kraft einer Wildpflanze.

Ja, das ist das Stichwort, von dem ich ausgehen möchte, von der Wildpflanze, vielleicht die wunderbarste Pflanze, die es gibt, weil sie ganz von selbst austreibt und aufwächst, ohne dass sich jemand mit ihr beschäftigt, weil sie keinen Namen braucht (sobald man ihr einen gibt, ist es keine Wildpflanze mehr), weil sie keine Familie hat, weder Tochter noch Mutter noch Schwester ist, auch keine Kollegin oder Kameradin, keine Parteigenossin oder Mitglied einer Mannschaft usw. usw.: sie lebt einfach – das ist alles. Vom Leben selbst, von der Luft, vom Wasser und von der Erde, die sie vorfindet, und sie ist eben stark wie keine andere.
Also, wenn man zurückschaut – und nichts bringt einen besser dazu als eine alte Fotografie mit ihren reizvollen Besonderheiten –, wird man an ein Ökosystem denken aus den schönsten Wildpflanzen, die aufblühen und wachsen und verwelken, spontan und aus eigenem Antrieb, in jedem Winkel. Diese Wildpflanzen – immer im Rückblick, in jener Art Ökosystem oder Biosphäre, die man Geschichte der Ideen nennt – bilden manchmal ganze Wälder oder Wiesen, Oasen in der Wüste, unter denen einige so groß sind, dass man nicht mehr erkennen kann, wo sie aufhören. Alles das ergibt sich, wie ich schon sagte, wenn wir mit einer gewissen Neugierde ein mindestens fünfzig Jahre altes Foto betrachten. Denn man muss mindestens fünfzig Jahre zurückgehen, um noch eine solche Vegetation zu finden.
Aber dann ist etwas passiert. Ein seltsames und vielleicht unvorhersehbares Ereignis, viele von uns haben haben es einfach nicht bemerkt, andere haben es für einen Fortschritt in der Evolution gehalten, eine große Wende oder eine Kulturrevolution.
Es wurde die Kommunikation erfunden.

Um die Wahrheit zu sagen – es gab die Kommunikation schon. Sie war keine große Entdeckung, es hat nur niemand je daran gedacht, sie noch eigens zu erfinden, ihr einen Namen zu geben und ihn auf Schilder zu schreiben. Zuerst war das eine unwillkürliche Sache, dreidimensional und aus Figuren in Bewegung, aus Tönen in Bewegung und Worten in Bewegung, nach physikalisch-chemischen Gesetzen, alle mehr oder weniger anständig und brauchbar, und auch sie in Bewegung; diese Bewegung besaß ihrerseits richtige Regeln von Natur aus und richtige Codes, die spontan funktionierten, wie es sich gehört, und die von Mechanismen jener Biosphäre aus Ideen gesteuert wurden, die in den Gehirnen wilde Triebe sprießen ließen und denen man viele wissenschaftliche Entdeckungen zu verdanken hat sowie manche, wenn auch ganz unwissenschaftliche, Revolution.
Aber dann – ja, genau, dann kam der Experte.
Der Experte, der die Kommunikation erfunden hat, ist mit jenem ersten Menschen bei Rousseau vergleichbar, bei Rousseau, dem schweizerischen Aufklärungsphilosophen französischer Herkunft, der von jenem ersten Menschen redet, „der ein Stück Land eingezäunt hatte und dreist behauptete: Das gehört mir, und so dumme Leute fand, die ihm das glaubten.” Es hätte nur, so immer noch Rousseau, rechtzeitig ein anderer vorbeikommen sollen, ein Mann mit einer Schaufel in der Hand, der die Grenzpfähle herausgerissen und den Leuten zugerufen hätte: Ich bitte euch, hört nicht auf diesen Dummkopf!
Aber dieser Mann mit der Schaufel befand sich in diesem Augenblick weit weg von diesem Schauplatz, er kam erst viele Jahrhunderte später und auch dann nur durch Zufall vorbei, und dazwischen lagen jede Menge Kriege, Eroberungen, Verbrechen, Morde, Elend usw. usw. Viel zu spät jedenfalls – oder was hätte er dann noch tun sollen, der Mann mit der Schaufel?

Und wer weiß, wo er gewesen ist, der Mann mit der Schaufel, als man die Kommunikation erfunden hat; vielleicht war er auch diesmal weit weg und hat deshalb nichts gesehen, oder er war vielleicht in der Nähe, hat aber, wie so viele andere, nichts bemerkt, und überhaupt ist die Entdeckung der Kommunikation das Ergebnis eines komplizierten Vorgangs, von langer Hand vorbereitet, schleichend und verstohlen, und seine Anfänge liegen viel früher als jenes Foto mit dem rauchenden und quasselnden amerikanischen Soldaten.
Aber am Ende dieses komplizierten Planungsprozesses trat der Experte auf und verkündete die Entdeckung: Er nagelte das Schild „Kommunikation” (die ganze Erfindung besteht eigentlich in diesem Schild) auf jene natürliche, dreidimensionale und bewegte Maschine, und danach alle die anderen kleineren Schilder auf die Töne und auf die Worte; er trennte alle physischen Teile von der Maschine ab, dann wählte er etwa zehn Wildpflanzen aus und steckte sie in verschiedene Töpfchen, jede mit einem Etikett versehen, die er mit Hilfe eines Tropfgerätes düngte, und in der Biosphäre der Ideen begann er mit einem besonders wirkungsvollen Unkrautvernichtungsmittel herumzusprayen, so dass alle anderen Pflanzen absterben mussten.
Dann sagte er: „So, jetzt haben wir die Kommunikation im Griff; lasst sie uns aufteilen, für jeden ein Stückchen, natürlich ganz demokratisch.”

Der Mann mit der Schaufel schlief währenddessen, und im Traum haute er Bretterzäune um, schüttete Löcher und Gräben zu und ebnete Dämme ein. Er träumte von Urwäldern und ganzen Wiesen, von Wildpflanzen überwuchert, von zarten menschlichen Wesen, bewegt von Liebesleidenschaft und Andacht, von freundlichen Naturgesetzen, Krankheiten und Heilungen, Worten und Tönen, die an das lebendige Feuer oder das lebendige Fleisch des Bewusstseins rührten. Aber beim Erwachen fand er sich in einer abnormalen Welt wieder, zweidimensional, völlig verschieden sowohl von der Welt im Traum als auch von derjenigen, die er vor dem Einschlafen verlassen hatte: das Brachland war gedüngt und bebaut mit künstlichem Wiesengrün und Pflanzen, deren Anblick an pastellfarbenes Balsaholz erinnerte, das Unkrautvernichtungsmittel war zu einem wesentlichen Teil der Biosphäre geworden, und die Kreaturen taumelten verloren in einer Art ökumenischem Nebel umher.

Es gibt ein sehr schönes Bild mit dem Titel People, es ist der Bild gewordene Inbegriff des Zeitalters der Kommunikation: stumpfsinnige Gesichter inmitten lauter farbiger Kästchen, die Gesichter fast alle im Profil, und auch wenn sie sich spiegeln und eines dem anderen zugedreht ist, blicken sie einander nicht an, vielleicht lächeln sie auch, lachen oder weinen, aber man weiß nicht, warum oder worüber. Was der Maler dieses Bildes mit Namen Jean Dubuffet festgehalten hat, ist eigentlich nicht mehr und nicht weniger als die Welt, gesehen mit den Augen des Mannes mit der Schaufel, als er aus seinem Traum erwacht war.
Es ist eine Welt, in der der Experte regiert und im Verein mit einer Legion von Philosophen die Wahrheit verkündet. Der Experte sagt zum Beispiel: „Eine Geste ist Kommunikation”, und darauf springt der für Gesten zuständige Philosoph auf, zieht demonstrativ ein Bein so weit nach oben, bis er mit dem Knie vielleicht seine Nase berührt, vor all den Kreaturen, die nahezu gleichzeitig dieselbe Bewegung ausführen, die einen erfolgreich, die anderen weniger, mancher ist vielleicht todmüde und gähnt, ein anderer bewegt sich in der falschen Richtung oder genau umgekehrt, weil er die ganze Dynamik nicht verstanden hat, aber die Geste machen alle. Oder der Experte sagt: „Ein Bild ist Kommunikation”, dann springt ein anderer Philosoph auf, der für die Visualität zuständig ist, schaltet demonstrativ einen Fernseher ein und fängt an fernzusehen und dabei die Kreaturen ebenfalls dazu zu bewegen, um, sagen wir, zu begreifen, was ikonische Zeichen in semiotischer Chiffrierung sind; und folglich stellen sich die Kreaturen eine hinter der anderen in einer Reihe auf, um die ikonischen Zeichen in semiotischer Chiffrierung zu studieren. Dasselbe geschieht mit dem Philosophen, der für die Sprache, also für die Wörter, zuständig ist, sowie mit dem für die numerische und analoge Kompetenz, also für die Zahlen, usw. usw.

Wir könnten das noch sehr lange fortsetzen, aber wir müssen zum „Corriere” zurückkehren, der aus der Jacke meines Großvaters herausschaut, unserem Ausgangspunkt.
Die Erfindung der Kommunikation ist nämlich zunächst ein bloßes Gesprächsereignis in der Dynamik der Ideengeschichte, „prodromisch”, wie der Experte sagen würde. An einem bestimmten Punkt nach der Erfindung wurde sie kolonisiert und unter den Experten und Philosophen, die Gesten, Töne, Zahlen und Wörter unterrichten, in kleine Parzellen aufgeteilt. Darauf setzte das eigentlich kreative Stadium ein. Die Wirkungen des Mittels für die Unkrautvernichtung haben sich dann bereits nachhaltig stabilisiert, und zwischen den Hauptfiguren – der Sender ist auch der Empfänger – wurde eine neue, viel modernere und dynamische Beziehung hergestellt: Es werden isolierte Wörter ausgetauscht, heruntergeladene Töne, automatisierte ökologische Gesten. Keiner versteht den anderen, aber zu glauben, dass die Worte und Gesten oder die Töne dazu dienen sollen, verstanden zu werden, gilt als ein Anachronismus. Es genügt die Stimme des Kommunikators, die laut und wichtig klingt, und überall gleich.
Die wirklich kreative Phase setzt ein, wenn der Augenblick der Information gekommen ist.

Auch die Information ist eine neuere Erfindung; um die Wahrheit zu sagen: es gab sie schon vorher, weshalb auch sie offensichtlich keine große Entdeckung ist. Es gab Nachrichten zum Beispiel, gute und schlechte, die durch die Vermittlung des Druckers in die Zeitungen hineinkamen und durch die Vermittlung des Zeitungshändlers in die Hände meines Großvaters gelangten. Die Nachrichten konnten gut oder schlecht geschrieben, gut oder schlecht kommentiert sein; waren sie gut geschrieben, wird mein Großvater vermutlich ziemlich zufrieden damit gewesen sein, ohne es sich aber besonders anmerken zu lassen. Kurz gesagt, Information gab es bereits, in einer erfahrbaren und spontanen Form. Keinem aber war es eingefallen, sie zu erfinden.
Aber ist sie einmal erfunden, wird ihr ein Name gegeben, und hat sie einmal einen Namen, so ist sie eine Sache geworden, und hat sie einmal einen Namen und ist sie eine Sache, dann muss sie irgendjemandem, oder vielen oder allen, gehören, aber wenn sie vielen oder allen gehört, muss sie aufgeteilt werden, mindestens nach Rängen, Laufbahnen, Interessengruppen, Familien, Bezirken und Fachbereichen.

Auch diesmal weiß keiner, wo der Mann mit der Schaufel war, er ist ja nie auf seinem Posten, weder am rechten Ort noch zur rechten Zeit. Er kam wieder zu spät, als die Sache schon gelaufen war: die Statuten festgelegt, die Lehrinhalte geregelt, die Grundsätze gut abgelagert, die Netzwerke geknüpft usw. usw. Wenn der Mann mit der Schaufel im Ökosystem der Information auftaucht, ist um ihn herum der Lärm eines modernen Einkaufszentrums, aber tausendmal so laut. Und es geschieht das Folgende.
Ein Experte, mit drei etwas hochnäsigen Philosophen im Gefolge, fragt ihn, was er wolle.
„Ach nichts”, sagt der Mann mit der Schaufel, „ich möchte nur wissen, was in der Welt so passiert ist.”
„Wie meinen Sie das: 'was so passiert ist' …?” fragt der Experte
„Ich meine”, sagt der Mann, „dass ich zum Beispiel gerne die Nachrichten erfahren möchte.”
„Die Nachrichten?”
„Ja, die Nachrichten, was alles passiert ist, … heute oder auch gestern, der Zustand des Planeten. Solche Sachen eben …”
Der Experte wirft einen fragenden Blick auf die Philosophen.
„Welche Nachricht hätten Sie denn gerne?”
„Weiß ich nicht”, sagt der Mann mit der Schaufel, „was Sie so dahaben, ich will sie halt wissen.”
Der Experte blickt wieder zu den Philosophen hinüber, die mit einer Handbewegung ihr Missfallen zum Ausdruck bringen: Das sieht man doch aus einem Kilometer Entfernung, dass der Mann mit der Schaufel sich in der Biosphäre nicht auskennt. Dann führt ihm der Experte – „nur als Beispiele” – die verfügbaren Nachrichtendateien vor: nach Rängen, Laufbahnen, Interessengruppen, Familien, Bezirken und Fachbereichen geordnet, auch nach Projekten und Seminaren, einschließlich der Updates jede Viertelstunde. In einer Datei gibt es zum Beispiel ein Foto von der Armee neben einem reizenden Foto des Ministers, der erklärt, das Land befinde sich im Kriegszustand; in einer anderen gibt es dasselbe Foto von der Armee sowie dasselbe von dem Minister, der erklärt, das Land halte entschlossen an seiner Verpflichtung zu einer humanistischen Friedenspolitik fest; eine dritte Datei zeigt ein (anderes) Foto desselben Ministers mit einem etwas pikierten, aber natürlich optimistischen Gesicht, der dementiert, irgendetwas zu Krieg oder Frieden erklärt zu haben, und in einer weiteren erscheint das Foto des Ministers, der spöttisch in Richtung des Fotografen lacht und dementiert, jemals etwas dementiert zu haben und dass die Krise jedenfalls noch nicht überwunden ist und die Reformen ihren parlamentarischen Weg gehen. Wie gesagt, es herrscht tausendmal soviel Lärm wie im Einkaufszentrum: aus tausend Monitoren, tausend Netzen, tausend Musiklautsprechern, von Tausenden Millionen Byte. Der Experte erklärt etwas, aber seine Worte sind nicht zu verstehen: Die Biosphäre begräbt sich selbst unter ihren eigenen Stimmen. Wenn man unter einem Monitor steht, lassen sich die Worte eines anderen Experten nur mit Mühe und Not auseinanderhalten, eines Experten für das Strukturell-Organische vielleicht, nach dessen Ansicht Krieg und Frieden in einem engen, nachbarschaftlichen Verhältnis zueinander stehen, in einer wahlverwandtschaftlichen Identitätsbeziehung, die im übrigen, so die Erläuterung des organischen Experten, alles analog oder homolog werden lässt. Und wenn man sich vor einem anderen Bildschirm aufstellt, befindet sich dort wieder der Minister, derselbe wie zuvor, mit der Erklärung, dass die Krise des Planeten einen hohen Grad des Einverständnisses zwischen den Sozialpartnern erfordert und dass die Reformen natürlich auf den Weg gebracht wurden.
Das Publikum der Kreaturen ist noch immer genau das, das Dubuffet auf seinem Bild dargestellt hat: jeder für sich begeistert, nur der Beifall ist kollektiv, gruppenweise automatisiert, und aus jeder Beifallsäußerung entsteht ein Streit zwischen gegensätzlichen Monitoren oder unter den Philosophen der verschiedenen Expertenfraktionen, doch die gegenseitigen Beschuldigungen berühren einander gar nicht, sie laufen aneinander vorbei, es kommt nicht zu einer dialektischen Kontroverse, man ergeht sich in Aphorismen, Schlagworten und Sprichwörtern. Der Mann mit der Schaufel fühlt sich im Konsens oder Dissens mit sich selbst, je nachdem, wie oder wohin er sich bewegt oder auf welchen Bildschirm er schaut oder in welcher Datei er gerade liest. Die Dateien finden reißenden Absatz, und sie kosten auch fast nichts, doch kaum hat man sie gekauft, werden sie schon wieder aus dem Verkehr gezogen, und es werden neue zum Verkauf angeboten: immer noch reichhaltiger, noch globaler, die Chronik des neuesten größten Mordfalls und der neuesten gewaltigsten Hochzeit, die Dementierung des Tatbestands und der Zweifel daran, dass die Leiche wirklich der Tote sei; die filmische Dokumentierung der Sex-Skandale, dann das Dementi des Aufnahmeleiters und, im Anschluss an den Experten für Auftragskommunikation, die Meinung des neorationalistischen Philosophen, der erklärt, dass die Evidenz sich noch immer, ontologisch betrachtet, in der Krise befindet.

Es ist eben schwer, sie zu finden, die Nachrichten, würde mein Großvater jetzt denken (ich meine den Großvater, von dem anfangs die Rede war, den ich nicht gekannt habe, dessen historische Verlängerung ich aber in gewisser Weise bin). Schwer ist es auch, die Zeitung vom Papier zu trennen, die Worte von ihrer Hülle, den essbaren Teil von dem, was man wegwirft. Und es ist auch schwierig, die Nachricht zu trennen von dem Gesicht, das sie im Fernsehen vorträgt, oder von der Stimme, die sie im Radio berichtet oder im Streaming, dem Web-Radio, oder auf einem Podcast (den wollte ich gar nicht erwähnen, aber zählen wir ihn eben dazu). Es bleiben noch die ganzen Fähnchen, die ich jedoch, einfach aus Angst oder Verlegenheit, nicht zusammentragen konnte, stellen wir uns also nur vor, dass wir sie schwenken; und so bleibe ich unwissend, ich weiß nichts von heute oder von morgen, nichts vom Zustand des Planeten und nichts von den Reformen auf dem parlamentarischen Weg, nichts von der Krise noch etwas von Krieg und Frieden.
Gerne würde ich den Mann mit der Schaufel einmal besuchen, der wieder nicht an seinem Platz und wieder zu spät dran ist, wie immer weit weg von der Szene; er ist inzwischen nur noch ein Männchen, so mager, dass man seine Knochen zählen kann, und alt geworden, kein schöner Anblick. Ich würde gerne zu ihm gehen. Er hat einen kleinen Erdhügel aufgeworfen, auf den er sich gesetzt hat und von dem er in die Runde blickt. Vielleicht würde er gerne ein paar Worte sagen, bei einer Tasse Kaffee vor einer Zeitung, vielleicht auch eine Partie Karten spielen. Aber nichts. Kein Mensch. Wir aber sind eigentlich noch alle da, mitten in unserem Unkrautvernichtungsmittel, mit den Fahnen und mit den kräftig schallenden Stimmen der Kommunikatoren im Ohr. Man möchte an ein Schiffsunglück denken: und er, das kleine Männchen, ist der einzige Überlebende.

Aus dem Italienischen von Herbert Jaumann

Das italienische Original der Übersetzung „Der Mann mit der Schaufel” ist erschienen als: Paolo Colagrande: L’uomo col badile. In: Pixel. La realtà oltre lo schermo dei media.
A cura di Luigi Anania e Silverio Novelli. Roma: DeriveApprodi 2012, S. 81-88.

Mit freundlicher Genehmigung des Autors und des Übersetzers.

Kommentare

Kommentar eintragen









erstellt am 13.3.2014

Paolo Colagrande
Paolo Colagrande

»›Die Peinlichkeit in Grenzen halten‹, ist ein anderer Satz von ihm, den ich ganz außerordentlich finde: Eigentlich müssten wir uns das jeden Morgen, gleich nach dem Aufstehen, fest vornehmen. Stattdessen vergeht kein Abend, an dem wir nicht mit einem Haufen Peinlichkeiten ins Bett gehen, der größer ist als die verkraftbare Tagesration.«

Paolo Colagrande

»Ich mag alles, was ich schreibe. Aber es gibt es auch Sachen, die ich vielleicht vergessen habe – kürzere Texte, Erzählungen, Artikel – und die ich nach einer gewissen zeitlichen Distanz wiederfinde, mit einer gewissen Befriedigung.«

Paolo Colagrande

»Unverkennbar ist sein Bewusstsein sozusagen stets auf der Höhe der politischen Misere, aber politische Kritik, Polemik oder gar Zynismus? Ach – sehr ungern. Das wäre ihm zu billig und zu sehr vom hohen Ross, auf dem immer schon zu viele andere sitzen.«

Herbert Jaumann über Colagrande