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Die Rückkehr von Clannad

Von Thomas Rothschild

In den siebziger Jahren feierte Irish Folk einen Erfolg nach dem anderen. Was wie eine Korrektur an der amerikanischen Dominanz in der populären Musik aussah, erwies sich bald als eine der zahlreichen mehr oder weniger kurzlebigen Moden im Popbereich. Die Logik des Kapitalismus, die auf schnellen Verbrauch im Dienste des Absatzes wettet, hat auch die Köpfe derer okkupiert, die sich politisch als Linke definieren.

Zu den beliebtesten Gruppen der irischen Folklore gehörte Clannad. Nun hat sich Clannad in der ursprünglichen Besetzung nach einer Pause von 15 Jahren mit neuem Material zurück gemeldet. An die Folkwurzeln erinnern nur noch die Tin Whistle und die irische Harfe und zwei intimere Titel in keltischer Sprache, die tatsächlich traditionell sind. Eher lässt sich das Album „Nádúr“ („Natur“) als Sammlung von Rockballaden der melodiösen Art kennzeichnen. Aber was für herrliche Musik! Zugegeben: das ist nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Das mag man bedauern oder, je nach Geschmack, gerade schätzen.

Der Klang ist voller geworden. Die Instrumente schieben sich, vor allem zu Beginn, in den Vordergrund. Aber der Gesang, ob im Ensemble oder solo von Moya Brennan, ist von betörender Schönheit und verrät durchaus die Herkunft aus einem folkloristischen eher als einem rockigen Stilverständnis. Die CD ist für den 20. September angekündigt. Wahrscheinlich liegt sie nicht in den Regalen mit aktuellen Neuerscheinungen aus. Es lohnt sich, nach ihr zu fragen.

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erstellt am 31.8.2013

Clannad
Nádúr
ARC Music EUCD 2471