Lusophone Literatur

Portugiesisch zählt zu den wichtigsten Sprachen der Welt. Lusophone Literatur ist jedoch nur zu einem geringen Teil ins Deutsche übersetzt. Für Brasilien hat sich die Lage in diesem Jahr vorerst positiv verändert. Als Ehrengastland der Buchmesse wurden 2013 außergewöhnlich viele Werke brasilianischer Autoren übersetzt. Ohne Förderung geblieben sind jedoch Autoren aus Ländern wie Angola, Mozambique, Guinea-Bissau, São Tomé e Príncipe oder Goa in Indien. Dieser Lücke möchte Faust-Kultur entgegenwirken. Michael Kegler arbeitet seit 1992 als Übersetzer portugiesischer Literatur und hat sich vor allem um die Veröffentlichung junger, in den fünfziger bis siebziger Jahren geborener Autoren verdient gemacht. Seine Arbeiten berücksichtigen das weitgefächerte nationale und regionale Netz der lusophonen Literatur. Seit Dezember 2012 betreut Michael Kegler auf Faust-Kultur den Schwerpunkt zur portugiesischsprachigen Literatur und stellt Autoren in einführenden Porträts, Gesprächen und zum Teil eigens übersetzten Textauszügen vor. (pol)

Porträt des brasilianischen Autors Paulo Scott

Beunruhigend sollte alle Literatur sein

Indianer, die ursprünglichsten Bewohner Brasiliens, hatten in der Literatur ihres Landes bisher keine Stimme. »Unwirkliche Bewohner« von Paulo Scott ist der erste Roman, der eine indigene Person in der brasilianischen Literatur Subjekt sein lässt. Michael Kegler hat sich mit der Entstehungsgeschichte des Buchs befasst. mehr

Porträt des portugiesischen Autors

Manuel Jorge Marmelo

»Eine tausendfach wiederholte Lüge« (Uma mentira mil vezes repetida) heißt Manuel Jorge Marmelos Roman, für den er im Februar mit einem portugiesischen Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Dass das Preisgeld vermutlich für die tägliche Lebenshaltung draufgehen wird, ist wie Marmelos Schriftstellerkarriere eine portugiesische Geschichte, meint Michael Kegler. +mehr

Festrede

Rassendemokratie ist ein Mythos

Selten gab es auf der Eröffnungsfeier der Frankfurter Buchmesse eine so kritische und vom Publikum so enthusiastisch gefeierte Ansprache. Luiz Ruffato, brasilianischer Autor und neben Ana Maria Machado literarischer Festredner des Ehrengastlandes, machte schon in den ersten Sätzen seiner Rede deutlich: Brasilien ist nicht nur Wirtschaftswunderland, sondern auch ein Ort, an dem »Raubtierkapitalismus« nicht bloß als Metapher wirkt. mehr

Porträt des brasilianischen Autors

Joao Paulo Cuenca

Nur zwei brasilianische Gegenwartsautoren  haben 2013 bereits ihr zweites deutschsprachiges Buch publiziert. Zu ihnen gehört João Paulo Cuenca, dessen »Das einzig glückliche Ende einer Liebesgeschichte ist ein Unfall« unter Rezensenten Begeisterung aber auch einige Verwirrung auslöste. Michael Kegler gibt ein einführendes Porträt. mehr

Porträt von Rafael Sperling

Augenblickliche Unbestimmtheit

Michael Kegler porträtiert den jungen Autor Rafael Sperling, der von manchen Kritikern als literarischer Ausdruck einer »augenblicklichen Unbestimmtheit« der brasilianischen Literatur angesehen wird und übersetzt zwei kurze Texte von ihm ins Deutsche. mehr

Porträt von Rui Zink

Rui Zink – Die Einrichtung der Angst

Der portugiesische Autor Rui Zink gilt als Provokateur und scharfzüngiger Kritiker gesellschaftlicher Missstände. Michael Kegler hat Auszüge seines neuen Romans »A instalação do medo« – »Die Einrichtung der Angst« übersetzt und porträtiert den Autor hier

Porträt von Ondjaki

Die Durchsichtigen

Portugiesisch zählt zu den wichtigsten Sprachen der Welt, nur ein kleiner Teil dieser Literatur ist jedoch ins Deutsche übersetzt. Der Übersetzer Michael Kegler startet parallel zum diesjährigen Buchmesse-Ehrengastland Brasilien darum eine Reihe der lusophonischen Literatur auf Faust-Kultur, seinen Beitrag über den angolanischen Autor Ondjaki gibt es hier

Faust-Gespräch mit Carola Saavedra

»Interpretationen dieser Wahrheit«

Carola Saavedra zählt zu den herausragenden Protagonistinnen der neuen brasilianischen Literatur, deren »Brasilianität« vor allem darin besteht, so offensiv wie selbstverständlich universell zu sein. Im Faust-Gespräch mit Andrea Pollmeier sprach sie über ihre Herkunftsgeschichte und ihr Leben als Schriftstellerin. mehr

erstellt am 01.1.2035

Portugisischsprachige Länder
LiBeraturpreis 2013

Porträt: Patricia Melo

Die brasilianische Autorin Patricia Melo erhält in diesem Jahr den LiBeraturpreis. Die Auszeichnung ehrt speziell schreibende Frauen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der Arabischen Welt. Die Feier wird erstmals von _litprom _ausgerichtet und findet am Buchmesse-Samstag, 12. 10. um 16.30 Uhr im Weltempfang (H 5.0 E81) statt. Ein Porträt von Patricia Melo gibt es hier. mehr

Porträt und Gespräch – Luis Ruffato

Unprätentiös, aber verwegen

Der Aufstieg des Autors Luiz Ruffato erscheint märchenhaft. Geboren im Hinterland Brasiliens, zählt er heute zu den wichtigsten Schriftstellern dieser aufstrebenden Wirtschaftsmacht. Faust-Kultur dokumentiert ein Gespräch zwischen dem Autor und seinem Übersetzer Michael Kegler. mehr

Interview und Audio

Interview mit Conceição Lima

Conceição Lima war die einzige portugiesisch-sprachige Autorin bei den Afrikanischen Literaturtagen in Frankfurt. Die Journalistin und Lyrikerin aus São Tomé und Príncipe nahm unter anderem am Werkstattgespräch »No gender palava« über die Situation schreibender Frauen teil. Renate Heß sprach mit Conceição Lima über ihre Arbeit und die aktuelle Situation in São Tomé und Príncipe. mehr

Porträt der Lyrikerin Eunice de Souza

»Sind das Gedichte?«

Um sich die besondere Position der indischen Lyrikerin Eunice de Souza zu vergegenwärtigen, müssten wir uns vorstellen, dass alle Kulturen Europas in einer Person und ihrem Werk sich gleichzeitig zu Wort melden. Clair Lüdenbach porträtiert die Dichterin. mehr

Anita Djafaris Buchtipp

Patrícia Melo »Leichendieb«

Die brasilianische Autorin Patrícia Melo wurde mir ihrem Roman Leichendieb von der Jury der Weltempfänger-Bestenliste mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Maliziös und sarkastisch berichtet sie über die Deregulierung moralischer Standards. mehr