meinungsfreiheit

Hermann Kesten-Preis des deutschen PEN geht 2013 an

„Index on Censorship“ – Iryna Khalip Laudatorin

Der diesjährige Hermann Kesten-Preis des deutschen PEN-Zentrums wird an die Organisation „Index on Censorship“ verliehen. PEN würdigt damit den seit 1972 von London aus geführten Widerstand gegen alle Formen der Unterdrückung der Meinungsfreiheit. Prominente Unterstützer und Beiträger waren Alexander Solschenizyn und Vaclav Havel, auch Salman Rushdie und Noam Chomsky sind ihr verbunden. Die Organisation publiziert viermal im Jahr ein Print-Magazin und unterhält eine Website (http://www.indexoncensorship.org/). Der Kesten-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

PEN-Vizepräsident Sascha Feuchert teilte außerdem mit, dass als Laudatorin die letztjährige Kesten-Preisträgerin Iryna Khalip zur Preisverleihung am 14. November nach Hessen kommen wird. Die Journalistin konnte den Preis vor einem Jahr nicht persönlich entgegennehmen, da sie wegen ihres demokratischen Engagements in Belarus zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden war und unter Hausarrest stand. Die Strafe wurde erst vor wenigen Tagen von einem weißrussischen Gericht aufgehoben.

Die Wahl des diesjährigen Preisträgers begründete die Jury mit dem Verzicht auf politische Einseitigkeit: „Verstöße gegen die Freiheit des Wortes in der Sowjetunion und deren Satellitenstaaten oder in China wurden und werden ebenso angeprangert wie Zensurmaßnahmen in rechten Diktaturen oder durch fundamentalistische Regime.“

Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine der weltweit über 140 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International vereint sind. Die drei Buchstaben stehen für die Wörter Poets, Essayists, Novelists. Der PEN wurde 1921 in England als literarischer Freundeskreis gegründet. Schnell hat er sich über die Länder der Erde ausgebreitet und sich als Anwalt des freien Wortes etabliert – er gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller.

Anlässlich der Vollendung des 85. Lebensjahres seines Ehrenpräsidenten Dr. h. c. Hermann Kesten stiftete das PEN-Zentrum Bundesrepublik Deutschland 1985 eine Hermann-Kesten-Medaille für besondere Verdienste um verfolgte Autoren im Sinne der Charta des Internationalen PEN. Sie wurde bis 1993 alle zwei Jahre verliehen, ab 1994 wurde sie jährlich vergeben. Die Auszeichnung wurde 2008 in Hermann Kesten-Preis umbenannt. Erstmals im Jahr 2000 stiftete das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. Seit 2010 stiften das PEN-Zentrum Deutschland und das Land Hessen gemeinsam zu gleichen Teilen diese Summe.

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erstellt am 24.7.2013

Preisverleihung

14. November 2013, 19 Uhr
Staatstheater Darmstadt
Georg-Büchner-Platz 1
64283 Darmstadt