Kunstprojekt

Bar Oppenheimer goes New York

Was Kenner immer schon wussten, oder zumindest geahnt haben, jetzt ist es offiziell: Frankfurt ist das Original, New York eine Kopie.

Aber der Reihe nach: Man schrieb das Jahr 1987, es war Winter, die Diskussionen waren hitzig und die Zeiten waren noch andere. Damals waren Bars noch Mangelware in der Stadt, also ergriffen Charlotte Schröner, Werner Ost, Ron Burdick, Rolf Cordes, Carl-Hubertus Mann sowie Adrienne Schneider die Initiative und wollten eine richtige Bar, eine klassische Bar nach ihrem Geschmack. Sie beauftragten den Architekten Stephan Mosetter eine solche Bar in einer kleinen Baulücke in Frankfurt Sachsenhausen zu realisieren – die Bar Oppenheimer

Mosetters Bar Oppenheimer wurde schnell zu einem festen Bestandteil des Frankfurter Kulturlebens, Schriftsteller wie Bodo Kirchhoff waren hier Stammgäste, Stephen Galloway ebenso wie Ulrich Rückriem, hier verkehrten die Galeristenszene und der Suhrkamp Verlag, die Städelschule, das Theater am Turm, das Ballett Frankfurt, Tom Stromberg (später Intendant am Deutschen Schauspielhaus Hamburg) stand hier nicht nur vor, sondern auch einige Zeit hinter dem Tresen, für viele wurde diese Bar ein Ort der Inspiration, für andere, keineswegs Geringere, immerhin ein Ort des Verweilens. So auch für den international renommierten Künstler Tobias Rehberger. Dieser hat nun den Ort auch seiner Inspiration nach New York transferiert. Anlässlich des Kunstfestivals Frieze steht jetzt im Hotel Americano ein original getreuer Nachbau der Bar Oppenheimer von Stephan Mosetter, sogar die abendlichen Lichtspiele der Straßenlaterne sind übertragen worden.
Seit dem 10. Mai ist die Kopie des Originals als temporäre Bar im Hotel Americano für Besucher geöffnet. pm

Bar Oppenheimer im Hotel Americano

Die Kopie von Tobias Rehberger im Hotel Americano in New York

Noch bis zum 14. Juli 2013
Hôtel Americano, 518 W. 27th Street, New York

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erstellt am 01.6.2013

Das Original in Frankfurt: Bar Oppenheimer
Oppenheimer Strasse 41, 60594 Frankfurt am Main
Fotos © Paul Claessen