Schopenhauer – 75. Todesjahr am 21. Dezember 2010

Schopenhauer und die Altersweisheit

Von Otto A. Böhmer

Der Philosoph Arthur Schopenhauer könnte als Erfinder der Altersweisheit durchgehen. Seine Einsichten machen nicht glücklich, lassen uns aber gelassener werden. Zudem kann man sich seiner Philosophie bedienen, ohne ihre Grundannahmen teilen zu müssen. Wer sich an Schopenhauers Altersweisheit hält, sollte jedoch nicht an der Vergangenheit hängen, sondern sich an die Gegenwart halten.

Unter den Philosophen ist Schopenhauer der entschiedenste Gegenwartsfreund gewesen, was nicht bedeutet, daß er die Gegenwart nun immer gut gefunden hätte, im Gegenteil. Das Loblied auf die Gegenwart, das Schopenhauer anstimmt, ist einer Einsicht geschuldet, die sich unmittelbarer Wirklichkeitserfahrung verdankt: „Was gewesen ist, das ist nicht mehr; ist ebensowenig wie das, was nie gewesen ist. Aber alles, was ist, ist im nächsten Augenblick schon gewesen. Daher hat vor der bedeutendsten Vergangenheit die unbedeutendste Gegenwart die Wirklichkeit voraus; wodurch sie zu jener sich verhält wie etwas zu nichts …“ Die Gegenwart zeigt sich als zeitbestimmende Momentaufnahme mit wechselnden Inhalten, die genauso schnell gehen, wie sie kommen, und von uns, wenn überhaupt, nur beiläufig zur Kenntnis genommen werden. Dabei hätte jeder Augenblick, der uns zuteil wird, eigentlich Andacht und Respekt verdient: er ist nämlich ein Unikat, nicht wiederholbar und schon gar nicht zu kopieren: „Jedem Vorgang unseres Lebens gehört nur auf einen Augenblick das Ist; sodann für immer das War. Jeden Abend sind wir um einen Tag ärmer. Wir würden vielleicht beim Anblick dieses Ablaufens unserer kurzen Zeitspanne rasend werden; wenn nicht im tiefsten Grunde unseres Wesens ein heimliches Bewußtsein läge, daß uns der nie zu erschöpfende Born der Ewigkeit gehört, um immerdar die Zeit des Lebens daraus erneuern zu können.“

Wer es sich wie Schopenhauer, der als Privatgelehrter ein überschaubares Pflichtenprogramm zu bedienen hatte, leisten konnte, die schnellebige Gegenwart in eine vorübergehende Halteposition zu bringen, um sie genauer mit ihr zu beschäftigen, wird darauf gebracht, daß man sich dabei zu einer kühnen Theorie aufschwingen kann:
„In der Vergangenheit hat kein Mensch gelebt, und in der Zukunft wird nie einer leben, sondern die Gegenwart allein ist die Form alles Lebens, ist aber auch sein sicherer Besitz, der ihm nie entrissen werden kann. Die Gegenwart ist immer da, samt ihrem Inhalt; beide stehn fest, ohne zu wanken: wie der Regenbogen auf dem Wasserfall.“

Unter dem Deckmantel der Zeit rücken wir alle, notgedrungen, enger zusammen. Das ist, je nach dem Menschenbild, das einer pflegt, entweder als solidaritätssteigernd oder als ultimative Form der Belästigung zu begreifen. Wie dem auch sei: am Ende kommt der massenhafte Auftrieb des Menschengeschlechts zur Ruhe, wird überschaubar und schrumpft auf Familienfeierformat: „So sehr auch auf der Bühne der Welt die Stücke und die Masken wechseln, so bleiben doch in allen die Schauspieler dieselben. Wir sitzen zusammen und reden und regen einander auf, und die Augen leuchten, und die Stimmen werden schallender: ganz ebenso haben andere gesessen, vor tausend Jahren: es war dasselbe, und es waren dieselben: ebenso wird es sein über tausend Jahre.“

Wem im Lauf der Zeit etwas zu viel Gegenwart zugemutet wurde, wird eines Tages feststellen müssen, daß er alt geworden ist. Das ist in der Regel keine erfreuliche Erkenntnis, läßt sich aber nicht vermeiden: früher oder später trifft es jeden. Der Sinn des Alterns erschließt sich nur dem positiv Denkenden: für ihn, der ohnehin bereit ist, das Gute im Menschen zu sehen, bietet das Alter, das inzwischen ja die Tendenz hat, sich immer mehr hinzuziehen, also immer zäher zu werden, einen beträchtlichen Zugewinn an Zeit und möglicher Lebensfreude. Das ist aber natürlich blanke Theorie: Wer im Alter mit Hinfälligkeit bedacht wird, möchte nicht mehr lange vor sich hin altern, sondern den Vorgang abgekürzt sehen. Schopenhauer läßt sich vom Alter nicht aus der Ruhe bringen: Er wägt ab, was es bringt, setzt den Vergleich an zur Jugend, gegen die man immer nur alt aussehen kann, und kommt zu einer Einschätzung, die den Stand seiner Altersweisheit fortschreibt: „Ist der Charakter der ersten Lebenshälfte unbefriedigte Sehnsucht nach Glück; so ist der der zweiten Besorgnis vor Unglück. Denn mit ihr ist, mehr oder weniger deutlich, die Erkenntnis eingetreten, daß alles Glück [trügerisch], hingegen das Leiden real ist. Jetzt wird daher, jedenfalls von den vernünftigen Charakteren, mehr bloße Schmerzlosigkeit und ein unangefochtener Zustand als Genuß angestrebt. Wenn, in meinen Jünglingsjahren, es an meiner Tür schellte, wurde ich vergnügt: denn ich dachte, nun käme es. Aber in späteren Jahren hatte meine Empfindung, bei demselben Anlaß, vielmehr etwas dem Schrecken Verwandtes: ich dachte: ‚Da kommt’s’.“

Wer im Alter Bilanz zieht, tut dies im Bewußtsein, den größten Teil seines Lebensweges zurückgelegt zu haben. Dabei ist manches auf der Strecke geblieben, Wichtiges und Unwichtiges; am Ende sind in der eigenen Personalakte unzählige Verlustmeldungen abgelegt, die bestenfalls registriert und zur Kenntnis genommen, nicht aber verfolgt oder erfolgreich bearbeitet werden können. Was man auf der Verlustseite noch am ehesten verschmerzen kann, sind die Illusionen, die einem auf dem unspektakulären Weg ins Alter abhanden kommen. Um sie ist es nicht schade, im Gegenteil: „Die Heiterkeit und der Lebensmut unserer Jugend beruht zum Teil darauf, daß wir bergauf gehend, den Tod nicht sehen, weil er am Fuß der anderen Seite des Berges liegt. Haben wir aber den Gipfel überschritten, dann werden wir den Tod, welchen wir bis dahin nur vom Hörensagen kannten, wirklich ansichtig, wodurch, da zu derselben Zeit die Lebenskraft zu ebben beginnt, auch der Lebensmut sinkt; so daß jetzt ein trüber Ernst den jugendlichen Übermut verdrängt und auch dem Gesichte sich aufdrückt.“ Allerdings sind auch der Altersweisheit Grenzen gesetzt: Sie kann dazu beitragen, daß wir eine unseren Jahren angemessene Ökonomie des Denkens und Handelns entwickeln, die dabei hilft, unseren Lebensweg in Würde zu Ende zu gehen. Zurückbringen kann uns die Altersweisheit nichts, schon gar nicht die Jugend in ihrer Echtzeit. Das aber muß auszuhalten sein: „Solange wir jung sind, man mag uns sagen, was man will, halten wir das Leben für endlos und gehen danach mit der Zeit um … Vom Standpunkte der Jugend aus gesehn, ist das Leben eine unendlich lange Zukunft; vom Standpunkte des Alters aus eine sehr kurze Vergangenheit.“

Im Rückblick, den das Alter gewährt, meint man auf einmal auch den Durchblick zu haben: Es fügt sich zusammen, was vielleicht nie zusammengehört hat, nun aber, im Schaulaufen der Erinnerung, auf einmal eine Ordnung annimmt, die, in unserer ganz persönlichen Sicht, überzeugend anmutet. Das gilt nicht nur für Begebenheiten und Geschehensabläufe, sondern auch für die Akteure, die daran beteiligt waren: „Gegen das Ende des Lebens nun gar geht es wie gegen das Ende eines Maskenballs, wenn die Larven abgenommen werden. Man sieht jetzt, wer diejenigen, mit denen man, während seines Lebenslaufes, in Berührung gekommen war, eigentlich gewesen sind. Denn die Charaktere haben sich an den Tag gelegt, die Taten haben ihre Früchte getragen, die Leistungen ihre gerechte Würdigung erhalten, und alle Trugbilder sind zerfallen. Zu diesem allem nämlich war Zeit erfordert.“ Wer im Alter zum Prüfungsgespräch in eigener Sache bittet, kann auch deswegen mit vergleichsweise eindeutigen Ergebnissen rechnen, weil der überschaubare Erfahrungsschatz, den man mit sich führt, von einem Grundtatbestand getragen wird, auf den Schopenhauer wiederholt hinweist: Der Kern unseres Wesens bleibt gleich, er bewahrt Haltung, auch wenn es um ihn herum hektisch und verwirrend zugeht. Das ist gut zu wissen, gerade im Alter: „Wenn man auch noch so alt wird, so fühlt man doch im Innern sich ganz und gar als denselben, der man war, als man jung, ja, als man noch ein Kind war.“

Die Zeichen des Alters sind meist recht eindeutig. Wir altern vor uns hin, meist eher unauffällig, aber es gibt auch Einschnitte: Dann wird das Alter endgültig unhöflich, schiebt die uns verbliebene Jugendlichkeit zur Seite und macht sich so rigoros an uns zu schaffen, daß es unangenehm auffällig wird. Wir sind über Nacht gealtert, so scheint es, und der damit verbundene Trübsinn wird noch verstärkt, wenn wir an wenig einfühlsame Zeitgenossen geraten, die unverblümt bestätigen, was sich uns gerade als ungute Vermutung aufdrängt. Neben den äußeren Anzeichen des Alterns gibt es innere Alarmsignale, die wir wachsam registrieren, aber, im eigenen Wohlbefindlichkeitsinteresse, nicht überbewerten sollten. Schließlich können auch jüngere Leute erstaunlich vergesslich sein, die Orientierung verlieren oder, in merkwürdigen Momentaufnahmen, mit sich selbst auf einmal nicht mehr wie gewohnt klarkommen. Wesentlich unverfänglicher mutet da eine Beobachtung an, die jeder anstellen kann: „Wie man auf einem Schiffe befindlich, sein Vorwärtskommen nur am Zurückweichen und demnach Kleinerwerden der Gegenstände auf dem Ufer bemerkt, so wird man sein Alt- und Älterwerden daran inne, daß Leute von immer höheren Jahren einem jung vorkommen.“

Je länger man lebt, desto mehr denkt man an Abgang. Das ist kein erhebender Gedanke, er läßt sich jedoch nicht verdrängen. Bevor es indes soweit ist, daß man tatsächlich in den ewigen (?) Ruhestand tritt, möchte man die letzte Lebensspanne möglichst unbeschadet überstehen: die Altersbeschwerden sollten erträglich sein, der Geist zumindest so wach, daß er sich noch an wärmenden Erinnerungen erfreuen kann und für schöne Momente des Tages empfänglich bleibt. Alte Leute, sagt Schopenhauer, sind im übrigen nicht so ungeschickt, wie man meint: „Im Alter versteht man die Unglücksfälle zu verhüten; in der Jugend, sie zu ertragen.“
Absolut wünschenswert ist es zudem, im Alter nicht allein zu sein. Man sollte dankbar sein für jeden Weggefährten, der einem geblieben ist, denn ab einem bestimmten Zeitpunkt, darauf weist auch eine gängige Redensart hin, kommen die Einschläge näher. So klammert man sich an die Menschen, die noch da sind – sie stehen für das schwindende Leben, von dem man sich langsam, aber sicher zu verabschieden hat:
„Jede Trennung gibt einen Vorgeschmack des Todes – und jedes Wiedersehen einen Vorgeschmack der Auferstehung. Darum jubeln selbst Leute, die einander gleichgültig waren, so sehr, wenn sie, nach zwanzig oder gar dreißig Jahren, wieder zusammentreffen.“
Vielleicht hat man ja auch, kurz vor dem irdischen Ladenschluß, noch die unbescheidene Hoffnung, das Rätsel des Lebens gelöst zu bekommen. Ein solches Abschiedsgeschenk wird es jedoch, abseits von Glaubenswahrheiten, nicht geben. Und auch danach, wenn einem denn tatsächlich das (vorläufig?) letzte Stündlein schlägt, sollte man nicht darauf spekulieren, verbindliche Gewißheiten zugeteilt zu bekommen: „Wenn inzwischen ein Philosoph etwa vermeinen sollte, er würde im Sterben einen ihm allein eigenen Trost, jedenfalls eine [Ablenkung], darin finden, daß dann ein Problem sich löste, welches ihn so häufig beschäftigt hat, so wird es ihm vermutlich gehen wie einem, dem, als er eben das Gesuchte zu finden im Begriff ist, die Laterne ausgeblasen wird.“

Eines Tages wird uns tatsächlich die Laterne ausgeblasen. Dann ist Schluß. Wirklich Schluß? Das Leben nach dem Tode ist eine hartnäckige, buchstäblich nicht totzukriegende Menschheitsidee, der wir, mögen wir uns auch noch so glaubensfern und ernüchtert geben, in dezenten Privatvisionen nachhängen. Einmal ins Leben befördert, mögen wir nicht mehr davon lassen, auch wenn es uns zwischenzeitlich sauer ankommen mag und oft mehr Belastung als Freude bedeutet. Da erscheint uns der Tod als natürlicher Feind. Wir mögen ihn nicht, auch wenn er gelegentlich als versteckter Wohltäter auftritt, der uns von schwerem Leiden befreit oder einen Ausweg weist, der vermutlich gar kein Ausweg ist. Schopenhauer sieht den Tod, dem keiner gern begegnet, freundlicher, als man zunächst vermuten würde: „Wie kann man nur beim Anblick des Todes eines Menschen vermeinen, hier werde ein Ding an sich selbst zu nichts? Daß vielmehr nur eine Erscheinung in der Zeit, dieser Form aller Erscheinungen, ihr Ende finde, ohne daß das Ding an sich selbst dadurch angefochten werde, ist eine unmittelbare, intuitive Erkenntnis jedes Menschen; daher man es zu allen Zeiten, in den verschiedensten Formen und Ausdrücken … auszusprechen bemüht gewesen ist.“

Die Wahrscheinlichkeit, daß es mit uns weitergeht, in welcher Existenzweise auch immer, ist für Schopenhauer größer als die Annahme des Gegenteils, dem er nicht viel abgewinnen kann: Er sträubt sich dagegen, daß die Einstellung unseres irdischen Geschäftsbetriebs das endgültige Aus bedeuten könnte, und weiß sich mit dieser Vermutung auf der Mehrheitsseite: „Jeder fühlt, daß er etwas anderes ist als ein von einem andern einst aus Nichts geschaffenes Wesen. Daraus entsteht ihm die Zuversicht, daß der Tod wohl seinem Leben, jedoch nicht seinem Dasein ein Ende machen kann. Der Mensch ist etwas anderes als ein belebtes Nichts – und das Tier auch. Wer da meint, sein Dasein sei auf sein jetziges Leben beschränkt, hält sich für ein belebtes Nichts: denn vor dreißig Jahren war er nichts und über dreißig Jahre ist er wieder nichts.“

Vielleicht müssen wir, wenn wir über unser Lebensende hinauszudenken versuchen, unsere hiesigen, am Realitätsprinzip geschulten Vorstellungen über Bord werfen und uns daran erinnern, daß wir tagtäglich und mehr noch in der Nacht mit Wirklichkeiten bedacht werden, die unwirklich anmuten, aber trotzdem bleibende Wirkung hinterlassen können: „Wie in unsern Träumen Verstorbene als Lebende auftreten, ohne daß ihres Todes auch nur gedacht werde: so wird, nachdem unser jetziger Lebenstraum durch einen Tod geendigt, alsbald ein neuer anheben, der nichts weiß von jenem Leben und jenem Tode.“

Weiter geht es immer, ist Schopenhauers Überzeugung, man sollte das nur nicht persönlich nehmen. Die Gewinn- und Verlustrechnung geht auf, allerdings nur in der Gesamtbilanz und weniger bei den unzähligen Einzelposten, hinter denen sich indivuelle Schicksale und Lebensläufe verbergen. Für den Einzelnen, der sich an die Werthaltigkeit der eigenen Person gewöhnt hat und ein Vertrauensverhältnis zu sich selbst pflegt, das er nicht missen möchte, ist das keine erhebende Aussicht; sie läßt sich jedoch auch als beruhigend, ja gar als tröstlich begreifen: „Wie durch den Eintritt der Nacht die Welt verschwindet, dabei jedoch keinen Augenblick zu sein aufhört; ebenso scheinbar vergeht Mensch und Tier durch den Tod, und ebenso ungestört besteht dabei ihr wahres Wesen fort … Demnach können wir jeden Augenblick wohlgemut ausrufen: ‚Trotz Zeit, Tod und Verwesung sind wir noch alle beisammen’.“

Keiner geht uns verloren, auch die Leute nicht, die wir noch nie leiden konnten; ein zusätzlicher Grund dafür, daß wir, allen Beruhigungsmaßnahmen zum Trotz, letztlich nicht allzu erwartungsfroh ins Jenseits vorausschauen. Wir halten uns insgesamt lieber ans Leben, da meinen wir zu wissen, was wir haben. Der Tod kommt uns wie ein unheimlicher Türsteher vor, der Einlass in ein Etablissement gewährt, in das man gar nicht hinein will. Es hat keinen guten Ruf, ist finster, und wer drinnen die Geschäfte führt, wissen wir nicht. Das alles darf uns jedoch nicht schrecken: In seiner Sterbephilosophie ist der Pessimist Schopenhauer erstaunlich optimistisch. Mag unser Weiterleben nach dem Tode, wenn es denn überhaupt stattfindet, auch rätselhaft bleiben, so muß man für den Fall der Fälle nicht schwarz sehen. Wer beizeiten daran glaubt, daß es für uns mehr geben muß als ein einmaliges Gastspiel auf Erden, macht sich selbst Mut und bringt Licht ins Dunkel: „Wir schaudern vor dem Tode vielleicht hauptsächlich, weil er dasteht als die Finsternis, aus der wir einst hervorgetreten und in die wir nun zurück sollen. Aber ich glaube, daß, wenn der Tod unsere Augen schließt, wir in einem Licht stehn, von welchem unser Sonnenlicht nur der Schatten ist.“

Die Aussichten also sind gar nicht schlecht, man muß nur daran glauben, was sich auch durch eine Vielzahl stummer Zeugen bestätigen ließe, die aber nicht mehr befragt werden wollen: „Klopfte man an die Gräber und fragte die Toten, so sie wieder aufstehn wollten; sie würden mit den Köpfen schütteln.“

Otto A. Böhmer

Auszug aus seinem Buch: „Schopenhauer oder Die Erfindung der Altersweisheit“

erstellt am 22.11.2010

Schopenhauer
Arthur Schopenhauer, Zeichnung von Wilhelm Busch