David Bowie meldet sich zurück! Eine neue CD erschien im vergangenen Jahr, und eine große Ausstellung in London feierte ihn als Meister des Gesamtkunstwerks. Für Faust Kultur hat Isa Bickmann die Ausstellung im Londoner Victoria and Albert Museum besucht. Sie ist der Beginn einer Welttournee, die über Toronto, São Paulo nach Berlin, Chicago, Paris, Groningen und anderen Orten führen wird.

Gesamtkunstwerk David Bowie

Ground Control to Major Bowie

Von Isa Bickmann

Wie präsentiert man eigentlich das Werk eines Popstars, ohne in einen „Heiligenkult“ abzudriften? Kann eine museale Präsentation dem Werk David Bowies überhaupt gerecht werden oder wird er damit gar überbewertet? Inwieweit macht man „Fans“ Zugeständnisse, wie ernsthaft und objektiv darf und muss eine solche Ausstellung sein?

Zuerst jedoch galt es für die Besucher und Besucherinnen der Londoner Station, Hindernisse zu überwinden: Man musste eine Eintrittskarte vorab mit uhrzeitgenauer Buchung erwerben und dies am besten schon ein paar Tage oder Wochen vorab. Das Museum stellte nur 70 Karten in den täglichen Verkauf – Online-Tickets waren nach kurzer Zeit nicht mehr erhältlich. Man sprach bereits vor Ausstellungseröffnung von 50.000 vorbestellten Karten. Über 300.000 Besucher haben die Schau gesehen. Nach jener ersten Hürde hatte man eine Viertelstunde vor der gebuchten Uhrzeit vor Ort zu sein, bekam ein Empfangsgerät mit Kopfhörer und erhielt dann pünktlich Zutritt, um mit Auge und Ohr ganz ins Bowie-Land abtauchen.

Vorab sei gesagt, dass die Kuratoren all die eingangs gestellten Fragen auf hervorragende Weise gelöst haben. Die Ausstellung ist nicht nur etwas für Fans, sondern richtet sich auch an Besucher, die sich für die Geschichte von Pop und Mode interessieren. Hier driftet nichts zu sehr in eine Devotionalien-Verehrung ab, was manchmal bei Elvis-Presley-Ausstellungen deutlicher zu spüren ist. Das liegt auch daran, dass die Exponate allesamt aus David Bowies eigenem Besitz stammen und er – wie überall anerkennend betont wird – persönlich keinen Einfluss auf deren Auswahl ausgeübt hat (Hatte er eine Wahl? Wie wäre eine Einflussnahme in der Öffentlichkeit angekommen?). Überraschend ist, dass der Mann offensichtlich ordentlich ist und nichts wegwerfen kann: Wohnungsschlüssel der Berliner Wohnung, aus der er 1978 auszog, ein Kokainlöffelchen, das an die selbstzerstörerische Zeit der Drogensucht erinnert, Skizzen auf entfalteten Zigarettenschachteln, fleckige Notizzettel, auf denen die legendären Songtexte notiert sind. Das in New York bestehende Archiv umfasst 75.000 Objekte seines privaten und künstlerischen Lebens. Das Sehnsuchtsvolle, Wehmütige des musikalischen Werks, das bis zur neuesten Platte Bezüge in sich selbst sucht, scheint sich in seinem Charakter widerzuspiegeln. Jedes Teil ist Teil des Ganzen. David Bowie hat offenbar – sieht man mal von der musikalisch sehr kommerziellen Phase zu Beginn der achtziger Jahre ab, die er heute aus künstlerischen Gründen weitgehend ausblendet und die auch in der Ausstellung kaum präsent ist – ein unkompliziertes Verhältnis zur eigenen Vergangenheit.

Gleich zu Beginn der Ausstellung erwartet die BesucherInnen der berühmte Bodysuit aus Vinyl im Op-Art-Design, entworfen von Kansai Yamamoto für die Aladdin-Sane-Tour 1973 (Abb.), umrahmt von vier Kunstwerken, die irgendwie mit Bowies Werk zu tun haben, was sich freilich nur verschwommen auf das an der Wand zu lesende Bowie-Zitat beziehen lässt: „All art is unstable. Its meaning is not necessarily that implied by the author. There is no authoritative voice. There are only multiple readings.“ Ein „Chess Piece“ von John Cage, der minimalistische „Steel Zinc Plain“ von Carl Andre (1969), ein Video von Gilbert & George zur „Singing Sculpture“ (ab 1969), mit der das britische Künstlerpaar berühmt wurde, und schließlich das Werk des Südafrikaners Roelof Louw, „Soul City“, ersonnen 1967, eine pyramidenförmige Skulptur bestehend aus ca. 6.000 Orangen, deren Form vom Besucher durch Mitnahme der Früchte verändert werden kann. Das sind allesamt konzeptuelle Werke, die zeithistorisch zur Bowie-Werdung passen, aber auch auf seine konzeptuell angelegte, performative Kunst anspielen. Carl Andre sagte einmal: „Die Bedeutung von Kunst liegt nicht darin, daß sie eine Botschaft übermittelt wie ein Telegraph. Es steckt hinter dem Kunstwerk keine Idee; die Idee ist das Kunstwerk selbst.“ (zit. nach Carl Andre, Die Milchstraße, Münster/Berlin 1984/85, S. 29).

»I’m a collector«

Die Ideen, die Bowie überall sammelte, aus Literatur, Kunstgeschichte, Hollywoodfilmbildern, Modejournalen, bilden wie auf einem riesigen imaginären Netz unzählige Knotenpunkte. Diese Knoten gehören niemals allein der Vergangenheit, immer auch Gegenwart und Zukunft an. Dem trug auch der Titel der Ausstellung „David Bowie is“ Rechnung, der sich von die Präsentation gliedernden Überschriften wie etwa „David Bowie is revolution“ bis in die Bereiche der Werbung und des Marketings – „David Bowie is the price of a ticket“ – hervorragend einbinden lässt. Denn wenn auch das Ausstellungskonzept retrospektiv ist, scheint das Werk des 67-Jährigen – auch angesichts der jüngsten CD-Veröffentlichung „Next Day“ – nicht beendet.

Dann betritt man enge Räume mit bühnenartigen Aufbauten und schwarzgestrichenen Wänden, wird an verschiedenen Werkphasen vorbeigelotst, jeweils erfasst vom Sound, der von Bowies langjährigem Produzenten Tony Visconti gemischt wurde und der einen über ein Funksystem findet, je nachdem wo man steht (was nicht immer hundertprozentig funktioniert), um dann in einen riesigen Raum geführt zu werden, der rundherum auf gigantischen Leinwänden Bühnenauftritte aus verschiedenen Werkphasen projiziert und ein Konzertfeeling vermittelt, das manche Besucher zum Mitsingen animiert: eine überwältigende Inszenierung! Neben den oben erwähnten privaten Objekten sind vor allem Bühnenkostüme, handgeschriebene Songtexte, allesamt in Bowies sauberer Schrift sehr gut lesbar, Bilder, Bücher, Bühnenmodelle, Storyboards für Videos, Entwürfe für Plattencover, Zeichnungen, das bekannte Portrait, das er von Iggy Pop in Berlin malte, etliche Fotografien und persönliche Erinnerungsstücke aus allen Lebensphasen zu sehen. Ein Raum dient als kleines Kino und ist seinen Auftritten als Schauspieler gewidmet. Insgesamt 300 Exponate erwarteten den Besucher. Man kann sich mehr als zwei Stunden in der Ausstellung aufhalten und hat immer noch nicht alles angesehen.

Fashion

Im Vordergrund der Ausstellung steht David Bowie als Modeikone, dessen Make-up, Frisuren und Bühnenkostüme bis zu heutigen Modeentwürfen und Fotostrecken in Modejournalen rezipiert werden. Das Victoria and Albert Museum hat eine große Modeabteilung, und folglich wurde ein Schwerpunkt dieser Ausstellung auf diesen Bereich gelegt. Da finden sich die knappen Jumpsuits der Ziggy-Stardust-Phase von Freddi Burretti, die verwegenen Entwürfe von Kansai Yamamoto, der berühmte Union-Jack-Gehrock der Earthling-Tour von Alexander McQueen mit den Brandlöchern und Rissen (Abb.) wie auch der elegante blaue Seidenanzug der Heathen-Tour 2003 von Hedi Slimane für Dior sowie der grandiose, an Sonia Delaunays 1923 entworfenes Kostüm für „Cœur à gaz” von Tristan Tzara erinnernde Anzug von 1979. Alle Entwürfe entstanden jeweils in Zusammenarbeit mit David Bowie selbst.
Den Anfängen widmet die Ausstellung ausreichend Raum, u.a. dem Pantomimen, Tänzer und Schauspieler Lindsay Kemp, der Bowie trainierte und für ihn zu einem wichtigen Mentor wurde. Das ausgestellte Pierrot-Kostüm, das Bowie im Musikvideo zu „Ashes to Ashes“ trägt, ist auch eine Hommage an Kemp.

"Ashes to Ashes" 1980 from David Bowie on Vimeo.

Auch hier war Bowie Pionier: Mit £ 25.000 war Ashes to Ashes (1980) das damals teuerste Video und einflussreich auf die Frühzeit der Musikvideos; Bowies gezeichnete Storyboards dazu sind in der Ausstellung zu sehen.

Hybride Annäherung und Cut-up-Technik

Die Wandinschrift „David Bowie is Plagiarism or Revolution“ hört sich aus unserer Perspektive falsch an, denn sie erinnert an die in der Wissenschaft zurzeit scheinbar um sich greifende Neigung zum „Copy and Paste“. Bowies Verfahren ist eher ein „Mash-up“, denn der Künstler zieht seine Inspiration aus allem, High- wie Low-Culture, hat also seine Nase stets im Wind und fängt das ein, was in der Luft liegt, um es zu etwas völlig Neuem zu verarbeiten oder zu bearbeiten. Bowie war nie ein Plagiator oder Imitator. Die Genese von Major Tom bis zum Thin White Duke, d. h. Frisur, Anzüge, Make-up, baute auf Elementen sowohl der um 1970 modern werdenden Vorliebe für die Kunst des Fin de siècle, des Dandytums eines Oscar Wilde, der in jener Zeit eine Kultfigur wurde, des deutschen Expressionismus in Bild und Film der zwanziger Jahre, des japanischen Kabuki-Theaters, Staraufnahmen von Hollywood-Diven und Kubricks „Clockwork Orange“. Der Künstler selbst hat diesen Eklektizismus einmal „hybride Annäherung“ genannt (Kat. S. 84). Musikalisch ist das ähnlich – endlos die Liste der von Bowie aufgesogenen Einflüsse, von Kurt Weill und Kraftwerk bis hin zu Industrial und Drum‘n’Bass.
Nachdem er im Juni 1973 Ziggy Stardust sterben ließ, weil die Kunstgestalt in ihm beängstigende schizophrene Züge auszulösen begann, führte David Bowie im November 1973 gemeinsam mit William Burroughs, der 1966-1973 in London lebte und dort stark rezipiert wurde, ein Interview, das der Rolling Stone 1974 veröffentlichte (Abb.). Bowie übernahm die von Burroughs und Brion Gysin 1934 erfundene Cut-up-Technik, mit der er noch heute seine Songtexte schreibt. (Eine vom 16. März bis 18. August 2013 stattfindende Ausstellung in den Hamburger Deichtorhallen geht übrigens Burroughs Bezügen zur Bildenden Kunst nach.)

In der Londoner Ausstellung sind von Hand ausgeschnittene Textschnipsel zu sehen, mit denen Bowie die Cut-up-Technik anwendete (Abb.). 1995 wird das Computerprogramm „Verbasizer“ entwickelt, das ihn beim Generieren der Textausschnitte unterstützt.

Bowie erklärt den Verbasizer

Ambiguität

Das Spiel mit dem Geschlecht, das Bowie mit Ziggy vollzog, war revolutionär. Der Hang zu feminisierten Looks ließe sich deuten als eine Antwort auf die Frauenbewegung und die sexuelle Liberalisierung der Gesellschaft, gleichzeitig wird hier ein Bezug zum Dandytum und zur effeminierten Künstlergestalt des 19. Jahrhunderts aufgenommen: Ziggy kam aus der Zukunft, um mit der Vergangenheit zu spielen. Kaum zu fassen ist aus heutiger Sicht der Schockeffekt, den das Cover der Platte „The Man Who Sold the World“ auslöste, wo Bowie in liegender Pose mit blonden, langen Locken die Darstellung weiblicher „Reclining Figures“ etwa der englischen Präraffaeliten zitiert.

Interview with Russell Harty 1973 from David Bowie on Vimeo.

Interview with Russell Harty 1973
Dieses Interview steht neben vielen Musikvideos auf David Bowies offizieller Seite www.davidbowie.com

Der Visionär

Wie in monographischen Ausstellungen üblich versuchen auch die Kuratoren des Victoria and Albert Museums, die besondere Rolle des Künstlers in der Kunst- und Kulturgeschichte hervorzuheben, seine Innovationen herauszustellen, das Avantgardistische auszuloten. Freilich ist Bowie – viel mehr als die Musikerkollegen – Vorreiter: sein Spiel mit den Geschlechterrollen, der „Glam“, von dem er sich mit Ziggy verabschiedete, als jener die breite Szene erfasste, die Diamond-Dogs-Tour mit dem bis dahin aufwendigsten Bühnenset, was fortan die Präsentation von Rockkonzerten grundsätzlich ändern sollte, die elektronische Musik, die er in Berlin fand. In dem jenen zwei Jahren in Berlin gewidmetem Raum (der aus Sicht der Musikkenner zu klein ist und erst in der Berliner Station der Ausstellungsreihe erheblich erweitert wird) steht in einer Vitrine der EMS Synthi AKS Synthesizer, der 1974 von Brian Eno erworben und für die sogenannte Berliner Trilogie „Low“, „Heroes“ und „The Lodger“ eingesetzt wurde. Die musikalische Fortwirkung dieser Phase auf die jüngere Musikergeneration wird nur im Katalog honoriert, in der Ausstellung selbst vermisst man diese sehr, vor allem, da der modischen Rezeption seiner Kleidung anhand von Fotografien in einem Raum ungleich intensiver nachgegangen wird.

Neue Medien

Bowies Spürsinn für die zukünftige Wirkung der neuen Medien wird in der Ausstellung ebenfalls ausgelassen. Er war sich vor allen anderen seiner Kollegen klar darüber, wie wichtig das Internet werden würde und führt bereits seit 1996 eine Webseite (sie wurde gerade frisch überarbeitet), die auch ein Forum umfasst. Somit war er einer der ersten, der – wenn man so will – Social Media nutzte, d. h. den engen Kontakt mit den Fans suchte und diesen auch in „stillen“ Phasen hielt. Eine Facebook-Seite und einen Twitter-Account ließ er allerdings sehr spät erst einrichten.
Schon 2002 sagte er über die zukünftige Stellung der Musik im Kontext des Internets und die Veränderungen, die dies für die Musiker mitbringen würde: „Music itself is going to become like running water or electricity … You’d better be prepared for doing a lot of touring because that’s really the only unique situation that’s going to be left. It’s terribly exiting. But on the other hand it doesn’t matter if you think it’s exciting or not; it’s what’s going to happen.“ (Zit. Kat. S. 118). Mittlerweile hat er auch das nicht mehr nötig. Die neue CD kam zuerst als Download heraus und wurde an seinem Geburtstag im Januar 2013 lediglich über ein Video beworben, dass wie eine Rakete Verbreitung fand: Ohne das übliche Marketing durch Interviews, Auftritte, Tournee schoss die CD auf Platz 1 der Charts in den USA und Westeuropa. Ein Grund liegt freilich darin, dass die Presse sich auf die unerwartete Veröffentlichung stürzte, weil wilde Gerüchte über eine Erkrankung kursierten, nachdem er sich nach seinem Herzinfarkt 2004 fast völlig zurückgezogen hatte.

Bildende Kunst

Am 14.9.1971 machte Andy Warhol mit David Bowie während seines Besuches in der Factory einen der “Screen Tests”. Bowie mit Schlapphut und langen Haaren ist es, wie vielen “Getesteten” vor ihm, sichtbar unangenehm, dann macht er noch eine Pantomime, in der er seinen eigenen Bauch aufschneidet, dann sein pochendes Herz herausholt und es wie eine Taube in die Luft wirft.

Nicht nur die Kunstgeschichte ist allgegenwärtig im Werk Bowies, der auch Kunst sammelt. So kann es z. B. passieren, dass man ihn in einer Züricher Galerie trifft. Doch die Kuratoren haben vermieden, dem bildenden Künstler David Bowie, der zweifellos Talent hat und immer auch nah an der Kunstszene war, mehr als eine über den Freizeitkünstlerstatus hinausgehende Randrolle einzuräumen. Seine eigene Ausdruckform in der Malerei bleibt dem deutschen Expressionismus und der Malerei der sog. „Jungen Wilden“ der späten siebziger Jahre nahe, der er vermutlich in ihren Anfängen in Westberlin begegnet ist. Das Berliner Brücke-Museum war eine wichtige Anlaufstelle. Zwei für ihn wichtige Werke von Erich Heckel werden in der nächsten Ausstellungsstation in Berlin eingebunden.
Sein Interesse galt dennoch stets dem aktuellen Kunstgeschehen. In Erinnerung bleibt die Begegnung mit der britischen Künstlerin Tracey Emin für das Magazin Modern Painters 1997. Dann kam es jüngst zu einer erneuten Zusammenarbeit mit dem Künstler Tony Oursler für das Video zur ersten Singleauskopplung der neuen Platte „Next Day“ mit viel Berlin-Nostalgie. Gelegentlich hat Bowie an seine Fans Lithographien verschenkt und verkauft, darunter viele Selbstportraits, auch Ausstellungen waren geplant. Lange Jahre hat er eine Website betrieben, die jungen, bildenden Künstlern als Plattform dienen sollte. Es gibt sie übrigens noch, nur werden dort keine Künstler mehr gefördert: bowieart

Culture Leader

Die David-Bowie-Ausstellung vermittelt in erster Linie, dass sein Werk durchaus ernst zu nehmen ist, mehr noch, dass wir es hier mit jemandem zu tun haben, für den der Pop im Hintergrund stand, der vielmehr als „Culture Leader“ (Kat. S. 100) eine Art Gesamtkunstwerk schaffen wollte, das nie von einem Ergebnis zu weiteren führte, sondern stets von vorne und neu erdacht wurde. Der überaus vielschichtige, sehr dichte Katalog interpretiert das Werk intensiv. Erst hier werden viele Bezüge deutlich, die sich in der Ausstellung nicht erschließen. Leider fehlen in einigen der Textbeiträge Vergleichsabbildungen zu den unendlich vielen Zitaten, die Bowie durch Textinhalte, Bühnenkostüme, Covergestaltung und Fotoposen einfing und verarbeitete. Das Buch ist auf Deutsch im Münchener Knesebeck Verlag erschienen.

Völlig überwältig von Bild, Schrift und Ton fällt einem erst einige Zeit nach Verlassen der Ausstellung ein, was man alles nicht gesehen hat, welche Filme, Fotos, welche Musik man nicht hörte. Es würden sich damit ohne Weiteres noch ein paar Ausstellungsräume füllen lassen. Ist man David Bowie nun nahe gekommen, weil man den vielfältigen Hüllen dicht gegenüberstand? Nein, doch es hat sich offenbart, wie mutig er Konventionen begegnete und dass vielleicht die größten seiner vielen Talente der Spürsinn und das Gefühl für das richtige Timing sind, was sich bereits 1969 zeigte, als er „Space Oddity“ wenige Tage vor der ersten Mondlandung veröffentlichte, und die als Begleitmusik der Fernsehübertragung so passend erschien, dass sie von der BBC übernommen wurde.

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erstellt am 13.4.2013

David Bowie Is!

Ausstellung bis 11. August 2013

Victoria and Albert Museum, London

Im Victoria and Albert Museum, Foto: IB

Ausstellungsansicht mit Yamamotos Bodysuit
© Victoria and Albert Museum, London

Ausstellungsansicht
© Victoria and Albert Museum, London

"Starman" 1972 from David Bowie on Vimeo.

„Starman“ – David Bowie, Mick Ronson (lead guitar), Trevor Bolder (bass), Mike Garson (keyboards), Mark Carr Pritchard (guitar), Aynsley Dunbar (drums)
BBC, Top of the Pops April 1972.
Die TV-Aufnahme ist in der Ausstellung zu sehen, ebenso das Bühnenkostüm.

Ausstellungsansicht mit Jumpsuit, getragen während des BBC-Auftritts 1972, © Victoria and Albert Museum, London

David Bowie und William Burroughs
Fotografie von Terry O’Neill, handcoloriert von David Bowie, 1974
Courtesy of The David Bowie Archive 2012. Image © V&A Images

David Bowie, Cut up lyrics for ‘Blackout’ from “Heroes”, 1977
© The David Bowie Archive 2012. Image © V&A Images

Survive (Live Version) 1999 from David Bowie on Vimeo.

Seven Years In Tibet (Mandarin version) 1997 from David Bowie on Vimeo.

„Hello Spaceboy“, gespielt gemeinsam mit den Foo Fighters an seinem 50th-Birthday-Konzert im Madison Square Garden, New York, 1997. Zu Beginn ist im Hintergrund eine Tony-Oursler-Installation mit dem Grimassen schneidenden Bowie zu sehen, die ebenfalls im Museum ausgestellt ist.

Katalog

David Bowie
Herausgegeben vom Victoria Albert Museum
320 Seiten, Gebunden
Sprache: Deutsch
Knesebeck Verlag

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